Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
67
Erscheinungsjahr:
2007
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_67/4/
Klimaerwärmung treibt in die Flucht Strandleben unter existenzieller Bedrohung 
Die Ärmsten dieser Welt werden als erste und am heftigsten von der Klima- erwärmung getroffen. Millionen Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil ihr einst fruchtbares Land ver- wüstet, überschwemmt oder versalzt wurde. Mit ihrem unfairen Lebensstil zer- stören die Verursacher der glo- balen Erwärmung nicht nur das ökologi- sche Gleichgewicht, sie verschärfen auch Armut und soziale Konflikte. Die moralische Verantwortung zu han- deln bekommt eine neue Dimension. Drei Viertel der globalen CO2-Emissionen kommen aus den Industrieländern, in denen nur ein Viertel der Weltbevölkerung lebt. Unter den Folgen des vom Menschen verur- sachten Klimawandels werden als erstes und besonders stark diejenigen leiden, die nur wenig zu den Ursachen beigetragen haben und die sich kaum schützen können. Die Zahlen und Prognosen sind unterschiedlich. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen gibt es derzeit weltweit 20 Millionen soge- nannter Klimaflüchtlinge. In den nächsten vier Jahren soll diese Zahl auf rund 50 Millio- nen ansteigen. Bis 2050 kann diese Zahl auf bis 150 bis 200 Millionen anwachsen. 
Fluchtgrund Umweltzerstörung Umweltflüchtlinge sind Menschen, die ge- zwungen sind, ihre traditionelle Umgebung zu verlassen, weil Umweltschäden ihre Existenz in Gefahr brachten oder ihre Lebens- qualität schwerwiegend beeinträchtigen. Umweltzerstörung als Fluchtgrund ist kein neues Phänomen und kommt auch in hoch entwickelten Staaten vor. Als Ursachen gelten übermässige Verschmutzung durch Schadstoffe wie Schwermetalle oder Radioaktivität; die schleichende Verschlechte- rung der Ressourcen, vor allem der Böden und des Wassers, oder Naturkatastrophen. Der Klimawandel verschärft und beschleunigt diese bereits bestehenden Probleme und Prozesse wie ein Katalysator vor allem dort dramatisch, wo Menschen in enger Ab- hängigkeit von der Natur leben. Klimaerwärmung hemmt Entwicklung Wohl am häufigsten ausschlaggebend für Flucht oder Migration ist die globale Er- wärmung dort, wo sie bestehende Umwelt- probleme oder Entwicklungsdefizite ver- stärkt: bei Ereignissen wie Dürre, Stürme und Überschwemmungen, wenn die Fruchtbarkeit der Böden sich beschleunigt verschlechtert, oder Wasserknappheit zu Ernteeinbussen und Krankheiten führt. Die wirtschaftlichen Perspektiven verschlechtern sich, die Armut zwingt dazu, die Heimat zu verlassen. Viele suchen ihr Auskommen in den rasant wachsenden und von sozialem Elend geprägten Grossstädten. Der Bevölke- rungsdruck und die zunehmende Landknapp- heit können auch zu Konflikten und Kriegen führen, welche bereits bestehende Ent- wicklungsprobleme nochmals verschärfen. Armut macht verwundbar Entwicklungsländer gelten gegenüber dem Klimawandel als verwundbarer als die reichen Industrienationen. Sie sind exponierter, liegen zumeist in subtropischen oder tropischen Breiten oder in Küstenregionen, wo sich der Klimawandel besonders auswirkt. Sie sind zudem sensibler, weil meist stark abhängig von der Landwirtschaft und von natürlichen Ökosystemen. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Ernten in Afrika und Westasien infolge des Klimawandels um 25 bis 35 Prozent sinken werden. Damit dro- hen zusätzlich 250 bis 550 Millionen Men- schen zu hungern. Der Klimawandel hemmt die Bekämpfung von Armut, Hunger, Wasser-
        

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