Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
36
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_36/8/
LGU-Mitteilungen 8 Juli 1996 Der Flugverkehr steigt weiter, ungeach- tet der bereits bestehenden Lärmbela- stung und trotz Warnungen, dass da- durch Treibhauseffekt, Klimaverände- rung und Zerstörung der Ozonschicht vorangetrieben werden. Der zuneh- mende Flugverkehr wird von immer mehr Menschen als äusserst grosse Be- lastung empfunden. Bis in 10 Jahren wird der Flugverkehr bis zu 50 % des Treibhauseffektes verursachen (Aus- sage der Euro. Klima-Enquete-Kom- mission). Der Flugverkehr ist mehrfach am Treibhauseffekt beteiligt: — Ozonzunahme in der unteren At- mosphäre — Wasserdampf-Zunahme in den obe- ren Luftschichten — Eiswolkenbildung — CO2-Zunahme Der Flugverkehr zerstört den UV-Fil- • ter in der Stratosphäre, durch den das Leben auf der Erde geschützt wird. Durch den viel zu tiefen Kerosinpreis werden ungleiche Voraussetzungen im weltweiten Konkurrenzkampf geschaf- fen und schaden so der einheimischen Wirtschaft. Zum Schutz der Bevölkerung richtet der Schweizerische Schutzverband gegen Flugemissionen (SSF) in Zu- sammenarbeit mit der Internationalen Plattform gegen Flugemissionen, in der zahlreiche Bürgerinitiativen und Umweltschutzorganisationen aus den EU-Mitgliedstaaten, aus der Schweiz, Italien und Slovenien zusammenge- schlossen sind, dieses Manifest an den Schweizerischen Bundesrat, die Kom- mission der Europäischen Gemein- schaft, den Rat, das Europäische Par- lament, die Regierung der Mitglied- staaten, die Länder, Provinzen und Kantone. Sie fordern deshalb: 1. Wissenschaftliche Erforschung der Wirkungen des Flugverkehrs und Erfassung und Offenlegung aller umweltrelevanten Daten mit dem Ziel, eine ökologisch verträgliche Verkehrspolitik zu gestalten. 2. Kostenwahrheit im Luftverkehr 3. Keine Errichtung neuer Flughäfen und kein Ausbau kapazitätserhö- hender Infrastrukturen an beste- henden Flughäfen 4. Sofortige Einstellung aller Kurz- streckenflüge bis 600 km. Verla- gerung aller Flüge bis 1000 km auf 
die Bahn, sobald entsprechende Verbindungen hergestellt sind. 5. Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur technischen Optimierung der Luftfahrzeuge und des Flugbetrie- bes. Dies bedingt unter anderem die schnelle Ausmusterung der sehr lauten Flugzeuge. 6. Vermeidung von Flügen in der Stra- tosphäre zum Schutz der Ozon- schicht und bei besonders niedrigen Temperaturen zur Verminderung der Kondensstreifenbildung. 7. Einführung einer zusätzlichen Luftfrachtabgabe, um den energie- verschwendenden Gütertransport per Flugzeug einzudämmen. 8. Verschärfung der bisherigen Ab- gasnormen für sämtliche Luftfahr- zeuge mit gesetzlicher Verbind- lichkeit. 9. Senkung der gesetzlich verbindli- chen Grenzwerte der Lärmimmis- sionen durch Flugzeuge. Diese Grenzwerte müssen den wissen- schaftlich abgesicherten Richtwer- ten entsprechen. 10. Strenges Nachtflugverbot zwi- schen 22 Uhr und 7 Uhr. Gross- flughäfen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr, ausgenommen Rettungs- und Katastropheneinsätze. 11. Sofortige Herabsetzung der Lärm- grenzwerte nach dem Stand der Technik für Motorflugzeuge bis 9000 kg um 8 dBA unter den ICAO-Grenzwerten. Gesetzliche Regelung der Betriebszeit (Mon- tag bis Freitag 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, Samstag von 8 bis 12 Uhr: Flugverbot an Sonn- und Feiertagen, vor allem für die Segelschlepperei. 12. Keine weiteren Genehmigungen für Helikopter-Aussenlandeplätze. Verbot von Heli-Skiing. Verbot von Ultraleichtflugzeugen, Aufhebung bestehender Wasserlandeplätze. 13. Beteiligung aller im Immissionsbe- reich von Flugplätzen lebenden Bürgern an allen behördlichen den Flugplatz betreffenden Verfahren. 14. Umweltverträglichkeitsprüfung auch für bestehende Flughäfen und bei Änderungsplänen. Falls Sie mehr Informationen wün- schen, so erhalten Sie diese direkt bei der SSF: Postfach, 8046 Zürich, 'Tel. 01/ 372 00 59 
Interdisziplinäres Symposium Umweltverantwort- liches Handeln 4.-6. September 1996 in Bern Themen • Umweltbewusstsein und um- weltverantwortliches Handeln: psychologische und soziologi- sche Aspekte und die Rolle der sozialen Kommunikation • Der kulturelle Kontext ökologi- scher Kommunikation und die Rolle der Ethik • Neue Ansätze für die Umwelt- bildung und -beratung • Handeln der Wissenschaft: In- terdisziplinäre Umweltforschung und -lehre weitere Informationen: Interfakultäre Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie (IKAÖ) der Universität Bern, Falkenplatz 16, 3012 Bern Tel. 031 631 39 57 Umweltwanderungen 12.-19. Oktober 1996 Mit offenen Augen und wachem Hirn sollen wandernd und land- schaftslesend die Umweltsituat ionen  rund um Maloja kennen- gelernt werden. Die Woche wird von Daniel Arn, Jürg Frisch- knecht und Gwendolyn Leysinger geleitet. Einen zweitägigen Aus- flug ins Puschlav begleitet zusätz- lich Hans Weiss vom Fonds Land- schaft Schweiz. Für weitere Informationen: Salecina, 7516 Maloja, Tel. 081 824 32 39
        

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