Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
57
Erscheinungsjahr:
2003
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_57/5/
5Projekt 
Der Rhein ist in bedauernswertem Zustand Sympathiekampagne «Lebendiger Rhein – Alpenrhein» 
gestartet (Red.) Die Sympathiekampagne wurde am 11. März mit einer Medienkonferenz in Buchs offiziell lanciert. VertreterInnen aller fünf Träger- organisationen waren anwesend und infor- mierten 14 Medienschaffende über das Projekt. Im Zentrum standen dabei die Defizite des Alpenrheins in Bezug auf Natur und Ökologie. Die Nutzung des Rheins, die Problematik des Schwalls (siehe Kasten) und die fehlende Ver- netzung mit dem Umland verursachen die Defi- zite – der Flora und Fauna des Alpenrheins geht es schlecht, der Alpenrhein ist in bedau- ernswertem Zustand. Ökologie gebührend berücksichtigen Mit der Kampagne «Lebendiger Alpenrhein» möchten die beteiligten Umweltorganisationen LGU, WWF, Pro Natura, und Naturschutzbund Vorarlberg die Bevölkerung des Alpenrheintals für die Erhaltung bestehender und die Schaf- fung neuer Naturwerte entlang des Alpenrheins sensibilisieren. Die Organisationen unterstützen die Stossrichtung der Internationalen Regie- rungskommission Alpenrhein (IRKA) und der Internationalen Rheinregulierung (IRR) für eine ökologische Aufwertung des Alpenrheins. Diese lassen bis 2004 ein umfassendes «Entwick- lungskonzept Alpenrhein» ausarbeiten. «Die Umweltorganisationen begrüssen dies», sagte Pierre Walz, Co-Präsident Pro Natura St.Gallen-Appenzell an der Medienkonferenz. «Wir fordern aber, dass die Ökologie gegen- über anderen, teilweise gegenläufigen Interes- sen im Entwicklungskonzept gebührend berücksichtigt wird.» Forderungen für einen lebendigen Alpenrhein Zahlreiche Massnahmen für einen lebendigen Alpenrhein können sofort angegangen wer- den, die Grundlagen dafür bestehen. Die fünf Trägerorganisationen haben an der Medien- konferenz Forderungen für ökologische Ver- besserungen am Rhein formuliert. Sofort umgesetzt werden können die folgen- den Punkte: – Schutz der bestehenden Auen und Relikt- auen, insbesondere der Mastrilser Auen (GR) – Uferbereiche von Bauten freihalten– 
Neben- und Zuflussgewässer revitalisieren – Vernetzung von Lebensräumen zwischen Wasser und Land Innerhalb eines Jahrzehnts 
müssen die Aus- wirkungen der Wasserkraftwerke gedämpft und der Lebensraum für Fische gesichert werden. Bis in 15 Jahren müssen sieben gross- zügige Flussraumaufweitungen erreicht sein. Das Ziel ist mehr Leben am Alpenrhein – ein Gewinn für Mensch und 
Natur. Schwall und Trübung Die Wasserkraftwerke in den Gebirgsre- gionen produzieren zumeist Spitzenenergie, d.h. Stromenergie, welche die Verbrauchs- spitzen abdeckt. Sie produzieren nur kurzzeitig. Unterhalb der Turbine fliesst das Wasser weg und erreicht ein Sammelge- wässer, z.B. den Alpenrhein. Zu Spitzenver- brauchszeiten fällt so sehr viel Wasser an, das führt im Sammel-Gewässer zu sehr grossen Wasserstandsänderungen inner- halb kürzester Zeit – zu Schwall. Im Alpen- rhein machen diese Wasserstandschwan- kung bis zu 1.5 Meter aus. Die grossen und schnellen Änderungen spülen den Fluss rich- tiggehend durch, dabei werden sämtliche Lebewesen, die nicht sehr starke Schwim- mer sind, weggespült. Jungfische, Insekten- larven usw. haben keine Chance. Dies pas- siert im Gegensatz zu natürlichen Hoch- wassern täglich und verunmöglicht damit vielen Arten den Erhalt ihrer Population. Der Schwall bringt zusätzlich eine Trübung (Par- tikel von Sand, Lehm usw. im Was ser) mit sich, welche weitere ökologische Nachteile hat, wie das Verstopfen von Poren in der Bodenoberfläche und eine Veränderung der Lichtverhältnisse im Gewässer. Website www.lebendigerrhein.org Die Website informiert über die angebote- nen Veranstaltungen, gibt Wissen zum Alpenrhein und seinen Zuflüssen weiter und macht Vorschläge für Wanderungen und Velotouren am Alpenrhein. Über die Website kann jede Person Vorschläge für Routen am Rhein einbringen, sie werden nach einer redaktionellen Überarbeitung über die Website der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 
Mastrilser Auen: Hier ist der Rhein lebendig 
[Bildquelle: 
P.Lüthi]Information: www.lebendigerrhein.org
        

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