Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
58
Erscheinungsjahr:
2003
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_58/6/
6VerkehrStudie: 
Neue Strassen überflüssig Ausbau des ÖV statt Strassenbau im Oberen Rheintal (Red.) Die Studie zeigt mögliche Lösun- gen der Verkehrsproblematik im oberen Rheintal durch einen mutigen Ausbau des öffentlichen Verkehrs (öV) auf. Sie wird von sieben Organisationen im Rheintal getragen. Grundlegende Frage war: Wie lässt sich die Verkehrssitua- tion zwischen Chur und Bodensee nachhaltig verbessern? Klar ist, dass es einen gezielten Infrastrukturausbau beim öffentlichen Verkehr, einen Fonds zur Finanzierung und einen «Runden Tisch» braucht. Sieben Organisationen – darunter die LGU – haben bei Verkehrsplaner Paul Stopper eine Studie in Auftrag gegeben, um die Möglichkei- ten für attraktive, vernetzte und auch grenz- überschreitende Angebote des öffentlichen Personenverkehrs im Oberen Rheintal1aufzu- zeigen. Die ausgearbeiteten Vorschläge sollen eine Entlastung der Strassen von uner- wünschtem Auto-Pendlerverkehr bringen, indem eine Verlagerung von der Strasse auf die Schiene eintritt – womit sich der Bau neuer Strassen erübrigt. Die Studie «Alpenrhein- Bahn» will die Diskussion um «öV statt Stras- sen» im Länderviereck neu entfachen und konkrete Lösungsvorschläge machen. Die Studie basiert auf Grundanforderungen an ein künftiges Angebot des öV im Rheintal: – Eurocity-Verbindungen im Zweistundentakt – Intercity- und Interregio-Verbindungen vom Oberen Rheintal zu den Mittelzentren von Süddeutschland und Vorarlberg/Tirol im Stundentakt – Ausbau des S-Bahn-Netzes im Raum Ost- schweiz/östliches Bodenseegebiet/Oberes Rheintal mit Ziel1/2-Stundentakt – Entwicklung von normalspurkompatiblen Tram-/Stadtbahn-Systemen und Integrie- rung in das bestehende Netz von SBB und ÖBB, wie z.B. Tram-Bahn Liechtenstein, mit Ziel 
1/4-Stundentakt. Die Studie knüpft an die vorhandenen Studien «BODAN-RAIL 2020» und «Nachhaltiger 
Verkehr im Oberen Rheintal» an. Sie ergänzt diese mit konkreten Vorschlägen für Infra- strukturbauten wie Doppelspuren,um das mehrheitlich noch aus der Pionierzeit der Bahnen stammende Netz an die heutigen An- forderungen anzupassen, sowie Neubau- strecken,um direkte und umsteigefreie Bahn- verbindungen zu ermöglichen. Das in der Studie beschriebene Infrastrukturprogramm löst Investitionen von etwa CHF 4.3 bis 4.7 Milliar- den aus. Die Studie zeigt ebenfalls die Priori- täten der Massnahmen auf. In erster Priorität sind bis in zehn Jahren Infrastrukturmassnah- men mit Kosten von rund CHF 450 Millionen zu realisieren. Grenzüberschreitender «Fonds öffentlicher Verkehr» Da sowohl die Neu- und Ausbaustrecken als auch deren Nutzen meist grenzüberschreitend sind, muss die Finanzierung gemeinsam gelöst werden. Dazu macht die Studie den Vorschlag, einen «Fonds öffentlicher Verkehr» zu schaf- fen, der gemeinsam von den Kantonen St. Gal- len und Graubünden, dem österreichischen Bundesland Vorarlberg, dem Freistaat Bayern, dem Bundesland Baden-Württemberg sowie vom Fürstentum Liechtenstein zu speisen ist. 1 Das obere Rheintal umfasst die Region von Chur bis zum Bodensee, also das Bündner, St.Galler, Liechtensteiner und Vorarlberger 
Rheintal. 
Runder Tisch gefordert Die Auftraggeber der Studie sehen im Obe- ren Rheintal eine Modellregion der Alpen- konvention, in der die Chance besteht, grenzüberschreitende Lösungen für einen nachhaltigen Verkehr innerhalb des sen- siblen Lebens- und Wirtschaftsraums an der alpinen Transitroute E43/A13 zu finden. Deshalb fordern sie einen Runden Tisch unter Beteiligung aller betroffenen Regierun- gen. Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) und betroffene Gemeinden sollen in einem partizipativen Prozess mit ergeb- nisoffenem Vorgehen zwecks gemeinsamer Evaluation und koordinierter Planung mit- wirken können. 
Informationen: Zusammenfassung der Studie und Karte: www.vcs-gr.ch/netz- werka13/dn13.html Die gesamte Studie (71 Seiten mit farbi- gen Karten) zu CHF20.– inkl. Ver- sand mit Einzah- lungsschein ist bei stefangrass@spin.ch oder 081 250 67 22 zu beziehen Die Ausstellung des Fotografen Paul Trummer zeigt auf wunder- volle Weise die vielen Facetten dieses Lebenselixiers…[Bild: 
Paul Trummer]
        

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