Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
66
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_66/9/
von Grundflächen, welche die Leistungs- fähigkeit des Naturhaushalts oder das Land- schaftsbild erheblich oder nachhaltig beein- trächtigen können.» Die Einzonierung ist der erste Verwaltungsakt, bei dem die Nutzungs- veränderung eines Gebietes bewilligt wird. Hier werden die entscheidenden Weichen für Eingriffe gestellt. Mit diesem Entscheid muss der Landschaftsschutz in sensiblen Gebieten nun zu einem frühen Zeitpunkt in planerische Abwägungen miteinbezogen werden. Haberfeld: Ersatzmassnahme für Deponie im Rain In Vaduz klafft am Fürstenweg eine riesige Wunde, wo intensiv Kiesabbau betrieben und deponiert wird. Dafür wurden insgesamt sechs Hektaren artenreiche Sonderwaldfläche gerodet, das Landschaftsbild ist über Jahr- zehnte massiv beeinträchtigt. Für diese Be- einträchtigung des Erholungsgebietes wurde die Gemeinde Vaduz im Rahmen der Um- weltverträglichkeitsprüfung zu ökologischen Ersatzmassnahmen verpflichtet. Mit der gelungenen Renaturierung des Giessens im Haberfeld ist sie dieser Verpflichtung nun nachgekommen. Viele Gemeinden behalten Projekte für ökologische Aufwertungsmas- snahmen sozusagen in der Pipeline, um sie als Ersatzmassnahmen bei Grossprojekten zu aktivieren. Stallerweiterung Ruggell Fuxera Unmittelbar am Rand des Naturschutzgebie- tes Ruggeller Riet plant ein Hobbybauer eine Ziegenstallerweiterung. Der Stall befin- det sich in einem sensiblen Landschafts- schutzgebiet gemäss Inventar der Naturvor- rangflächen. Die Regierung hat den Eingriff in Natur und Landschaft nicht bewilligt, weil die Standortgebundenheit nicht gege- ben ist. Ebenso wenig liegt ein öffentliches Interesse vor. Die Gemeinde Ruggell hat den Eingriff bewilligt. Bei Bauprojekten auf Inventarflächen müssen Regierung und Gemeinde einvernehmlich über den Eingriff entscheiden. Die LGU hat diesen formel- len Fehler und den Eingriff an sich in einer Beschwerde an die Regierung 
moniert. Landwirtschaftsbetriebe auf Gnalp Dem Bau des ersten Landwirtschaftsbetriebes im Gebiet Gnalp steht nichts mehr im Wege. Die LGU hatte sich sehr dafür eingesetzt, dass die Gnalper Ebene von Bebauung frei bleibt. Deshalb kommt der Betrieb jetzt 
wieder an seinen ursprünglichen Standort auf Studa zu stehen. Die Gemeinde Triesen- berg wollte in die Bewilligungsverfahren gleich noch die Verlegung der Zufahrtsstrasse und einen zweiten Betrieb integrieren. Die LGU hat sich dafür eingesetzt, dass dem Landwirt nun von Seiten der Gemeinde nicht noch mehr Steine in den Weg gelegt werden. Trotzdem, wir sind mit der Grösse des Stalles nicht einverstanden, die Beeinträch- tigung des Landschaftsbildes ist auch am neuen Standort massiv. Zudem ist ein inten- siv bewirtschafteter Milchwirtschaftsbetrieb im Berggebiet aus ökologischer und auch aus ökonomischer Sicht fragwürdig. Unsere Ein- mischung hat tatsächlich nur sehr wenig gebracht: Die Gemeinde Triesenberg hat mit dem Einstimmen auf diesen Kompromiss nicht etwa ein Bekenntnis für den Land- schaftsschutz gemacht. Sie hält ausdrücklich fest, dass die Gnalper Ebene als möglicher Standort weiterhin in Frage kommt. Umfahrungsstrasse Schaan Für das Umfahrungsprojekt «Nordspange Schaan» läuft eine Umweltverträglichkeit- sprüfung. Die Eingriffe in Natur und Land- schaft sowie die Beeinträchtigung der beste- henden Nutzungen sind schwerwiegend. Durch den Bau und den Betrieb der Nord- spange werden kulturlandschaftlich und öko- logisch äusserst wertvolle Gebiete dauerhaft zerstört oder erheblich beeinträchtigt. Die verkehrlichen Auswirkungen des Projektes wurden nur mangelhaft dargelegt. Dieser Meinung war anscheinend auch die Regie- rung. Sie verlangte vom Bauherrn Tiefbau- amt einen Ergänzungsbericht, in dem der Nutzen der ersten Etappe, des Industriezu- bringers, dargelegt wird. Dieser Bericht liegt nun vor. Auf wundersame Weise haben sich die Fahrtenzahlen auf dem Industriezu- bringer nun verdoppelt. Noch immer fehlen detaillierte Angaben zu den Annahmen und Grundlagen für die Modellrechungen. Die Südumfahrung Feldkirch, die Neugestal- tung des Zentrums von Schaan, die An- ziehungswirkung für den Transitverkehr und die Verkehrszunahmen bei einer Weiter- führung nach Vaduz-Triesen wurden nicht untersucht. Die LGU ist nach wie vor der Meinung, dass die Umweltverträglichkeit des Projektes nicht gegeben ist. Mehr Infos: www.lgu.li, Suche: 
«Nordspange»Natur&Landschaft9 
Information: Alle Dossiers zu laufenden Verfahren können auf der Geschäftsstelle der LGU eingesehen werden.
        

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