Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
1997
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_39/3/
30. Jahrestreffen der Nationalen Umwelt- agenturen in Strassburg 
Der Ausbau der Sportanlage Vaduz wurde von Land und Gemeinde entge- gen den Empfehlungen der Arbeits- gruppe für die Überarbeitung des Sportstättenkonzeptes beschlossen. Die Arbeitsgruppe befürwortete unter anderem aus der Sicht des Sportes und auch der Landesplanung den Ausbau einer bestehenden Sportstätte zur mul- tifunktionalen Anlage, wobei den Sportplätzen Schaan und Eschen/Mau- ren der Vorzug gegeben wurde. Sie kam ferner zum Ergebnis, dass der Bau von 2000-3000 fixen Tribünenplätze aus- reicht. Diese könnten für Grossanlässe mit 1000-1500 mobilen Tribünenplätzen ergänzt werden. Somit widerspricht nicht nur der Ausbau der Sportanlage in Vaduz als solcher, sondern insbeson- dere die fixe Errichtung der geplanten rund 4000 Tribünenplätze eindeutig dem Sportstättenkonzept. Die Vorgangsweise von Land und Ge- meinde Vaduz widerspiegelt in bezug auf den Naturschutz eine opportunisti- sche Haltung. Flächen. Objekte und Landschaften sollen nur solange ge- schützt werden bzw. gelten nur solange als schützenswert, als nicht darauf ge- baut werden soll. So werden Stück für Stück Rückzugsflächen für viele seltene Tiere und Pflanzen wirtschaftlichen und politischen Interessen geopfert. Die Behörden sind für die Umsetzung des Gesetzes verantwortlich. Kommen Land und Gemeinde ihrer Pflicht (Art. 3 des Naturschutzgesetzes) nicht nach, so bestehen mehrere Rechtsmittel (Be- schwerde, Anzeige usw.) um die Behör- den an ihre Pflichten zu «erinnern». Die ,LGU hat mit der Einreichung der Beschwerde und der Anzeige die ihr zustehenden Rechtsmittel angewandt. Schlussfolgerungen Das Verfahren ist noch hängig. In die- sem Verfahren wird ein Präjudiz ge- schaffen, das Aufschluss darüber geben wird, welchen Wert das Naturschutzge- setz und die darin erwähnten Inventare in Zukunft haben und wie mit be- schwerdeberechtigten Organisationen umgegangen wird. Die LGU fordert den konsequenten Vollzug des Natur- schutzgesetzes, das heisst die Interes- senabwägung, die Anordnung von Er- satzmassnahmen und des landschafts- pflegerischen Begleitplanes usw. So- bald die Entscheidung der Regierung bezüglich der Beschwerde vom Juli 1997 vorliegt, entscheidet der Vorstand über das weitere Vorgehen. 
Erstmals fand 1997 das Jahrestreffen der nationalen Umweltagenturen in Strassburg zu einem konkreten Thema statt. Die Medien und deren Einbezug in den einzelnen Ländern rückten ins Zentrum der beiden Tage. Es waren verschiedene Fachpersonen eingeladen, die ihre Konzepte und Projekte vor- stellten. Liechtenstein war durch die Geschäftsführerin der LGU vertreten. Das 30. Jahrestreffen der nationalen Umweltagenturen in Strassburg wurde generell als Erfolg gewertet und liess einen neuen Schwung nicht verkennen. Der Einbezug der Medien in Umweltkampagnen Der Einbezug der Medien in Umwelt- kampagnen war einer der wichtigen Aspekte, die behandelt wurden. Erfahrungen der norwegischen Regie- rung im Zusammenhang mit dem Europäischen Naturschutzjahr 1995 zeigen, dass die Informationsstrategie zur Nachhaltigkeit und Biodiversität wenig Erfolg zeigte, da diese Begriffe zu komplex sind. Lösungsansätze sieht Sylvi Ofstad, Verantwortliche für den Informationsdienst des Umweltmini- steriums von Norwegen in der lokalen Agenda 21, dem Einbezug der Ge- meinden, in der Anknüpfung von Um- weltbelangen an andere Themen (Ge- sundheit, lokale Wirtschaft, Arbeit, So- ziales usw.) oder auch in der intensi- veren Kommunikation zwischen Nicht- regierungsorganisationen und der Ver- waltung. Um Erfolg zu haben müssen Projekte und Aktionen konkret sein, lokal und spannend. Ein Programm zum Schutz des kulturellen Erbes hatte in Norwegen mehr Erfolg als das Eu- ropäische Naturschutzjahr. In diesem Programm wurden aber viele Natur- schutzthemen angeschnitten. Internet Immer mehr Umweltorganisationen kommunizieren über Internet. Die grösste Stärke von Internet ist die 
In- teraktivität. Die Interaktivität erlaubt eine bis heute einmalige Verbindung von Weltweitem und Lokalem. So ist es heute möglich, direkt Aktio- nen oder Veranstaltungen über Inter- net zu übertragen oder direkt von Konferenzen Neuigkeiten oder Be- 
schlüsse zu übermitteln. Greenpeace bietet ein Quiz für Kinder auf Internet an, oder fordert die Menschen auf, Faxe direkt an Politiker zu schicken. Kampagnen können ergänzend über Internet laufen. Eine Seite auf Internet ist dann sinn- voll, wenn die gewünschte Zielgruppe angesprochen werden kann. Bis heute ist es allerdings sehr schwierig abzu- schätzen, welche Personen Internet verwenden und wie effizient Informa- tionen im Umweltbereich über Inter- net verbreitet werden können. Meh- rere Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Hauptgruppe. die sich für Internet interessiert männlich, weiss, rund 30 Jahre alt, gut ausgebildet und politisch aktiver als der/die Durch schnittsbürgerIn  ist. Weltweit benut- zen heute rund 45 Millionen Men- schen und allein in Europa rund 9 Millionen Menschen Internet. Seit Herbst 1996 unterhält die LGU eine Internetseite mit aktuellen Beiträgen zu verschiedenen Themen (Letzetunnel, Gentechpetition, Daten über die LGU usw.) Internet:  http://www.lol.li/lgu_cipra 
  Junge Reporter für Europa Philippe Saugier, Koordinator der Eu- ropäischen Stiftung' für Umwelterzie- hung stellt die Kampagne «Junge Re- porter für Europa» vor. Gestützt auf ein Netz von Europäischen Schülerin- nen (14- bis 20jährig) werden Missio- nen zu wissenschaftlichen, technologi- schen oder politischen Themen organi- siert. Die Resultate der Mission werden jeweils über Internet verbreitet. Die Ju- gendlichen machen Interviews mit Ak- tiven, interpretieren diese und schrei- ben auch Artikel in lokalen Zeitungen. Das Programm dauert jeweils ein Jahr, beginnt mit der Ausarbeitung des Pro- jektes führt zu den konkreten Missio- nen und wird begleitet von themati- schen Foren. Es werden auch Ausbil- dungswochen für Lehrer angeboten. Die einzige Bedingung für eine Teil- nahme ist die Mitgliedschaft des Hei- matlandes beim Europarat. Bis heute beteiligte sich niemand aus Liechten- stein an dieser Kampagne. Interes- sierte Schülerinnen aus Liechtenstein können sich für weitere Informationen an die LGU wenden.
        

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