Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
7
Erscheinungsjahr:
1988
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_7/2/
LGU-Mitteilungen 
August 1988 Mitgliederversammlung 1988 Ein Rückblick Rund 50 Personen, darunter Regierungs- chef-Stellvertreter Dr. Herbert Wille, sind am 7. Juni der Einladung zur Mitglie- derversammlung der LGU im Schaaner Resch gefolgt. Der Jahresbericht des Prä- sidenten, Dr. Peter Goop, und des Ge- schäftsführers, Wilfried Marxer, wurden genehmigt und der Vorstand entlastet. Ebenso stimmten die Anwesenden der Jahresrechnung 1987 zu, die mit einem Gewinn von 518.35. Franken abgeschlos- sen hat. Den 
 zurücktretenden Vorstandsmitglie- dern, Hansjörg Hilti, Heinz Frick, Geb- hard Sprenger, Gebhard Frick und Wer- ner Hasler wurde für ihre Vorstandsarbeit gedankt. An ihre Stelle sind Barbara Rheinberger (Vaduz), Rösli Vogt (Bal- zers), Dietmar Possner (Gamprin), Josef Spalt (Ruggell), Nelly Verling (Triesen) und Thomas Büchel (Schaan) neu in den Vorstand gewählt worden. Herzlich will- kommen! Landwirtschaft in FL Prekäre Lage 
für Landwirte An der Veranstaltung der LGU anlässlich der Mitgliederversammlung am 7. Juni zeichnete Klaus Büchel, Mitarbeiter beim Landwirtschaftsamt, ein düsteres Bild der liechtensteinischen Landwirtschaft. Es ist bekannt, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche aufgrund überbordender Bau- tätigkeit und Siedlungsausdehnung im- mer kleiner wird. Neu ist aber die Er- kenntnis, dass 45 % der verbliebenen Nutzfläche nicht gesichert sind. Ein Vier- tel der Landwirtschaftsfläche liegt inner- halb von Bauzonen, ein Fünftel in den Reservezonen. Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte dieser langfristig bedrohten landwirtschaftlichen Nutzfläche Böden bevorzugter Qualität darstellen. Dieses Ergebnis hat eine. breitangelegte Unter- suchung, die von Klaus Büchel geleitet wurde, erbracht. Michel Roux von der landwirtschaft- lichen 
Beratungszentrale Lindau/ZH skizzierte an der LGU-Veranstaltung die Richtlinien des ökologischen Landbaus. Er ging dabei auf die Unterschiede 
zwischen 
d er integrierten Produktion (mässi- ger Pestizideinsatz) und biologischem Landbau (Verzicht auf Pestizide) ein. Mi- chel Roux stellte fest, dass sich die Land- wirtschaft in der Schweiz zunehmend an ökologischen Gesichtspunkten orientiert, wenngleich der Weg bis zum Erfolg noch 
Der Hammer weit ist. Eine von ihm geleitete Untersu- chung im Rahmen des Nationalen For- schungsprogramms Boden der Schweiz kommt zum Schluss, dass die Landwirte lernbereit sind. 50 % bis 60 
% der Bauern glauben an die integrierte Produktion, 25 % der Bauern können sich sogar eine Umstellung auf Bio-Landbau vorstellen. Die kompetente Beratung der Landwirte erscheint in diesem Licht ein Gebot -der Stunde zu sein. Richard Schierscher aus Schaan führt einen Landwirtschaftsbetrieb mit biolo- gisch-dynamischer Ausrichtung und konnte daher an der LGU-Veranstaltung von seinen eigenen Erfahrungen berich- ten, die er mehrheitlich positiv wertet. Den heiklen Punkt des Einkommens an- gesprochen, berichtete Richard Schier- scher, dass die Ertragseinbussen durch Minderausgaben mehrheitlich wettge- macht werden, so dass es «sich leben lässt». Leider, so muss erwähnt werden, hat sich noch kein liechtensteinischer Landwirt über den Biobetrieb von Ri- chard Schierscher erkundigt, um von sei- nen Erfahrungen zu profitieren. Schutz der Gebirgsflora Auf dem Weg zu generellem Pflanzenschutz Der Antrag von BZG, LGU, LAV und VGH auf klare Einteilung des gesamten Berggebietes in Grossviehweide, Klein- viehweide, Wald- und Pflanzenschutzge- biet ist vom Landesforstamt weiterbear- 
beitet und etwas modifiziert worden. Es sind zusätzlich Siedlungsgebiete und tra- ditionelle Heuwiesen festgelegt worden. Entsprechendes Kartenmaterial ist be- reits erstellt. Am. 16. Mai hat das Landes- forstamt die Öffentlichkeit über das Vor- haben orientiert. Momentan läuft die Vernehmlassung. In einem Schreiben vom 20. Mai 1988 an das Landesforstamt begrüsst die Bot- anisch-Zoologische Gesellschaft (BZG) das zügige Vorantreiben des Pflanzen- schutzvorhabens. Sollte kein Erfolg be- schieden sein, hält sich die BZG das Mit- tel einer Volksinitiative offen. Die LGU   schliesst sich dieser Haltung an. Umweltschutz- Kommissionen Fruchtbarer Gedankenaustausch Am 20. Juni sind die Mitglieder der Um- weltschutz-Kommissionen der Gemein- den auf Einladung der LGU im Rest. Falknis in Vaduz zusammengekommen. Es wurde vor allem über die Grünabfuhr, die Gemeindepachtreglemente und die Pflege von Bachböschungen diskutiert. Die Anwesenden waren sich einig, dass diese Form des Gedanken- und Erfah- rungsaustausches in Zukunft wiederholt werden sollte. Tunnelsanierung Abwasserklärung nicht mehr hinausschieben In der Frage der Tunnelsanierung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Nach- dem der Landtag bereits zweimal Kredit gesprochen hat, wird nun das Volk an die Urne gebeten. Die damit verbundene Verzögerung des Baubeginns wird von einer skandalösen Abwassersituation im Touristenzentrum Malbun überschattet. Seit mehr als 10 Jahren gilt die Kläranla- ge in Malbun als völlig ungenügend. Trotzdem wird im Malbun munter weiter- gebaut. Es ist daher zu überlegen, ob nicht ein Baustopp über Malbun und Steg verhängt werden müsste, bis die Klärung der Ab- wässer den Auflagen des Gewässer- schutzgesetzes erfolgen. Sollte sich die Fertigstellung der Direktleitung des Ab- wassers ins Tal weiter verzögern, müsste auch die sofortige Erstellung einer provi- sorischen Leitung ins Auge gefasst wer- den. Die Abwasserleitung endet nämlich momentan im Steg. Sie sollte ursprüng- lich im Zuge der Tunnelsanierung fertig- gestellt werden.
        

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