Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
4
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_4/2/
LGU-Mitteilungen 
Oktober 1987 Umweltbericht Nr. 22 
Deponie Limseneck? Thema «Boden» In Kürze wird der Umweltbericht Nr. 22 der LGU erscheinen und an alle Haushal- tungen verschickt. Diese Ausgabe ist dem Thema Boden gewidmet. Es wird an die Bodenausstellung der LGU im Rahmen der Europaratskampagne «Landleben» angeknüpft. Die einzelnen Beiträge be- handeln: Rückblick und Zusammenfas- sung der Ausstellung «Boden — 
bedrohte Lebensgrundlage?», Boden und Land- wirtschaft, Bodenerosion, Kulturlandver- lust und Ernährungsbasis Liechtensteins, Bodenrecht, Bodenlebewesen, Zustand der Waldböden, Boden und Bergland- wirtschaft. Literaturhinweise runden die Ausgabe ab. Tunnelsanierung Eine vernünftige Lösung Nach der Abstimmung in Triesenberg über die Tunnelsanierung bzw. die dies- bezügliche Bodenabtretung zeichnet sich nunmehr eine vernünftige Lösung ab. Vermutlich wird für die Werkleitungen 'ein eigener Werkstollen gebaut. Der Ver- kehr wickelt sich daher wie gehabt in der bestehenden und unveränderten Tunnel- röhre ab. Eine Lichtsignalanlage wird möglicherweise das Kreuzen grosser Fahrzeuge erleichtern. Damit ist eine Lösung gefunden worden, die allen Interessen gerecht wird. Dazu gebührt allen Beteiligten der Dank. Tennisplätze in Ruggell Standortwahl überdenken In Ruggell sollen Tennisplätze errichtet werden. Es ist bekanntgeworden, dass bei der Suche nach einem geeigneten Standort die Rheinau zwischen dem Ka- nal und dem Rheindamm auf der Höhe des Sportplatzes bestimmt werden sollte. Auf dem Standort fand kurz vorher ein Holzschlag mit dem Ziel, eine naturnahe Wiederaufforstung vorzunehmen, statt. Die LGU hat sich an die Verantwortli- chen und an die Öffentlichkeit gewandt, um die Wahl eines anderen Standortes zu bewirken. Die Auwälder gehören zu den- jenigen Lebensräumen, die am ehesten von Vernichtung bedroht sind. Die ehe- mals in unserer Tallandschaft weit ver- breiteten Auwälder sind auf wenige Rest- bestände zusammengeschrumpft, welche unbedingt zu schützen und erhalten sind. 
Gemeindeinitiative mit Fragezeichen Das Land plant eine Deponie für nachbe- handelte Schlacke aus der Kehrichtver- brennungsanlage Buchs und für verfestig- te Hydroxidschlämme im Steinbruch Limseneck in Ruggell. Weitere Rückstän- de aus der Kehrichtverbrennung, zu de- ren Übernahme sich die liechtensteini- schen Gemeinden gegenüber dem Verein für Abfallbeseitigung verpflichtet haben, sollen auf Schaaner Gemeindegebiet ab- gelagert werden. In Ruggell ist eine Gemeindeinitiative zu- standegekommen, deren Ziel darin be- steht, allein Rückstände des Kehrichts von Ruggell' und Schellenberg auf Rug- geller Gemeindegebiet anzunehmen. Wird die Initiative angenommen, besteht die Gefahr, dass Einzellösungen ange- strebt werden. Obwohl es sich bei dem Deponiegut, das für Limseneck vorgese- hen ist, um ungefährliche Stoffe handelt, sollen möglichst weitgehende Sicherheits- vorkehrungen getroffen, 
 werden, die ent- sprechende Kosten verursachen. Wenn das Deponieproblem gemeindeweise ge- löst wird, fallen unverhältnismässige Ko- sten an, die die Gefahr in sich birgen, dass zweitrangige Lösungen gesucht wer- den. Eine gewisse Zentralisierung ist da- her im Interesse des Umweltschutzes ge- boten. Rheinkraftwerke Kampagne läuft auf Hochtouren Das Projekt Rheinkraftwerke ist in jüng- ster Zeit mehrfach öffentlich thematisiert worden. Die LGU ist Ende März mit einer Kritik am Pflichtenheft für die Ab- klärung der Umweltverträglichkeit der Rheinkraftwerke an die Zuständigen her- angetreten. Eine entsprechende Mittei- lung ist in der Presse erschienen. Im Au- gust hat die LGU anlässlich des 2. Rhy- Fäschts wiederholt auf die negativen öko- logischen Auswirkungen der geplanten Rheinkraftwerke hingewiesen. Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) sind jetzt ebenfalls publizistisch in Erscheinung getreten. In mehreren öf- fentlichen Stellungnahmen verteidigen sie das Projekt Rheinkraftwerke, verspre- chen die gründliche Abklärung aller offe- nen Fragen und führen den steigenden Stromverbrauch als Argument für die Rheinkraftwerke an. 
Generell muss festgehalten werden, dass es praktisch unmöglich sein wird, das Verhalten der Rheinkraftwerke auf das Grundwasser vorabzuklären. Ferner darf auch nicht übersehen werden, dass die Stromerzeugung der Rheinkraftwerke vor allem in den Sommermonaten erfol- gen würde, in denen ohnehin keine Stromknappheit zu erwarten ist. Die Be- darfsspitzen im Winter könnten daher nur geringfügig abgeschwächt werden. Energieberatungsstelle LKW verstärkt Bemühungen zum Stromsparen Die Zukunft liegt im Stromsparen. Hierin sind sich LKW und LGU einig. Wie wir dem internen Mitteilungsblatt der LKW entnehmen konnten, soll künftig auf den Stromrechnungen der Vorjahresver- brauch notiert werden. Die Konsumen- tinnen und Konsumenten können dann ablesen, ob sie mehr oder weniger Strom verbraucht haben. Einen weiteren Schritt haben die LKW unternommen, indem sie Herrn. Hans Frommelt mit den Funktionen eines Energieberaters ausstatten. Hans From- melt ist Vorstandsmitglied der LGU. Für seine zukünftige Tätigkeit wünschen wir ihm viel Erfolg. Sässweg Erschliessung des Ronawaldes erfolgt Die geplante Erschliessung des Ronawal- des ist von der LGU zum Anlass genom- men worden, um einmal ausführlich die Haltung zu Walderschliessungen darzule- gen. Die diesbezügliche Stellungnahme ist in den Landeszeitungen publiziert worden. Für den Ronawald musste zu- sammenfassend die Feststellung getroffen werden, dass es sich um einen Grenzfall der Erschliessung handelt, die aber aus der Sicht des Natur und Umweltschutzes eher abzulehnen ist. Inzwischen hat die Regierung das betref- fende Waldareal im Steg besichtigt. Nach Auskunft des zuständigen Regierungs- mitgliedes, Dr. Herbert Wille, befürwor- tet die Regierung den Bau des Sässweges, der den Ronawald als Basiserschliessung erfassen soll. Die LGU wird sich weiterhin zum Bau von Wald- und Alpstrassen kritisch äus- sern, sofern der Bau nicht stichhaltig ge- nug begründet werden kann.
        

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