Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
55
Erscheinungsjahr:
2002
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_55/2/
2VorwortGedankensplitter 
Flutkatastrophen in Deutschland und Öster- reich sind in aller Munde. Sizilien und Süditalien leiden an Wassermangel. Klimamodelle zeigen, dass Südeuropa zur Wüste wird, wenn die Atmosphäre wärmer wird. Grosse Über- schwemmungen durch den Monsun in Indien bedrohen Millionen von Menschen in ihrer Exi- stenz. Wissenschafter fanden Beweise, dass ein wärmeres Klima ganz direkt für stärkere Mons- unregen verantwortlich ist. In der Arktis gefährden wärmere Winter die Eisbären, weil das Eis, das den Bären als Jagdfläche dient, dünner ist und früher schmilzt. Ihre Jagdsaison wird stark verkürzt, die Eisbären können sich weniger Reserven anfressen, müssen mit ihren Jungtieren früher auf Wanderschaft gehen und können diese nicht genügend lange säugen. Das Kyoto-Protokoll ist das zur Zeit einzige Instrument um die Klimaerwärmung einzudäm- men. Hauptsächlich die am Ausstoss von Kli- magasen verantwortlichen Industrienationen werden durch das Protokoll verpflichtet, diese Emissionen zu reduzieren. Dies gilt nicht für die USA. Sie haben unter Präsident Bush das Abkommen nicht unterzeichnet. Die Bush- Administration setzt weiterhin auf fossile Ener- gien, erlaubt die Suche nach neuen Ölvorkom- men in Nationalparks in Alaska und entsorgt Atommüll in für Indianer heiligen Bergen in Nevada. Vom 26. August bis 4. September findet in Johannesburg (Südafrika) der Weltgipfel für eine nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development [WSSD]) statt. 10 Jahre nach Rio ist die Welt weit davon ent- fernt den Kriterien der Nachhaltigkeit zu entsprechen und diesen verpflichtet zu wirt- schaften und zu handeln. Die UNEP (United Nations Environment Pro- gramme) formuliert auf ihrer Website Ziele für Johannesburg: In Bezug auf den WSSD und die Zukunft, sollten wir uns an die Vision der Minister-Erklärung von Malmö (Jahr 2000) erinnern, die folgendes hervorhebt: «Zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts haben wir die menschlichen und materiellen Ressourcen zur Verfügung um nachhaltige Entwicklung zu erreichen, nicht mehr als ein abstraktes Kon-zept 
sondern als konkrete Wirklichkeit. Die Entwicklungen in der Produktions- und Informationstechnologie, das Auftauchen einer jungen Generation mit einem klaren Sinn für Optimismus, Solidarität und Werte; Frauen, die sich ihrer Situation immer mehr bewusst werden und eine zunehmend aktivere Rolle in der Gesellschaft spielen – all dies weist auf das Hervortreten eines neuen Bewusstseins hin. Wir können die Arbeitslosenzahl bis 2015 zur Hälfe reduzieren [...], wir können die Sicher- heit der Umwelt durch frühzeitige Warnungen schützen, wir können die Umwelt-Aspekte besser in die Wirtschaftspolitik integrieren, wir können Rechtsmittel besser koordinieren und wir können die Vision von einer Welt ohne Slums realisieren. Wir bekennen uns dazu, diese gemeinsame Vision zu realisieren.» Diese Vision der Möglichkeiten und des Opti- mismus soll uns zum WSSD leiten und darüber hinaus. Die Unterzeichnung der Alpenkonventionspro- tokolle durch Liechtenstein am 18. April 2002, durch Österreich am 10. Juni 2002 und durch Deutschland am 12. Juni 2002 ist ein positives Zeichen für Schritte hin zu einem echten und tiefgreifenden Schutz unserer Umwelt, in diesem Fall unserer allernächsten Umwelt – der Alpen. An der Unterzeichnung der Protokolle haben Nichtregierungsorganisationen (NRO) in allen Alpenländern grossen Anteil. Die Frage, welche Rollen NRO als Teil und Vertreter der Öffent- lichkeit einnehmen, welche Legitimation, Erfol- ge und Restriktionen sie haben, ist Thema der diesjährigen Jahresfachtagung der CIPRA vom 12. bis 14. September in Schaan (siehe Seite 1). Sie sind herzlich dazu eingeladen! Alexander Hauri Informationen zum Umweltgipfel: www.unep.org www.johannesburgsummit.org Informationen zur Alpenkonvention: www.alpenkonvention.org 
Rhonegletscher um 1930 im Vergleich zu 2001. Siehe www.gletscherarchiv.de Quelle/Copyright: 
Gesellschaft 
für 
ökologische 
Forschung 
e.V.Quelle/Copyright: Gesellschaft 
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Forschung e.V.
        

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