Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
50
Erscheinungsjahr:
2000
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_50/6/
6EinblickEin 
Beitrag des Verkehrs-Club des Fürstentums Liechtenstein 
VCL Nachhaltige Entwicklung statt Strassen- bau und Mehrverkehr PolitikerInnen nehmen das Wort «nachhaltig» gerne in den Mund oder schreiben es in Partei- programme. Leider wollten aber nur 17 Land- tagsabgeordnete (19 wären nötig gewesen) in der Verfassung verankern, dass unser Verkehrs- wesen eine auf Dauer tragbare Mobilität zum Ziel hat unter Berücksichtigung der wirtschaftli- chen Leistungsfähigkeit, der sozialen Verträg- lichkeit und des ökologischen Gleichgewichts. Ist nun eine Volksinitiative nötig? Die Belastung durch den Verkehr sollte auf ein Mass begrenzt werden, das für Menschen, Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume erträglich ist. Nach Ansicht des VCL-Vorstands muss diese Belastung nicht nur begrenzt, sondern sogar reduziert werden. Verkehrsmittelwahl mit Kopf fürs Herz Heute ist das Verkehrssystem bei uns auf das Auto ausgelegt. Deshalb wird das Auto auch für viele Wege eingesetzt, die mit anderen Verkehrsmitteln sinnvoller zurückgelegt werden könnten. So liegen etwa 10% der Distanzen aller Autofahrten zwischen 0–1 km, weitere 10% zwischen 1–2 km und weitere 10% zwi- schen 2–3 km. Etwa 30% der Autofahrten sind also Fussgänger- und Velo-Distanzen. Etwa 50% aller Autofahrten sind höchstens 5km weit und etwa 67% höchstens 10 km. 
Verkehrsmittelwahl mit Kopf und Herz Das Auto ist zwar ein sehr bequemes und flexibles Verkehrsmittel, wird aber häufig mit wenig «Kopf» eingesetzt. Bewusste Verkehrs- mittelwahl – den wirklichen Bedürfnissen des zurückzulegenden Weges angepasst – be- deutet: Viel häufiger Wege zu Fuss gehen, mit dem Fahrrad sowie dem öffentlichen Verkehr oder in Fahrgemeinschaften zurücklegen. Dies bringt jeder einzelnen Person emotionale, gesundheitliche und finanzielle Vorteile. Nachhaltige Entwicklung: Taten statt Worte Wenn «Nachhaltige Entwicklung» keine Wort- hülse bleiben soll, muss Jede und Jeder bei sich selbst und der persönlichen Verkehrsmittelwahl anfangen. Dabei darf die Vorbildfunktion nicht unterschätzt werden. Die Politik ist mit Förderungsmassnahmen gefordert, wie: Direkte und attraktive Fuss- verbindungen; durchgehende zentrumsnahe Radwege und überdachte Veloständer nahe bei den Eingängen; Tempo 30 innerorts für Wohnquartiere und Gefahrenstellen; weitere Qualitätssteigerung im öffentlichen Verkehr, im Land und grenzüberschreitend. Die Politik muss sich jedoch auch zu Lenkungs- massnahmen durchringen, wie: Kilometer- und leistungsabhängige Motorfahrzeugsteuer; Parkplatzbegrenzung auf höchstens 50% der Beschäftigten; konsequente Parkplatzbewirt- schaftung und den Verzicht auf den Bau von Umfahrungsstrassen. 
Ein Mass für die Mobi- lität ist die Anzahl der zurückgelegten Wege. Im Durchschnitt beträgt die Zahl der Wege pro Tag etwa 3.5 und der Zeitaufwand dafür etwa 1 Stunde. Die Zahl der Wege und der Zeitauf- wand sind über Jahr- hunderte fast konstant geblieben. Geändert haben sich die Ver- kehrsmittel. Die zurück- gelegten Distanzen sind grösser geworden. Die Mobilität ist gleich geblieben. Auf dem Bild: Max Mannhart (links) und Christian Heeb (rechts).Photo: VCL
        

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