Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
70
Erscheinungsjahr:
2009
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_70/6/
6 Naturschutz An diesem Standort in Eschen haben sich einzelne Sträucher des Essigbaums innert kürzester Zeit über Wurzeltriebe zu einem monotonen Dickicht vermehrt. Mit einem radikalen Rückschnitt über mehrere Jahre kann eine weitere Verbreitung verhindert werden. 
Blinde Passagiere und verheissungsvolle Mitbringsel Von Oliver Bettin Ob absichtlich oder zufällig mit- gereist, immer häufiger stellen neu eingebrachte Organismen eine direkte Gefährdung für unsere natürliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren dar. So gel- ten Neueinwanderer heute gar als zweitwichtigste Ursache für den weltweiten Artenschwund. Auch in Liechtenstein spitzt sich die Situation zu. Die neue Gartensaison steht vor der Tür. Voller Tatendrang und Vorfreude machen sich landauf landab Gartenbesitzer Ge- danken darüber, was dieses Jahr Neues angepflanzt werden soll. Raritäten und Neueinführungen stehen hoch im Kurs. Das Sortiment der Gärtnereien wird von Jahr zu Jahr grösser. Immer mehr Pflan- zenarten finden auf diesem Weg eine neue Heimat bei uns. Die meisten dieser sogenannten Neophyten sind nicht ideal 
an unser Klima angepasst. Sie überleben und gedeihen nur wohl behütet unter ste- ter Pflege durch ihre Besitzer. Unter ihnen befinden sich jedoch auch invasive Arten, im Schnitt jede zehnte Art. Invasiv bedeu- tet, die Arten finden optimale Bedingun- gen bei uns vor, verwildern und etablieren sich dauerhaft in der freien Natur. Treten sie in hoher Individuendichte auf, so stehen sie in direkter Konkurrenz zu un- serer ursprünglichen Flora — ökologische, gesundheitliche und/oder ökonomische Schäden sind die Folge. Beispiele gibt es genügend. Allseits bekannt: Die Kanadis- che Goldrute oder der Riesenbärenklau, bei uns auch Riesenkerbel genannt. Aber auch weniger bekannte Arten wie das Kleine Springkraut oder das Einjährige Be- rufskraut sind bereits landesweit anzutref- fen. Pflanzen mit exotisch klingenden Namen wie Topinambur haben sich längst bei uns etabliert und hören auf Namen wie Erdbirne oder Rosserdapfel. Altbe- kannte Arten finden sich auf der Schwar- zen Liste der Schweiz wieder. Sie stam- men ursprünglich aus fernen Ländern und gelten als hochgradig invasiv. Zu ihnen gehören auch Essigbaum, Mahonie und Runzelblättriger Schneeball. Eine der wohl beliebtesten Gartenpflanzen überhaupt, der Kirschlorbeer, stammt ursprünglich aus Kleinasien und breitet sich bereits im Tessin unkontrolliert in der Natur aus. „Böse" Pflanzen sind nichts Neues Neophyten zählen schon seit Jahrhunder- ten zu unserer Flora. Vor allem mit der Entdeckung von Amerika im Jahr 1492 und dem zunehmenden Handel öffnete man Pflanzen sowie anderen Organismen Tür und Tor. Im Bereich des Ackerbaus beispielsweise wurden in der Folgezeit gezielt die unterschiedlichsten Nutzpflan- zen nach Europa eingeführt. Die meisten dieser Arten sind auf offene Ackerböden und die Vermehrung durch den Menschen angewiesen. In der Natur sind sie nur wenig überlebensfähig. Aber auch ökolo- gisch problematische Neophyten fanden schon früh den Weg zu uns. Florenwerke des 17. Jahrhunderts bezeugen, dass die aus Nordamerika stammende Kanadische Goldrute schon damals wild in Europa vorkam. In Liechtenstein konnte man heute als invasiv geltende ATten wie den Sommerflieder oder den Japanischen
        

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