Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
55
Erscheinungsjahr:
2002
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_55/6/
6VerkehrsstudieAusschnitte 
aus dem Synthesebericht der Studie Nachhaltiger Verkehr im oberen Rheintal Mit 450000 Einwohnern und 23000 Beschäftig- ten in drei Ländern (plus das angrenzende Deutschland) ist die Region eine klassische Grenzregion, mit Entwicklungs- und Koordina- tionsproblemen auf der einen Seite, mit zuneh- menden Umweltproblemen auf der anderen Seite. Diese verursacht vor allem der zunehmen- de Strassenverkehr, der vorwiegend über die zwei parallel laufenden Autobahnen (A13 und A14) abgewickelt wird. Der grösste Teil des Verkehrs ist hausgemacht. Pro Tag durchfahren ca. 30000 PKW und 15000 LKW die Region. Ca. 20% überquert die Landesgrenzen. Nur ein geringer Teil (weniger als 10%) ist Transitver- kehr. Die Verkehrsprobleme in der Region Oberes Rheintal werden sich in Zukunft verschärfen, wenn keine zusätzlichen Massnahmen ergriffen werden. Die Trendprognose erwartet ein Wachs- tum der PKW-Fahrten von 31% und des LKW- Verkehr von 38% zwischen 2000 und 2020. Am dynamischsten ist der grenzüberschreitende Nahverkehr. Sieben Massnahmenpakete für ein nach- haltiges Verkehrssystem Die erarbeiteten Policy-Pakete betonen in erster Linie den grenzüberschreitenden Aspekt und fordern eine verstärkte Zusammenarbeit, sowohl auf regionaler wie auch auf nationaler Ebene. 1. Grenzüberschreitende Institutionen und Planungsinstrumente: Sie sollen der Gesamtregion ein stärkeres Gewicht geben, eine koordinierte Planung (neue Planungskultur) ermöglichen und eine gemein- same Evaluation von Verkehrsplänen und – projekten sicherstellen. 2. Mobilitätsmanagement Individualverkehr - öffentlicher Verkehr 
(ÖV): Mit neuen gemeinsamen Dienstleistungsange- boten sollen die wachsenden Verkehrsbedürfnis- se effizienter abgewickelt werden. 3. ÖV-Paket für den 
Personenverkehr: Auf Basis der vorliegenden ÖV-Planung sollenMaßnahmen 
für eine signifikante Attraktivitäts- steigerung auf den verschiedenen Fahrplanebe- nen gemeinsam geplant und umgesetzt werden. Ziel ist die verbesserte Einbindung in den inter- nationalen Verkehr, die Vernetzung des regiona- len Städtesystems sowie eine Aufwertung der Naherschliessung über die Landesgrenzen hin- aus. Anzustreben ist vor allem eine verbesserte Einbindung Liechtensteins, unter Berücksichti- gung neuer Verkehrssysteme. 4. Entlastungspaket für 
Siedlungsgebiete: Sinnvolle und in die Gesamtsteuerungskonzepte eingebettete Umfahrungsrouten können die Probleme in den Siedlungszentren lösen. Die Würdigung der heute geplanten Strassenver- kehrsprojekte (v.a. S18 und Letzetunnel) zeigt aber, dass diese den Nachhaltigkeitskriterien nicht umfassend Rechnung tragen können. Es ist nach Alternativen zu suchen. Im Zentrum stehen Alternativen, die die heutige Strassenka- pazität optimal nutzen und auch die ursprüngli- chen Prämissen (Schnellstrassencharakter) hinterfragen. 5. Koordinierte Preispolitik der 
Alpenländer: Das preispolitische Instrumentarium der Schweiz, Liechtenstein und Österreich (z.B. LSVA, Mauten auf den Autobahnen) ist heute unterschiedlich und führt zu unerwünschten Unwegfahrten. Es soll zukünftig derart koordi- niert werden, dass sich die Niveaus sukzessive anpassen und auch den PKW-Verkehr einbezie- hen, so dass Unweg- oder Ausweichfahrten minimiert werden. 6. 
Bahngüterpolitik: Die Infrastruktur für den Bahngüterverkehr (v.a. Anschlussgleise, Terminals) soll derart ausgebaut und in grenzüberschreitende Betriebskonzepte eingebettet werden, dass die Industriewachs- tumspotenziale optimal mit der Bahn erschlossen werden können. 7. EU-weite Steigerung der 
Ökoeffizienz: Die technischen Entwicklungspotenziale zur Steigerung der Ökoeffizienz der Strassen- und Schienenfahrzeuge sollen so schnell wie möglich mit nationalen und EU-weiten Maßnahmen rea- lisiert werden. Dazu gehört auch eine EU-weite CO2Abgabe. Transit beim Zollübergang Hörbranz
        

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