Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
6
Erscheinungsjahr:
1988
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_6/1/
Nr. 6 Mai 1988 Informationsblatt für die Mitglieder der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU). Redaktion: Wilfried Marxer. Druck: Gutenberg AG, Schaan. LGU-Geschäftsstelle: Landstrasse 30. 9494 Schaan, Telefon 2 52 62 (9-12 Uhr) Liebe Mitglieder der LGU Im Februar haben wir gemeinsam mit dem Liechtensteinischen Ärzteverein eine Informationsveranstaltung über Luftverschmutzung und Gesundheits- schädigung durchgeführt. Es ist dabei klar geworden, dass robuste Menschen die schadstoffhaltige Luft ertragen kön- nen. Was ist aber mit Asthmatikern, Kin- dern, älteren Mitmenschen? Sie reagie- ren viel sensibler auf die Luftverschmut- zung. Auch Tiere und Pflanzen leiden unter der Luftverschmutzung. Der ster- bende Wald ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die vielen kleinen Tragödien können wir nur erahnen. Oder weiss je- mand, wie eine kleine Insekte mit dem hohen Ozongehalt in der Luft fertig wird, oder wie ein Regenwurm auf den sauren Regen reagiert? 
Keine Umfahrungsstrassen! Die Ursachen der Luftverschmutzung sind genügend beschrieben. Verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Luft- qualität sind eingeleitet. Eine der Haupt- quellen der Luftverschmutzung ist der motorisierte Strassenverkehr. Der Kata- lysator soll hier eine Lösung bringen. Wird damit der Verkehr problemlos? Keineswegs. Die Luftverschmutzung ist nur das eine Problem. Landschaftsver- brauch und Lärm sind zwei weitere Pro- bleme, die aus dem Verkehr resultieren. Dagegen ist noch kein geeignetes Mittel entdeckt worden. Vaduz und Schaan er- sticken schon heute beinahe im Verkehr. Daher stehen noch immer Umfahrungs- strassen zur Diskussion. In Schaan erfolgt im Verlaufe dieses Jahres eine Konsul- tativabstimmung in dieser Angelegen- heit. Über die Diskussion in Vaduz haben wir in unserem letzten Umweltbericht in- formiert. 
Dem Problem an die Wurzel Umfahrungsstrassen lösen kein Problem, sondern verstärken es. Weder Abgase noch Lärm würden beseitigt. Neue Stras- sen erzeugen im Gegenteil neue Bedürf- nisse und neue Verkehrsströme. Gravie- rend ist insbesondere auch der Bodenver- lust. Die Schrift Nr. 2 der LGU über die Selbstversorgung 
Liechtensteins in Kri- senzeiten hat gezeigt, dass wir einen wei- teren Verlust an Kulturland nicht mehr hinnehmen können. Es geht dabei nicht nur um die Nahrungsmittelversorgung. Es geht auch um den Erholungswert der Landschaft. Es geht um den Lebensraum der wildlebenden Tierarten. Es geht um die Existenz unserer Landwirte. Es geht um das Erscheinungsbild unserer Land- schaft Die Förderung des öffentlichen Verkehrs ist ein richtiger Schritt zur Problemlö- sung. Andere müssen folgen. Wir alle können durch unser Verhalten zur Lö- sung des Verkehrsproblems beitragen, um weitere Schäden zu vermeiden. Um- fahrungsstrassen? Nein danke! Mit freundlichen Grüssen Wilfried Marxer 
Einladung zur Mitgliederversammlung der LGU am Dienstag, 7. 
Juni 1988 im Singsaal Resch, Schaan um 19.00 Uhr: • Jahresbericht • Jahresrechnung • 
Ersatzwahlen • 
Diverses um 20.0Q Uhr: Kurzvorträge mit Diskussion Klaus Büchel: 
 Landesweite Landwirtschaftszone — 
Stand der Vor- arbeiten Michel Roux: 
Ökologische Landwirtschaft — Was 
zeichnet sie aus? Richard Schierscher: 
Freud' und Leid eines Biobauern — ein Erfahrungsbericht Klaus Büchel ist Mitarbeiter im Landwirtschaftsamt und mit den Vorarbeiten zu einer landesweiten Landwirtschaftszone betraut. Michel Roux ist Mitarbeiter bei der Landwirtschaftlichen Beratungsstelle Lindau/ZH. Richard Schierscher ist Landwirt in Schaan, der seinen Hof auf die biologisch- dynamische Produktionsweise umstellt.
        

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