Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
66
Erscheinungsjahr:
2006
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_66/3/
Nationale Klimapolitik lohnt sich Das Kyotoprotokoll ist ein globaler Ver- such, die Klimaerwärmung als wohl gröss- te Herausforderung der Zukunft welt- umspannend anzugehen. Der Nutzen von lokalen Klimaschutzmassnahmen ist hoch. Eines ist klar: Der Treibhauseffekt ist ein glo- bales Problem, und der Anteil Liechtensteins ist absolut gesehen eher klein. Mit der Unter- zeichnung des Kyotoprotokolls haben wir jedoch Verantwortung übernommen. Haupt- ziel der Vereinbarung ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen durch innerstaatliche Massnahmen. An der jüngsten Klimakonfe- renz in Nairobi haben die Entwicklungsländer an die Verursacherstaaten appelliert. Liech- tenstein hat alle Möglichkeiten, eine Vorrei- terrolle 
einzunehmen. Treib- und Brennstoffverbrauch senken Das Land hat sich im Rahmen des Kyoto- protokolls verpflichtet, bis 2010 den C02- Ausstoss gegenüber 1990 um 8 Prozent zu reduzieren. Das sind voraussichtlich jährlich etwa 60’000 Tonnen CO2. Für die «Kyoto- bilanz» sind vor allem Massnahmen aus- schlaggebend, die direkt Einfluss auf die in Liechtenstein verkauften Mengen an Heiz- öl, Erdgas, Benzin und Diesel haben. In Liech- tenstein produzieren Feuerungen von Indu- strie, Gewerbe und Haushalten sowie der Verkehr zusammen etwa 85 Prozent der kli- mawirksamen Treibhausgase. Hier muss also reduziert werden. Nun erlaubt es das Kyoto- protokoll aber auch, diese Reduktionen im Ausland einzukaufen. Dafür sind sogenannte «flexible Mechanismen» vorgesehen. Sie bestehen aus zwei projektbezogenen Instru- menten sowie dem Handel mit Emissionsgut- schriften und Zertifikaten. Diese ökonomi- schen Mechanismen gehen davon aus, dass die Kosten zur Vermeidung einer Tonne CO2 in Entwicklungsländern oder mittel- und osteuropäischen Staaten geringer sind. Im Voranschlag 2007 der Regierung wurden 500'000 Franken für so genannte «Clean Development Mechanism (CDM)»-Projekte im Ausland bereitgestellt. Hier und jetzt: Energiepolitik ist Klimapolitik Wir sind Spitzenreiter im Pro-Kopf-Verbrauch von Energie. Das hängt direkt mit demNiveau 
des Wohlstandes und mit dem star- ken Wachstum zusammen. Betrachten wir nicht nur die Kosten, sondern den Nut- zen: Klimapolitische Massnahmen im eigenen Land bringen weit mehr als «bloss» die CO2-Einsparung im Rahmen der Kyotover- pflichtungen. •  Mit gezielten energiepolitischen Mass- nahmen in Liechtenstein leisten wir den ehrlichsten Beitrag an den Klimaschutz. Wir erfüllen damit unsere ethische Verpflichtung, als Mitverursachende des Problems Verantwortung zu übernehmen. •  Das Problembewusstsein wächst. Und damit die Bereitschaft, ernsthaft über eine nachhaltige Entwicklung des Landes nachzudenken, entsprechend zu politi- sieren und zu handeln. •  Klimaschutzmassnahmen sind auch Luft- schutzmassnahmen. Eine Reduktion der in Liechtenstein verbrannten Brenn- und Treibstoffe bringt gleichzeitig weniger gesundheitsschädigende Luftschadstoffe wie Ozon, Feinstaub und Stickoxide. •  Verdichtende Siedlungspolitik und eine konsequente Förderung des öffentlichen Verkehrs sind direkt klimarelevant. Sie tragen dazu bei, dass auch der Flächenver- brauch gebremst wird. Die Umwelt- und Lebensraumqualität für Menschen, Pflan- zen und Tiere steigt. •  Mit der effizienten Förderung von Massnahmen im Inland können volkswirt- schaftliche Kosten für die negativen Folgen des Wachstums reduziert werden. 
Klima 3 Die US-Bush-Regierung schert sich nicht um das Kyotoprotokoll, die C02-Emissionen wachsen ungebremst. Das tun sie auch in Liechtenstein: Der prozentuale Anstieg der CO2-Emissionen von 1990 bis 2004 ist höher als derjenige der USA! 
[Darstellung 
nach UNFCCC]
        

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