Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
69
Erscheinungsjahr:
2008
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_69/9/
Verkehr 9 Die S-Bahn ist komfortabel, schnell und effizient 
Südeinfahrt statt Süd- umfahrung Der langfristige Erfolg der florierenden Wirtschaftsregion Alpenrheintal hängt davon ab, wie zukunftsfähig wir unsere Mobilität gestalten. Acht Organisationen aus Liechtenstein, Vor- arlberg und Werdenberg haben eine Offensive im Ausbau des Schienenver- kehrs gefordert. Öl wird immer knapper und teurer, die Aus- wirkungen des Klimawandels werden kostspielig und risikoreich. Die fossile Mobi- li tät ist eine Sackgasse und unrentabel. Fehlinvestitionen in Strassenbau verhindern die Realisierung zukunftsfähiger Systeme. Mit öffentlichem Verkehr Wohlstand sichern Bedeutende Wirtschaftsunternehmen in der Region wachsen rasant, neue kommen hinzu. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt, und damit auch die Zahl der grenzüberschrei- tenden Pendler und Pendlerinnen. Soll die Region als Wirtschaftsstandort langfristig attraktiv bleiben, braucht es nachhaltige Kon- zepte, um den Arbeitsverkehr abzuwickeln. Der motorisierte Individualverkehr schmälert die Lebensqualität und verursacht steigen- de volkswirtschaftliche Kosten. Nur eine Offensive im Ausbau des Schienenverkehrs im Rheintal sichert den Wohlstand. Südeinfahrt statt Südumfahrung Fehlinvestitionen in Strassenbau bremsen die Entwicklung hin zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen über Jahrzehn- te. Die acht Organisationen, darunter auch die LGU, fordern jetzt vernünftige Inves- titionsentscheidungen, ganz konkret eine Südeinfahrt für die Bahn statt eine Strassen- tunnel-Südumfahrung Feldkirch. Die unter- irdische Bahn-Südeinfahrt nach Tisis-Feldkirch ist das Herzstück der regionalen S-Bahn Feldkirch-Buchs-Sargans. Das S-Bahn-Ange- bot muss Nachfrage schaffen: Nur ein 15-Minutentakt zu Hauptverkehrszeiten bringt den gewünschten Umsteigeeffekt. Dazu braucht es den Ausbau auf Doppelspur mindestens auf den Strecken Feldkirch- Nendeln und Buchs-Sargans. S-Bahn kommt Erfreulicherweise tut sich einiges. In den letzten Jahren hat die S-Bahn als regionales 
Rückgrat des öffentlichen Verkehrs auf dem politischen Parkett sehr viel Beachtung gefunden. Vorarlberg, Liechtenstein und die Schweiz haben ihre Zusammenarbeit ver- stärkt und auch vertraglich festgehalten. In Vorarlberg wird auf Druck von Nichtregie- rungsorganisationen und Grünen statt der Südumfahrung eine Lösungsvariante ohne Strassenbau geprüft, inklusive notwen- dige Kapazitätserhöhungen bei der Bahn. Zudem liegt bereits eine erste Variantenstu- die für die Bahn-Südeinfahrt mit neuen Haltestellen auf Stadtgebiet vor! Die Region Werdenberg wehrt sich bei der SBB und beim Bund gegen die Vernachlässigung der Haltestellen zwischen Buchs und Sargans im neuen Angebotspaket. Die Region arbei- tet überdies an einem Projekt im Rahmen des Agglomerationsprogramms des Bundes. Fakt ist, dass die Behörden in allen drei Ländern daraufhin arbeiten, dass im Jahr 2015 ein S-Bahn-Angebot realisiert ist. Wie attraktiv das Angebot sein soll und wie es mit dem Fern- und Regionalverkehr koordiniert ist, wird noch intensiv diskutiert. Finanzierung noch ungelöst Die positiven Signale täuschen aber nicht darüber hinweg, dass punkto Finanzierung noch vieles zu klären ist. Es ist anzunehmen, dass diese ungeklärte Situation beim Fest- legen der Angebotsziele auch eine Art Killer- kriterium ist und Zensurwirkung hat. Umso wichtiger ist es, dass Liechtenstein bereits heute Bereitschaft zeigt, Infrastruktur auf ausländischem Boden mitzufinanzieren. Denn es ist unumstritten, dass das Arbeitsplatz- zentrum Liechtenstein nicht nur von einer Bahn-Südeinfahrt in Feldkirch, sondern auch von einem Doppelspur-Ausbau und der Erschliessung der Stationen zwischen Buchs und Sargans profitiert. Eines ist klar: Für beides, einen massiven Ausbau des Liechten- steiner Strassennetzes durch die geplanten Umfahrungsstrassen und einen Ausbau der Bahn fehlen die finanziellen Mittel. So ist es denn an der Zeit, dass Liechtenstein end- lich die verkehrspolitischen Weichen zu- gunsten des öffentlichen Verkehrs stellt.
        

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