Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
59
Erscheinungsjahr:
2003
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_59/6/
6AlpenrheinSicherheit 
und Lebensraum (Red.) Der Alpenrhein steht am Anfang des 21.Jahrhunderts an einer Wende: Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein IRKA und die Internationale Rheinregulierung IRR erarbeiten ein Ent- wicklungskonzept Alpenrhein. Das Leit- bild steht ganz im Zeichen von Hochwas- serschutz und Ökologie. Gemeinsame Ziele Kern des generellen Leitbilds sind sieben all- gemeine Ziele, an denen sich zukünftiges Han- deln im Zusammenhang mit dem Alpenrhein ausrichten soll. Im Folgenden der Entwurf der Fachleute und der Kerngruppe der IRKA/IRR. Er ist die Diskussionsgrundlage für die zweite «Plattform Öffentlichkeit» im Dezember 2003, an der verschiedene Interessengruppen ihre Anliegen einbringen werden: • Langfristige Sicherstellung des Schutzes von Siedlungsgebieten und Infrastrukturen vor Hochwasser, wobei zumindest ein Schutz vor Hochwasser mit 100jährlicher Eintrittswahr- scheinlichkeit gewährleistet sein soll. • Angestrebt wird ein systematisches Anheben des Schutzgrades für Gebiete mit hohem Schadenspotenzial und eine Minimierung des verbleibenden Restrisikos für Ereignisse grösser als die Ausbauwassermenge durch eine geeignete Notfallplanung (Überlastfall). • Sicherung der Vorrangflächen für künftige Renaturierungs- und Hochwasserschutzmass- nahmen sowie Retentionsräume («Flussraum Alpenrhein»). • Erhaltung und Schaffung von gewässer- spezifischen Lebensräumen am Alpenrhein und deren Vernetzung. • Sicherung der Qualität und Quantität der Ressourcen und einer nachhaltigen Nutzung (z.B. Trinkwasser, Energie). • Bestmögliche Berücksichtigung der Landwirt- schaft als wichtigen raumrelevanten Wirt- schaftszweig des Alpenrheintals. • Steigerung der Attraktivität des Alpenrheintals als Lebens- und Wirtschaftsraum mit attrakti- ven Naherholungsgebieten. Dieser «kleinste gemeinsame Nenner» wird ergänzt durch sektorale Ziele und Leitbildvorga- ben in vier Fachbereichen (Flussbau/Hochwas- serschutz, Ökologie, Wirtschaft/Raumplanung und Land- und Forstwirtschaft). Damit ist dieBasis 
gegeben für die Erarbeitung des Massnah- menkonzeptes bis Ende 2004. Konfliktpotenzial Die Erstellung des Massnahmenkonzepts birgt nicht wenig Konfliktpotenzial. Die Interessens- konflikte zwischen den einzelnen Fachbereichen sind gross. Ein wichtiges Thema ist zum Bei- spiel der Bodenverbrauch. Sowohl ein ver- besserter Hochwasserschutz wie auch strecken- weise Aufweitungsmassnahmen brauchen Boden – auch auf Kosten von landwirtschaftli- chen Flächen. Die Frage einer zukünftigen vermehrten Energienutzung und damit einer weiteren ökologischen Gefährdung des Lebens- raums Alpenrhein wird ebenfalls diskutiert. Ökologisch intakter Alpenrhein Für die LGU und andere Umweltorganisationen ist die wesentliche Aufgabe des Entwicklungs- konzeptes die Sicherstellung sowohl eines nach- haltigen, sicheren Hochwasserschutzes sowie eines ökologisch intakten Alpenrheins. Grundsätzlich vertragen sich ökologische Ziele und die Ziele des Hochwasserschutzes. Die Entwicklung des Alpenrheins wird – wie schon seine Regulierung anfangs des 20. Jahr- hunderts – erneut ein Jahrhundertwerk. Neben der internationalen Zusammenarbeit ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine der grossen neuen Herausforderungen. Information: www.lebendigerrhein.org www.alpenrhein.net Gelungene Aufweitung bei Felsberg GR[Bild: 
LGU]Lebendiger 
Rhein Die vier Umweltorganisationen WWF Grau- bünden und St.Gallen, Pro Natura St.Gallen- Appenzell, Naturschutzbund Vorarlberg und Liechtensteinische Gesellschaft für Um- weltschutz haben im Jahr 2003 mit dem gemeinsamen Projekt «Lebendiger Rhein» eine Sensibilisierungskampagne für den Lebensraum Alpenrhein durchgeführt. Das Fazit ist durchwegs positiv: Rund tausend Personen sind an den Alpenrhein geführt wor- den. Die Organisationen werden das Projekt im Jahr 2004 fortsetzen. Dabei gilt die Auf- merksamkeit den Nebengewässern und Zu flüssen des Alpenrheins. Ziel ist die vermehrte Wahrnehmung des Alpenrheins als vernetzter Lebensraum. Wir freuen uns schon jetzt auf ein erneut spannendes und reiches Ex- kursionsprogramm!
        

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