Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
42
Erscheinungsjahr:
1998
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_42/12/
Ausschneiden und einsenden an: LGU, Im Bretscha 22, 9494 Schaan 
Resolution für die Einrichtung und Bewahrung einer «Gentechnikfreien Zone Alpen» verabschiedet vom Präsidium der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA am 1. 2. 1998 in Vaduz, Fürstentum Liechtenstein Die CIPRA (Internationale Alpenschutzkommission) fordert die Europäische Union, die Regierungen der Alpenstaaten und ihrer Regionen sowie die Interessenvertretungen dringend auf, alles zu unternehmen, um die Alpen von Freisetzungen gen- technisch veränderter Organismen freizuhalten. Die CIPRA unterstützt einschlägige Aktivitäten auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Mit der Alpenkonvention, die am 7. November 1991 unterzeichnet und mittlerweile von den meisten Alpenstaaten und der EU ratifiziert wurde, haben sich die Vertragspartner zu einer ganzheitlichen Politik zur Erhaltung und zum Schutz der Alpen, zur umsichtigen, nachhaltigen Nutzung der alpinen Ressourcen und zum Ergrei- fen geeigneter Massnahmen verpflichtet. Eine derartige integrale Politik für Schutz und nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes steht in massivem Widerspruch zum Einstieg in neue Risikotechnologien wie die Gentechnik. Die Anwendung der Gentechnik im Bereich der Landwirtschaft schafft mehr Probleme, als sie zu lösen vorgibt, von der fehlenden Sozialverträg- lichkeit 
bereits im Vorfeld bis zu den ungeklärten Risiken. Die Verpflichtungen aus der Alpenkon- 
vention gelten für den gesamten Alpenraum - blosse Insellösungen, wie ein Freihalten der hochalpinen Bereiche oder bestimmter Schutz- gebiete von Freisetzungen, stehen dazu offen- kundig im Widerspruch. Einzige Chance der Berglandwirtschaft in Pro- duktion und Vermarktung selbst ist eine Qua- litätsstrategie. Diese würde bei Anpassung an globale agro-industrielle «Standards» wie die Gentechnik zusätzlich unter Druck kommen. Besonders gefährdet wäre die Biolandwirtschaft, die Qualitäts- und Umweltstandards optimal ver- bindet. Zugleich geriete die Kulturlandschaft ebenso verschärft unter Druck wie die geneti- sche Vielfalt. Es geht bei der Gentechnik nicht um bessere Lebensmittel, nicht um mehr Umweltschutz, nicht um mehr finanziellen Ertrag für die Erzeu- ger. Sondern es geht um Ertragssteigerung in Zeiten der Überproduktion, um Absatzsicherung für Herbizide, Pestizide und Fungizide, um den Profit weniger Konzerne auf Kosten der Bevöl- kerung, der umweltgerecht produzierenden Landwirtschaft und der Natur. ■
        

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