Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
71
Erscheinungsjahr:
2013
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_71/4/
Mitteilungen Nr. 71 · Februar 2013 · Seite 4 Liechtensteinische Gesellschaft für 
Umweltschutzbereits heute schon sehr gut ist, ergibt sich trotzdem nur eine gering bessere Attraktivi- tät des Wirtschaftsstandortes. In der Gesamtbetrachtung be- wirken die hohen Kosten nur geringe Verbesserungen für das Stadtzentrum Feldkirch und für den Wirtschaftsstand- ort. Dem stehen Verschlech- terungen für die Menschen südlich des Tunnels und für die Umwelt gegenüber. Liechtenstein muss die Bevöl- kerung vor mehr Verkehr, mehr Lärm und schlechterer Luft schützen. Das geht nur, wenn die Auto-Tunnelpläne abgelehnt werden. (am) 
Zu den Verlierern gehören vor allem Menschen in Tisis, Schaanwald, Nendeln und Eschen. Etwa 100 Meter rechts und links der Haupt- strassen wird die Lebens- qualität abnehmen, sobald der Stadttunnel Feldkirch (früher Letzetunnel) gebaut ist. Wie stark sie sinken wird, ist um- stritten. Streit um Mehrverkehr In den Studien des Landes Vorarlberg geht man davon aus, dass der Verkehr auf al- len Strassen zunehmen wird. Einfach nur deshalb, weil die Bevölkerung wächst. Das kriti- sieren Umweltorganisationen. Sie verweisen auf Zählungen. Der Verkehr in Schaanwald zum Beispiel ist seit mehr als 20 Jahren gleich geblieben. So- bald sich die Innenstadt im Let- zetunnel umfahren lässt, wird diese kurze, schnelle Verbin- dung von den Autofahrenden bevorzugt. Umweltorganisationen gehen deshalb von einer deutlichen Zunahme  des Verkehrs um etwa 50 Prozent und damit ei- ner massiven Verschlechterung der Lebensqualität aus, Das Land Vorarlberg hingegen nur von etwa 15 Prozent und da-mit 
einer geringen Verschlech- terung. Mehr Verkehr bedeu- tet mehr Abgase, mehr Lärm und mehr kranke 
Menschen. Keine bessere Luft Kinder und ältere Menschen trifft es besonders. Steigt die Belastung durch Feinstaub oder Stickoxide an, leiden auch mehr Menschen an Atem- wegsproblemen. In Feldkirch ist die Luftbelastung seit Jahren hoch. Weil die Grenzwerte an der Bärenkreuzung überschrit- ten werden, ist Feldkirch Luft- Sanierungsgebiet. Deshalb ist es ein wichtiges Ziel des Tun- nelbaus, die Luftbelastung zu senken. Dies kann jedoch nicht gelingen. Weil es in der Gesamtbetrach- tung im Raum Feldkirch und Liechtenstein mehr Verkehr ge- ben wird, sagt die Studie Ver- kehrsplanung Süd eine gleich bleibende bis steigende Ten- denz der verkehrsbedingten Luftschadstoffe 
voraus. Sehr gut fürs Auto Das Verkehrssystem für PKWs ist heute schon sehr gut aus- gebaut, hält die Studie zudem fest. Es bestehe trotz der punk- tuellen Staus eine sehr gute Erreichbarkeit von Feldkirch 
und Liechtenstein. Durch den Bau der Tunnels wird die Si- tuation nun nur für jene Men- schen verbessert, die über ein Auto verfügen und für die das Angebot jetzt schon gut ist. Für Menschen ohne Auto, die nur ein mittleres Angebot vor- finden, verbessert sich die Si- tuation nicht. Nachholbedarf besteht jedoch laut Studie bei der Qualität und Sicherheit des Fussgänger- und Radverkehrs- netzes sowie bei Bus und Bahn, nicht aber beim 
Auto. Gewinnt Wirtschaft? Wer wird also zu den Gewin- nern gehören? Die Studien ge- hen zwar von einer Entlastung der Innenstadt Feldkirchs vom Verkehr aus und einer besseren Auto-Erreichbarkeit. Da diese 
Luxus-Letzetunnel   belastet Liechtenstein Mehr als 250 Millionen Franken will Vorarlberg in den Tunnelbau in Feldkirch stecken. Ob dem hohen Preis auch eine entsprechende Leistung gegenübersteht, ist 
fraglich.Letzetunnel alt 
StadttunnelLetzetunnel neu Eine Transitschleuse stelle die Südumfahrung Feldkirch (Letzetun- nel) dar, erklärte der Vorarlberger Landesrat Manfred Rein im Juli 2007. Zwei Arme des Stadttunnels, dessen Umweltverträglich- keit aktuell geprüft wird, wirken wie eine 
Letzetunnel-Variante. Referate + Diskussion Wie eine nachhaltige Ver- kehrslösung für Feldkirch und Liechtenstein ausseh- en könnte, darüber wird nach drei Impulsreferaten zu Letzetunnel, zu Verkehr und Gesundheit sowie zur Bahnzukunft für die Region diskutiert. Der VCL Verkehrs-Club Liech- tenstein lädt dazu am Mon- tag, 11. März 2013, um 19.50 Uhr ins Restaurant Rössle, Schaan, ein.Grafik: 
LGU Nach Bau der Tunnel würden etwa 5´300 Fahrzeuge mehr als heute durch Schaanwald fahren. Zum Vergleich: Stellt man diese zusätzlichen Fahr- zeuge hintereinander, ist die Autoschlange etwa so lang wie Liechtenstein: 24.8 km.
        

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