Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
36
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_36/6/
LGU-Mitteilungen 6 Juli 1996 Verabschiedung von Eugen Bühler Mit Eugen Bühler verstarb eine mar- kante Persönlichkeit der liechtenstei- nischen Waldwirtschaft und des Natur- und Landschaftsschutzes. Eugen Büh- ler leistete Pionierarbeit im Natur- und Landschaftsschutz heutiger moderner Prägung. Auf der Basis des Natur- schutzgesetzes 1933 schuf er nicht nur die Grundlagen zum Schutze bedroh- ter Pflanzen- und Tierarten, zur Aus- weisung von Pflanzenschutz- und Na- turschutzgebieten oder zur Verhinde- rung von schädigenden Eingriffen in Natur und Landschaft, sondern ergriff auch die dazu notwendigen Umset- zungsmassnahmen. Gleichzeitig setzte er sich gegen die Erstellung einer Öl- raffinerie und eines ölthermischen Kraftwerks im benachbarten schweize- rischen Grenzgebiet ein. Damit seien nur wenige seiner Tätigkeiten und Ver- dienste erwähnt. Eugen Bühler wird nicht nur in unseren Gedanken, son- dern auch in seinen Erfolgen für Natur und Landschaft weiterleben. EU-Projekt «Allianz in den Alpen» Netzwerk für Gemeinden Der Startschuss zum Gemeindenetzwerk ist gegeben! Anfangs Juli 1996 wurden die Pilotgemeinden definitiv ausgewählt. 26 Alpengemeinden nehmen an diesem Pilotprojekt zur Umsetzung einer nach- haltigen Umweltpolitik und im Spe- ziellen der Grundsätze der Alpenkon- vention auf Gemeindeebene teil. In 2 Workshops wird 1 Thema exemplarisch für alle anderen Tehmenbereiche behan- delt und mit der Bevölkerung zusammen Ziele, Massnahmen und Mittel festge- legt. Das ist der Vorgang in der Ge- meinde — zusätzlich bestehen zwischen den Pilotgemeinden aus allen 7 Alpen- staaten verschiedenste Austauschmög- lichkeiten. Auf diese Weise profitieren die Gemeinden von Erfolgen und Feh- lern der Anderen. Liechtenstein ist durch die Gemeinde Schaan vertreten, die als einzige Ge- meinde Liechtensteins einen Umweltbe- auftragten angestellt hat. Es freut uns be- sonders, dass gerade Schaan, als neue Standortgemeinde der LGU und CIPRA-International die Gelegenheit ergriffen hat, an einem internationalen. Projekt im Umweltbereich teilzunehmen. 
Stellungnahme zum Gesetz über die Umweltverträglich- keit im Rahmen der Anpas- sung an EWR-Gesetzes- normen Bei der vorgeschlagenen Variante han- delt es sich um eine zweistufige Projekt- UVP. Der Vorstand der LGU schlägt vor, einige Punkte noch einmal zu über- denken. • 
Die Öffentlichkeit könnte früher ins Verfahren einbezogen werden als dies jetzt der Fall ist. Vorgeschlagen wird die Möglichkeit zur Stellung- nahme bereits nach der Anzeige. Der frühe Einbezug ermöglicht die Qualität der Entscheidung zu verbessern, einen vorgelagerten und vorbeugenden Rechtsschutz zu bieten und demokra- tische Verhältnisse zu gewährleisten. • Aus dem jetzigen Gesetzesvorschlag wird nicht klar, ob zur Beurteilung des Berichtes Fachstellen und Dritte zuge- zogen werden müssen. Aus dem Gesetz sollte klar ersichtlich sein, dass die be- troffenen Amtsstellen eine Stellun- gnahme zum Bericht abgeben, sowie eine Entscheidungsempfehlung. Da Amtsstellen und Regierung in einem gebundenen Verhältnis stehen, scheint es notwendig, Dritte beizuziehen. • Das Ziel der UVP ist es, die Um- weltverträglichkeit von Projekten zu garantieren. Ein Kontrollsystem ist Voraussetzung dieser Garantie (Ent- scheidungs-, Vollzugs- und Wirkungs- ebene). • Die Umweltschutzverbände sollten analog zum Naturschutzgesetz auch in diesem Gesetz das Verbandsbeschwerderecht  erhalten. • Der Vorstand weist auch daraufhin, dass eine UVP auf der Stufe «Grob- planung» für eine seriöse Beurteilung der Umweltverträglichkeit je nach Art des Projektes nicht ausreicht (Depo- nie ausserhalb der Bauzone braucht zur Beurteilung, Informationen zum geologischen Untergrund, Abdich- tung, usw.). • Der Vorstand schlägt vor, die Schwel- lenwerte der UVP-pflichtigen Anla- gen den kleinräumigen Verhältnissen Liechtensteins anzupassen und einige zusätzliche Objekte in den Anhang aufzunehmen (Aussiedlerhöfe, Wald- erschliessungsprojekte, Sportstadien, Vergnügungsparks, Parkhäuser, Che- mische Reinigungen, usw.) 
8. Alpenpolitische Tagung Die diesjährige Alpenpolitische Tagung in Salecina befasste sich mit dem Thema «Tunnel». Es wurden Themenbereiche wie die Ver- kehrsfinanzierung, wirtschaftliche Aus- wirkungen von Autobahnen in den Re- gionen, Bahntunnel-Projekte und die NEAT angesprochen. Auf eindrückliche Art und Weise erläuterten die Öko- nomen Stefan Rieder (Interface Institut für Politikstudien) und Stefan Brückl (Süddeutsches Institut für nachhaltiges Wirtschaften und Öko-Logistik GmbH) die ökonomischen Auswirkungen von Autobahnen auf die regionale Wirt- schaft (anhand ökonomischer Theorien und empirischer Studien). Die Aussagen der beiden Wirtschaftsfachleute deckten sich. Bei ehrlicher Betrachtung wird er- sichtlich, dass der Bau einer Autobahn der Region selber auf Dauer nicht mit Sicherheit die Vorteile zukommen lässt, die ihr von Politikern und der Baulobby gemeinhin versprochen werden (mehr Arbeitsplätze, regionale Impulse, Wir- kung auf die Standortwahl von Firmen, usw.). Im Gegenteil können neue Auto- bahnen auch Entleerungseffekte haben. Die Tagung wurde mit einer Resolution beendet. Der folgende Satz stellt den Kern der Resolution dar: «Investitionen in die regionale Wirtschaft fördern die Wohlfahrt und neue Arbeitsmöglich- keiten wirkungsvoller, verhindern um- weltbelastenden Fernverkehr und er- übrigen den Bau von teuren Transit- achsen.» Die Geschäftsführerin nahm an dieser Tagung teil. LIHGA 1996 Die LGU ist zusammen mit anderen Mitgliedern von CIPRA-Liechtenstein an der diesjährigen LIHGA vertreten. Das Thema des Standes wird sein: «Alpen, Alpenklima, Klimawandel». An der LIGHA soll die Internationale Kli- mapetition der Industrienationen lan- ciert werden, die in der Schweiz und diversen anderen Industrienationen be- reits läuft. Neben den aktuellen Infor- mationen zum Thema «Klima» erwartet Sie bspw. auch die Verlosung von UGA's durch den VCL. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
        

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