Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
35
Erscheinungsjahr:
1996
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_35/2/
LGU-Mitteilungen 
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Februar 1996 Stellungnahme zum Energiespargesetz Das Energiespargesetz hat die Ziele • den Energiebedarf durch sparsame und umweltschonende Verwendung zu reduzieren • 
den Einsatz erneuerbarer Energie • 
die Abhängigkeit von importierten Energieträgern zu vermindern Es setzt den Schwerpunkt des Energie- sparens auf die Raumheizung. Dieser soll durch Massnahmen wie Wärme- dämmung, den Einsatz spezieller Heiz- systeme .erneuerbarer Energien und Sonnenkollektoren zur Erzeugung von Warmwasser und elektrischer Energie umgesetzt werden. Das Energiespargesetz wird von der LGU grundsätzlich sehr begrüsst. Sie ist aber der Meinung, dass unabhängig die- ses Gesetzes der Standard 
weiterhin kontinuierlich verschärft 
werden soll (die CO2-Emissionen sollen, laut dem 1994 von Liechtenstein ratifizierten Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2000 auf das Ni- veau von 1990 stabilisiert werden). Um das Budget für die Förderung zu er- höhen, wäre es sinnvoll, die Treibstoff- zollerhöhung speziell für den Energie- bereich umzulagern, zum Beispiel für die Förderung des Energiesparens. Als dritten wichtigen Punkt erwähnt die LGU in ihrer Stellungnahme den einhei- mischen und erneuerbaren 
Rohstoff «Holz». Das Energieholzpotential in Liechtenstein beträgt laut Landesforst- amt rund 7000 m³/Jahr. 
Die letzten Jahre wurden aber nur 3-5000m³/Jahr 
genutzt — 
das Potential also bei weitem nicht ausgenützt. Diesem Tatbestand wird im Energiespargesetz zu wenig Rechnung getragen. Stellungnahme zum Berggebiet- und Hanglagengesetz Ziel dieses Gesetzes ist der Ausgleich der produktionsbedingten Erschwer- nisse der Bewirtschaftung des Bergge- bietes und der Hanglagen durch ein dif- ferenziertes Beurteilungssystem. Die Förderung der Landwirtschaft im Berggebiet und in den Hanglagen ist 
gleichzeitig eine gewisse Sicherheit, dass diese schwierigen Flächen weiterhin be- wirtschaftet werden. Die bewirtschafte- ten Flächen Schellenbergs, Plankens und Triesenbergs stellen eine Charakte- ristik der Landschaft Liechtensteins dar. Vor allem in Triesenberg finden sich ei- nige Gebiete, die in ihrer jetzigen Be- wirtschaftung als Landschaftsschutzge- biete vorgeschlagen werden. Ihre jetzige Gestalt, durch die jeweilige Bewirtschaf- tung, in Kombination mit den vorhande- nen Naturwerten, hervorgerufen, zeu- gen von jahrhundertealter Nutzung, weisen eine hohe Landschaftsdynamik auf und bieten Raum 
zu den unter- schiedlichsten Erlebnis- und Erfah- rungsmöglichkeiten. Dennoch bleibt die Frage wo, wie und welche Landschaft wir wollen. Parallel zu diesem Gesetz sollte interes- senübergreifend ein Konzept erstellt werden, welche Entwicklungsvarianten für diese schwierig zu 
bewirtschaftenden Flächen bei sinkendem Interesse beste- hen. Vortrag über ökologische Planung Im letzten Oktober luden 
wir Herrn Bächtold, Lehrbeauftragter am Institut für Orts-, Regional- und Landesplanung der ETH Zürich zu einem Vortrag über ökologische Planung ein. 
In die Liech- tensteinischen Verhältnisse wurden wir von Herrn Walch, dem Landesplaner, eingeführt. Die Raumplanung in 
der Gemeinde 
befasste sich sehr lange und teilweise heute noch 
ausschliesslich mit Bauzonen. Naturschutz war auf einzelne Reservate beschränkt. Diese nach 'Schutz und Nutzung getrennte Planung hinterliess Landschaften, 
die ihre Eigen- art zu verlieren drohten und aus denen die Natur mehr und 
 mehr verdrängt wurde. Die Gemeinden spielen bei 
der Land- schaftsplanung eine besondere Rolle. Sie sind bürgernah und bieten 
die Vor- aussetzung, massgeschneiderte Lösun- gen zu erarbeiten. Natur und Landschaft sind unsere Le- bensgrundlage und müssen als solche gesichert 
werden. Natur- und Land- schaftsschutz erfordert im Sinne einer ökologischen Planung dreierlei: • eine natur- und 
landschaftsverträgliliche  Nutzung und Gestaltung im gan- 
zen genutzten Raum: im Landwirt- schaftsgebiet, im Wald und in den Siedlungen • Gebiete, die speziell gepflegt werden, weil sie ihren natürlichen und kulturel- len Reichtum der traditionellen Nut- zung verdanken (z.B. Streue- oder Trockenwiesen, traditionelle Kultur- landschaften) • Wildnis, d.h. Gebiete, die der Mensch sich selber eberlässt oder die er der Natur zurückgibt (z.B. Alpen-, Fluss- und Waldlandschaften). 28. Jahrestreffen der Nationalen Umweltagenturen in Strassburg Der Inhalt dieses Treffens war einerseits das Europäische Naturschutzjahr 1995 und andererseits die Zukunft des NA- TUROPA Zentrums des Europarates. Durch massive Budgetkürzungen ist die Zukunft des NATUROPA Zentrums ungewiss. Wird 
sich «nur» die Aufgaben- stellung des Zentrums ändern oder wer- den die Aufgaben von anderen 
Organi- sationen übernommen? 
Das sind die bis anhin 
unbeantworteten Fragen. Die Diskussion über 
das Europäische Naturschutzjahr befasste sich mit den Vor- und Nachteilen der unterschiedli- chen Organisationen in den verschiede- nen Ländern. Die nächste Sitzung, mit dem Inhalt das Europäische Naturschutzjahr abzu- schliessen, findet am 1./2. April 1996 statt. Weiterbildung: Swissaid-Symposium in Bern Im Rahmen der Weiterbildung 
besuchte die Geschäftsführerin das 
Eintägige Symposium von Swissaid zum Thema: «Und wenn die Menschen im Süden 
un- sere Umweltkonzepte ablehnen?» Die Tagung befasste 
sich mit Umwelt- projekten, Entwicklungsprogrammen und der Rolle der 
betroffenen Men- schen. Die 
nördlichen Industrieländer tragen für die globalen Umweltprobleme den weitaus grössten Teil der Verantwor- tung. Ein 
Fünftel der Erdbevölkerung verursacht vier Fünftel der weltweiten C02-Emissionen. Es 
sind auch oft die nördlichen Länder, die Projekte im
        

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