Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1988
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_6/3/
Rückstände auf Obst und Gemüse Angaben über Rückstandsgehalte in % der Proben Ware Anzahl Proben 
nicht nachweisbar  nachweisbar 
über Grenzwerten biologisch 173 97,1 % 2,9 % 0,0 % konventionell 856 60,9 % 
  32,9 % 6,2 Quelle: z.B. Nr. 2 / Februar 1988 
LGU-Mitteilungen Mai 1988 Thema: Biologischer Gartenbau Die Gartensaison hat wieder begonnen. Wir geben Ihnen auf dieser Seite einige Hinweise, wie sie als Gartenbesitzer/in für mehr Natur in ihrer nächsten Umge- bung sorgen können. Doch zunächst ein- mal einige Fragen: Wussten Sie dass .. . ein Gartenabschluss aus einheimischen Bäumen und Sträuchern für ein gutes Hundert Insektenarten attraktiv ist, wäh- rend sich eine Forsythienhecke fast ebensogut durch Plastikattrappen erset- zen liesse? Oder dass die einheimische  Eberesche von über 50 Singvogelarten angeflogen wird, ihr exotisches Gegen- stück, die Bastard-Eberesche, jedoch nur von vier Arten? Richtige Pflanzenwahl Wählen Sie daher einheimisches Wildge- hölze. Wertvolle Futterpflanzen für viele Tierarten sind z. B. Weiden, Birken, Pap- peln, Linden, Eschen, Eichen, Buchen, Wildrosen, Geissblatt, Haselnuss. Schwarzdorn, Weissdorn, Kreuzdorn, Sanddorn, Liguster, Faulbaum, Vogel- beere, Schneeball, Holunder, Pfaffenhüt- chen, Seidelbast, Berberitze und Hartrie- gel. Fremde Bäume und Sträucher scha- den mehr als sie nützen, z. B. Forsythien, Kirschlorbeer, Japanische Kirsche, Gold- regen, Rhododendron, Cotoneaster, Zierwacholder, Edeltannen, Wymouths- kiefern, Silberlinden. Bei der Baum- und Strauchwahl muss ausserdem auf Klima, Boden und Licht- verhältnisse geachtet werden. Hochstämmige Obstbäume Hochstämmige Birn- und Kirsch- bäume sind Obstlieferanten, aber auch ästhetisch und ornithologisch von Bedeu- tung. Bedrohte Vogelarten wie Stein- kauz, Wiedehopf, Rotkopfwürger und Wendehals finden im Obsthain Nahrung, Unterschlupf und Nistplatz. Niederstäm- mige Spalierkulturen vermögen den tra- ditionellen Obstgarten in keiner Weise zu ersetzen. Eine schöne Blumenwiese Nützen Sie die Möglichkeiten Ihres Gar- tens, um naturnahe Flächen im Sied- lungsgebiet zu schaffen. Der Zierrasen ist lebensfeindlich. Eine herrliche Blumen- 
wiese erhalten sie dadurch, dass Sie den Rasen nur noch zweimal jährlich, später nur noch einmal im Jahr mähen und das Schnittgut entfernen (keine Düngung!). Eine Pflanzenvielfalt stellt sich dann von selbst ein. Sie können aber auch nachhel- fen, indem Sie Samen ausstreuen oder Pflanzen setzen. Bienen und Schmetter- linge werden es Ihnen danken. Gartenteich Ein kleiner Tümpel in Ihrer Gartenanla- ge kann für Amphibien Lebensraum schaffen. Vergessen Sie aber nicht, für diese Tiere Unterschlupf bereitzustellen. Beispielsweise kann ein Steinhaufen, eine Steinplatte über einer Mulde (mit schma- lem Zugang), ein Reisighaufen einen Schutzraum für kleine Tiere bieten. Der Teich kann mit Lehm, Beton, Stabilitkalk oder starker Plastikfolie ausgekleidet werden. Er sollte auch flache Stellen auf- weisen. Sonnige Lagen ohne starken Laubbefall sind zu bevorzugen. In den Teich keinen Humus, sondern Schotter, Kies oder Sand geben (bei Lehmgrund überhaupt nichts). Wertvolles «Unkraut» Lassen Sie auch den gefährdeten «Un- kräutern» ihren Platz. Brennesseln sind beispielsweise für einige Schmetterlings- arten (Kleiner Fuchs, Admiral, Tag- pfauenauge, Landkärtchen) wichtige Le- benshilfen. «Unkraut» ist keine Schande, im Gegenteil! Wenn der Garten abwechs- lungsreich bepflanzt wird und in den We- gen «Unkraut» (Ackerbegleitflora) wach- sen darf, löst sich das Schädlingsproblem im Garten grösstenteils von selbst. Denn wo Vielfalt herrscht, werden die Schäd- linge durch ihre natürlichen Feinde in Schach gehalten. Einzig die Schnecken stellen dann noch ein Problem dar. Ge- gen die Schnecken helfen aber nicht Schneckenkörner, sondern Schnecken- zäune. 
Gesunder Boden - gesunde Nahrung Verwenden Sie kein Torf. Es nützt dem Garten nichts. Der Torfabbau zerstört aber die letzten Hochmoore Europas. Ebenfalls kann auf Pestizide verzichtet werden. Schliesslich sollen die Nahrungs- mittel gesund und ohne chemische Rück- stände sein (vgl. die Tabelle). 
Der biolo- gische Gartenhau verlangt einige Grund- kenntnisse. Die Gartenbauvereine 
geben Ihnen gerne Auskunft über die Kunst 
des biologischen Gartenbaus. Falls Sie nicht über einen eigenen Garten verfügen. können Sie auch der Genossenschaft für eine gesunde Ernährung 
(Reina) in Va- duz beitreten. (Auskunft: 
Tel. 085 / 5 63 94). Literaturhinweise Der biologische Land- und Garten- bau (Monatszeitschrift mit Anbau- hinweisen der Schweiz. Gesellschaft für Biologischen Landbau). Abon- nement für 25 Franken/Jahr. Mit- gliedschaft inkl. Abonnement für 35 Franken/Jahr. Anmeldung: Frau Else Hitz, Kapellstrasse 10, 5610 Wohlen AG. z.B. (Monatszeitschrift mit The- menschwerpunkten aus dem Be- reich des Bio-Landbaus des For- schungsinstitutes zur Förderung des biol.Landbaus, Bernhardsberg. 4104 Oberwil). Bestellung dort. Preis unbekannt, aber erschwing- lich. Der Naturgarten. Urs Schwarz. 1980. 24.10 Franken. Naturgarten. Alex Oberholzer, 1983. 12.80 Franken. Der andere Naturgarten. Andreas Winkler. 1986. 39.80 Franken. Naturschutz beginnt im Garten. Mi- chael Chinery, 1986. 27.50 Franken.
        

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