Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
55
Erscheinungsjahr:
2002
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_55/3/
Aktuell in Liechtenstein3Aktuell Mobilfunkantenne in Ruggell Die Verwaltungsbeschwerdeinstanz (VBI) hat die Beschwerde der Mobilfunkbetreiber gegen den Entscheid der Regierung, welche sich für eine Ablehnung des Standortes am Binnen- damm zwischen Ruggell und Bendern aus- sprach, teilweise gutgeheissen und die Sache zurück an die Gemeinde Ruggell verwiesen. Bei der Gemeinde muss nun ein neuer, begrün- deter Entscheid nach Naturschutzgesetz gefällt werden, bzw. ein neuer Standort für die Antenne gesucht werden. Die Lawenarüfi wird verändert In Hochwassersituationen (Landregen bei bereits vorgesättigtem Boden) bringen die Bäche in Balzers und Triesen so grosse Mengen an Wasser, dass der Vorfluter Binnenkanal an oder über seine Kapazitätsgrenzen gelangt. Gewählte Strategie ist, möglichst viel Wasser zurückzuhalten, bevor es in den Binnenkanal und von da in den Rhein gelangt. Diese Strate- gie verlangt den Ausbau von Rüfesammlern, so dass diese als Rückhaltebecken im Hochwasser- fall dienen. Für die Lawenarüfi in Triesen wird dabei zur Zeit ein Projekt ausgearbeitet, wel- ches ermöglichen soll rund 60000 m3Wasser zurückzuhalten. Gleichzeitig würde der Unter- halt des Schlammsammlers vereinfacht und der jetzige Schlammsammler, der sich zu einem Weiher entwickelt hat, davor geschützt, in regelmässigen Abständen vom Schlamm geleert zu werden, wobei jeweils sämtliche Lebewesen gefährdet oder getötet werden. Dennoch besteht Anlass zu Diskussionen und Sorge: Der geplante Ausbau ist ein grosser Ein- griff in Natur und Landschaft, eine Wunde in der Landschaft, die erst nach Jahrzehnten wie- der zuwachsen wird. Durch die grosse Absen- kung des Sammlers – um den nötigen Stau- raum für das Wasser zu erreichen – wird die Landschaft grossflächig umgestaltet. Im Gebiet des Rüfi-Schuttkegels wurde seit Menschenge- denken eingegriffen, um einen Teil des Schutt- kegels (gegen Süden) für die Landwirtschaft nutzen zu können. Der jetzt geplante Eingriff ist jedoch bei weitem drastischer und verändert das Bild der jetzt bekannten Landschaft stark. Die Frage was Landschaft ist, wie ihr Wertermittelt 
werden könnte, was ihre Veränderung bewirkt, bzw. welche Veränderung zulässig oder erträglich ist, das ist eine laufende Diskus- sion. Sie wird wohl immer aktueller werden, je kleiner und damit für Eingriffe sensibler unsere letzten Naturräume werden, je stärker unsere Siedlungen und Nutzungen in die Landschaft hinauswachsen. Es kann nicht sein, dass Hoch- wasserschutz gegen Natur- und Landschaftsin- teressen ausgespielt werden, es kann und darf jedoch auch nicht sein, dass Siedlungen (wegen zu schwachen Raumplanungsgesetzen) einfach wachsen und Lösungen zu ihrem Schutz dann immer auf Kosten von Natur- und Landschaft (oder der Landwirtschaft) gesucht werden müs- sen. Im Interesse unserer Nachkommen und der natürlichen Umwelt sind Planungen und Lösungen mit mehr Weitblick gefragt. Deponie Im Rain, Vaduz Der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) für die Deponie «Im Rain» in Vaduz liegt vor. Der Bericht bezieht sich lediglich auf die Etappe 2, für welche 2.05 ha Wald (9.4% der geschütz- ten Waldfläche) gerodet werden müssen und der Fürstenweg verlegt werden muss. Gewinn: Der Abbau von 675000 m3Kiesmaterial für neue Bauten aus Beton in Liechtenstein und Umgebung. Weder die erste Etappe, d.h. die bestehende grosse Landschaftswunde, noch die dritte Etappe, welche weitere 4.05 ha Wald kosten und einen Gewinn von 1485000 m3 Kiesmaterial bringen würde, sind konkreter Bestandteil des UVB. Seit Beginn des Abbaus 1985 wurden 1375000 m3Kiesmaterial abge- baut, 650000 m3Deponieraum stehen nach beendetem Abbau Ende 2002 zur Verfügung. Die letzten Jahre wurden pro Jahr im Schnitt 42500 m3Material abgelagert, d.h. die vor- handene Kapazität könnte für 15 Jahre das deponierte Material schlucken. Dies wohlge- merkt ohne Anstrengungen, wie Aushub bei der Entstehung zu vermeiden (durch entspre- chende Bauweise) und Material zu recyclen. Eine Abschwächung der Konjunktur oder die Verknappung der Ressourcen Boden und Finanzen für Bauten sind ebenfalls nicht einge- rechnet. Der Abbau in der zweiten Etappe würde weitere rund 500000 m3Deponievolu-Bestehende 
Situation im Schuttsammler der Lawenarüfi, Triesen Kiesentnahme in gros- sem Stil reisst Wunden in die Landschaft
        

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