Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
55
Erscheinungsjahr:
2002
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_55/5/
5Verkehrsstudie 
Echte Lösungen vorgeschlagen Studie zum nachhaltigen Verkehr im oberen 
Rheintal Die von Infras erstellte Studie zum nach- haltigen Verkehr im oberen Rheintal wurde am 14. Juni 02 in Vaduz präsen- tiert. Sie spricht es deutlich aus: Die S18 und der Letzetunnel sind keine Lösun- gen für die Verkehrsprobleme. Es wird empfohlen sie nicht zu bauen. Die Ver- kehrsprobleme sind länderübergreifend zu lösen. 1999 wurde die vorliegende Studie als «Trilate- rale Studie» von den drei Regierungen Liech- tenstein, Schweiz und Österreich bei der Infras in Auftrag gegeben. Ziel: Gemeinsam die Ver- kehrsprobleme in der Region analysieren lassen und das Potential für gemeinsame Problemlö- sungen erarbeiten. Später stieg Österreich aus der Studie aus, blieb jedoch mit VertreterInnen in der begleitenden Arbeitsgruppe und stellte Verkehrsdaten zur Verfügung. Die Studie hat den Ist-Zustand des Verkehrs erfasst, eine Trendprognose erstellt, das heisst in Wort und Zahl ausformuliert, was ein weite- res Wachstum für das Verkehrsgeschehen im Rheintal bedeutet, und sie hat Ziele für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung definiert und in diversen Schritten dargelegt, was es braucht sie zu erreichen. S18 und Letzetunnel sind keine Lösung Die S18 und der Letzetunnel müssen reeva- luiert werden, sagt die Studie. Das sind schöne Worte für eine klare Aussage: Diese Projekte sind keine Lösung des Verkehrsproblems, son- dern sie vergrössern die Probleme. Beide Projekte würden jeweils mindestens 5% Neuverkehr induzieren, zusätzlich würde mit Sicherheit eine starke Attraktivitätssteigerung der San-Bernardino-Route stattfinden. Die S18 könnte Strassen und Orte entlasten, das ge- plante Trasse durchquert jedoch ein Gross- raumbiotop (Schweizer und Lauteracher Ried), zerstört so grosse Naturwerte und verletzt damit das Postulat der Nachhaltigkeit. Die Ent- lastungswirkungen des Letzetunnels für Feld-kirch 
sind sehr klein (die Bärenkreuzung würde lediglich um 15% entlastet), eine Reduktion der Emissionsfrachten ergibt sich nicht – das Projekt ist damit nicht gerechtfertigt, oder wie es die Studie sagt: «Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass beide Projekte nicht alle aufgestellten Postulate (der Nachhaltigkeit) erfüllen und zum Teil zusätzliche unerwünschte Konflikte verursachen.» Möglicherweise als Reaktion auf die Studie scheint Strassenbaureferent Hubert Gorbach auf ein neues Pferd zu setzen: Den Ausbau des Pfändertunnels zum zweiröhrigen Tunnel. Am 22. Juli berichtete die VN unter dem Titel «Zweite Pfänderröhre duldet keinen Aufschub» über Gespräche von Gorbach mit der ASFINAG (Bau- und Betriebsfirma für hochrangige Stras- sen in Österreich) und seinem «Traumziel» bis 2005 mit dem Bau beginnen zu können. Der Pfändertunnel sollte ganz bewusst als Pförtner betrachtet werden, welcher die Region Alpen- Rheintal vor einem immensen Verkehrsaufkom- men schützen kann. Dass die Ausbaupläne, welche immer wieder im Gespräch waren, jetzt so aktuell werden, lässt den Schluss zu, dass die drei Projekte S18, Letzetunnel und Pfändertun- nel gegeneinander ausgespielt werden, bzw. mit dem einen Druck für das andere gemacht wird. Die Studie empfiehlt eine angepasstere Lösung: Die Verkehrsfrage und ihre Entwicklung regio- nal in enger Zusammenarbeit zu lösen. Das wäre verantwortungsvolles Handeln an Mensch und Natur. Sieben klare Forderungen und Vorschläge Mit den Analysen und den Vorschlägen der Studie (siehe Kasten) erhalten die Umweltorga- nisationen und Bürgerinitiativen Unterstützung für die eigene Einschätzung der Situation. Nur eine echte Zusammenarbeit in der Region, eine Förderung des öffentlichen Verkehrs und der Verzicht auf weitere Strassenbauten ermögli- chen eine gesunde und nachhaltige Entwick- lung des Verkehrs in der Region.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.