Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
54
Erscheinungsjahr:
2002
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_54/8/
8InterviewBerggebietsentwicklung 
in Kirgistan Interview mit Regula Imhof. Das Gespräch führte Alexander Hauri. Für wen arbeitest Du und welches sind die Ziele Eurer 
Arbeit? Das Programm bei dem ich arbeite heisst CAMP, eine Abkürzung für Central Asian Mountain Partnership. Das Projekt wird von der DEZA finanziert und implementiert vom Centre for Development and Environment (CDE) des geografischen Instituts der Uni Bern. Im Zentrum steht die nachhaltige Berggebiets- entwicklung. In unserem Team arbeiten Perso- nen aus Kirgistan, Tadschikistan, Kasachstan und der Schweiz. In den genannten drei Län- dern Zentralasiens führen wir Projekte durch, das Hauptgewicht liegt in der ersten Phase bei Kirgistan. CAMP ist ein Langzeitprojekt von 10 bis 15 Jahren und wurde im Jahr 2000 gestartet. Der Ansatz liegt auf der Ebene der Gemeinden und Haushalte, es ist basisorien- tiert. Das Ziel der nachhaltigen Berggebietsent- wicklung wollen wir mit mehreren Handlungs- linien erreichen. Als ersten Bereich sind Forschungsarbeiten im Rahmen der nachhaltigen Nutzung von Res- sourcen zu nennen. Zu den Ressourcen zählen wir Land, Wasser, Energie aber auch Land- schaft, Flora und Fauna oder die Gastfreund- schaft der Bevölkerung. In rund zehn Projekten werden die vorhandenen Ressourcen erfasst, beurteilt und der mögliche Umgang damit er- arbeitet. Beispiele dazu sind Studien über Haus- halte. Sie sollen Auskunft geben, welche Mittel ihnen zur Verfügung stehen, welchen Zugang zu Ressourcen sie haben und welche Bedeu- tung Netzwerke haben. Der zweite Bereich ist die Produktentwicklung und -vermarktung. Das ökonomische Potential eines Produkts wird erhoben, dann müssen die Produkte hergestellt und abgesetzt werden. Wir unterstützen die ProduzentInnen in allen Schritten. Zuerst wo notwendig durch Know- How-Vermittlung und organisatorische Unter- 
Sechs Jahre lang betreute und gestaltete Regula Imhof die LGU als Geschäftsführerin. Seit dem Juni 2001 arbeitet sie für die DEZA (Direktion für Entwicklungszusammenarbeit [Schweiz]) in Kirgistan. Im Gespräch erzählte sie über ihre Arbeit in Kirgistan und zog ein paar Vergleiche zu Liechtenstein.stützung, 
z. B. bei den Transportmitteln, aber auch durch Organisationsentwicklung. Ziel- gruppen sind kleine Produktionseinheiten, wie Haushalte oder kleine Gemeinschaften. Die Bergbevölkerung soll dadurch die Möglichkeit bekommen mehr und diversifizierteres Ein- kommen zu erwirtschaften und damit mehr Sicherheit erhalten. Eine dritte Schiene auf der alle anderen Erfah- rungen integriert werden, ist die Dorfentwick- lung. In Workshops werden die Ressourcen des Dorfes erfasst. Es wird erhoben, was die Dorf- bevölkerung mit ihren Ressourcen macht, welche Probleme sie hat und welche Lösungs- möglichkeiten vorhanden sind. Sehr wichtig sind dabei der Prozess an sich wie auch demo- kratische Spielregeln. Als zweiter Schritt folgt dann die Planung: Was soll mit den Ressourcen getan werden und was braucht es dazu? Das kann eine neue Verteilung von Land sein oder der Aufbau von zusätzlichen Entscheidungs- strukturen im Dorf. Der dritte Schritt ist mit den Dörfern erste Schritte der Dorfentwicklung durchzuführen. Weiter wollen wir ein Gemein- denetzwerk aufbauen. Die vierte Handlungslinie ist der Politikdialog. Darin geht es um die Sensibilisierung für Berggebietsthemen und den Aufbau von Struk- turen, welche eine territoriale Berggebietspoli- tik vertreten. Noch viel mehr als in Europa feh- len hier interdisziplinäre und intersektorielle Ansätze in der Politik. CAMP vertritt auf der lokalen, nationalen und regionalen Ebene eine Politik, welche sich von der sektoriellen Be- trachtung lossagt und sich auf die Berggebiete Zentralasiens konzentriert. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist dabei die Kommunikation. CAMP hat unter anderem eine Internetseite und einen Newsletter. Im Jahr 2002 läuft zusätzlich das Spezial-Pro- gramm «Dom Gor» zum Jahr der Berge. Es geht um die Sensibilisierung für all die Proble- me in den Berggebieten. Dom Gor ist sowohl ein Ort wie auch ein Pro- gramm. Als Ort ist es ein Haus in Bishkek, in dem Ausstellungen, Veranstaltungen, Diskus- sionen usw. stattfinden. Innerhalb des Pro- gramms finden das ganze Jahr über Veranstal- tungen statt. So z.B. das Wegräumen des Mülls aus Bächen mit Schulkindern, ein Workshop 
CAMP arbeitet für eine nachhaltige Berg- gebietsentwicklung in Kirgistan
        

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