Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
38
Erscheinungsjahr:
1997
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_38/4/
Ökologische Geldanlagen Ökologische Geld- anlagen Die Qualität und Ernsthaftigkeit der im Folgenden erwähnten Anbieter konnte durch die LGU selber nicht überprüft werden. Die erwähnten Namen sind auch nicht im Sinne einer Empfehlung zu ver- stehen, sondern zeigen lediglich auf von welchen Seiten momentan Informationen verfügbar sind. In Liechtenstein ist es bis heute äusserst schwierig Ökologische Geldanlagen zu tätigen. Der Stand der Dinge steckt in der sogenannten «Huhn- Ei-Diskussion». Macht es Sinn Möglich- keiten für Ökologische Geldanlagen an- zubieten wenn keine Nachfrage besteht? Oder können Interessierte in Liechten- stein keine ökologischen Geldanlagen tätigen, weil kein Angebot vorhanden ist? Personen, die an Ökologischen Geldan- lagen interessiert sind, haben aber auf jeden Fall die Möglichkeit durch ihre An- frage an die heimischen Banken ihr Inter- esse kundzutun und somit mittelfristig das Angebot zu beeinflussen. Ein Beitrag von Raphael Imhof Von den einen werden sie als Idealisten verschrien, die anderen bezeichnen sie als Wegbereiter für ein zunehmendes Öko- und damit Zukunftsbewusstsein im Anla- gebereich: Die Anleger, die nicht mehr nur eine hohe Rendite als höchstes der Gefühle betrachten sondern ihr Geld nach ethischen, ökologischen, sozialen oder kulturellen Kriterien investieren. Die Broschüre «Damit ihr Geld grün bleibt» von der Stiftung für Konsumen- tenschutz beschreibt sie 'als Menschen, die ihr «Geld nicht auf Kosten ihrer Kin- deskinder anlegen wollen» und betont, dass «mit Geld Natur zerstört werden, aber mit Geld die Natur auch von der Zerstörung bewahrt werden kann». Damit wird zugleich die häufig gestellte Frage nach dem grundsätzlichen Wider- spruch zwischen Okonomie und Ökolo- gie kurz und bündig beantwortet. Tessa Tenant, britische Lebensversiche- rung NPI, beantwortet die Frage nach ökologischen Anlegern mit den Worten «ethisches Anlegen ist nicht Idealismus sondern grundlegender Pragmatismus, Ich kann mir nichts absurderes vorstellen, als in Unternehmungen zu investieren, die unsere Zukunft verschlechtern». Welche Bereiche der Wirtschaft eignen sich für ökologisches Investieren? 
Auf diese Frage kommt vielen spontan der Energiebereich mit Wind- und Solar- kraftwerken in den Sinn. Nach Max Deml, Forschungsinstitut für ethisch-öko- logische Geldanlagen mit Sitz in Wien, ist der Energiebereich trotz seiner Bekannt- heit ein kleiner Markt für ökologische Investoren. Als weit wichtigeren Markt be- zeichnet er die Umwelttech- nologie mit den Sparten Ab- wasser, Entsorgung, Trink- wasseraufbereitung, Filter- anlagen, usw. Für ökologisch orientierte Anleger sind nicht nur die genannten Be- reiche von Bedeutung, sind doch in vielen anderen Branchen der Wirtschaft ökologische Marktführer zu finden, die nach einem etwas weiter ge- fassten Ökologiebegriff als Anlageob- jekte von Interesse sein können. Wer bietet ökologische Anlagemöglich- keiten an und welche Ziele stecken dahin- ter? Für die einen geht es darum neue Wege zu gehen und bei der Auswahl der Anla- gemöglichkeiten ethisch-ökologische Kri- terien zugrunde zu legen, für die anderen ist ökologisches Investment ein Zusatzge- schäft mit grüner Marketing-Strategie. Die SKS unterscheidet in ihrer Broschüre «Damit ihr Geld grün bleibt» zwischen radikalen und pragmatischen Anbietern. Radikale verlangen eine grundsätzliche Veränderung des Verhaltens mit Ein- schränkungen und Entbehrungen, stellen das Wirtschaftssystem in Frage- und mis- strauen technischen Möglichkeiten zur Lösung von Umweltproblemen. Pragma- tiker vertrauen auf Umwelttechnologien, ihr Ökologieverständnis ist naturwissen- schaftlich-technologisch und sie verlan- gen keine grundsätzlich veränderten Ver- haltensmuster. Unternehmen können auch nach ihrem Angebot unterschieden werden: Hat der Anbieter ein umfassendes Ökologiever- ständnis? Bietet das Unternehmen ÖkoKonten  an, die sich in Form von günstige- ren Kreditkonditionen für ökologische Projekte und Unternehmen auswirken? Wie steht es um die Publikation von ver- gebenen Krediten, um den Anleger zu in- formieren was mit seinen Geldern ge- schehen ist? Werden bei der Kreditver- gabe ökologische Kriterien miteinbezo- gen? Neben Banken bieten vermehrt auch Ver- sicherungsgesellschaften und Vermögens- verwaltungen ökologische Produkte an. 
In der Schweiz ist im Bereich der ökologi- schen Banken vor allem die Alternative Bank Schweiz AG bekannt. Sie bietet ausschliesslich ökologische Bankge- schäfte an. Sie entstand aus der Idee wirt- schaftliche, ökologische, sozialpolitische und kulturelle Prinzipien zu vereinigen und wird nach dem Kostendeckungsprinzip geführt. Entgegen den Er- wartungen aus Finanzkrei- sen war sie in den vergange- nen Jahren sehr erfolgreich tätig (auf 1995 Wachstum der Bilanzsumme um 50%). Mit der Aufhebung des   Bankgeheimnisses in Bezug auf die vergebenen Kredite (Kreditnehmer und Zweck des Kredits werden veröf- fentlicht) sollen die Anleger über die Ge- schäfte der ABS informiert werden. In der Schweiz ebenfalls bekannt ist die VTZ Versicherungstreuhand Zürich AG. Das Ziel der VTZ ist einer nachhaltigen Wirtschaft mit Investitionen in zukunft- staugliche, umweltschonende Technolo- gien, Produkte und Dienstleistungen zum Durchbruch zu verhelfen. Ihr Angebot an Finanzdienstleistungen ist sehr weit ge- fasst: Sie bietet neben Beratungen für Einzelpersonen, Vermögensverwaltung und Öko-Screening auch Unternehmens- beratung Klein- und Mittelbetriebe an - alles unter Berücksichtigung von ökologischen  Prinzipien. Welche Möglichkeiten bestehen für öko- logische Investitionen? Ökologisch orientierten Anlegern sind in Bezug auf Finanzdienstleistungen fast keine Grenzen mehr gesetzt. Es gibt be- reits für sehr viele konventionelle Bank- geschäfte ein ökologisches Pendant. Bei der Alternativen Bank Schweiz werden u. a. öko-Kontokorrent-, öko-Einlage-, öko- Lohnspar-, öko-Spar- und öko-Anlage- konten angeboten. Dies sind zweckge- bundene Anlagen, die von der ABS in ökologisch vertretbare Unternehmen und Projekte in Form von Krediten mit gün- stigen Konditionen reinvestiert werden. Andere Möglichkeiten Geld unter ökolo- gischen Gesichtspunkten anzulegen sind z. B. öko-Fonds, -Obligationen, -Festgel- der oder -Anleihen. Welche Aktien, Obli- gationen, Fondsanteile, usw. in einen Öko-Fonds  aufgenommen werden unter- liegen bei den verschiedenen- Anbietern ganz unterschiedlichen Kriterien. Die Credit Suisse Group verwendet bei der Auswahl von Titeln für den öko-Fonds Öko-Protec nur quantitative Kriterien,
        

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