Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
33
Erscheinungsjahr:
1995
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_33/3/
LGU-Mitteilungen April 1995 Liechtensteins Jugend forscht/VPBank- Okologiepreis Die Anmeldefrist für den Wettbewerb «Liechtensteins Jugend forscht» ist ab- gelaufen. Es haben sich mehr als 20 Teams mit insgesamt 69 Teilnehmerin- nen und Teilnehmern im Alter von 11 bis 21 Jahren angemeldet. Die Themen- breite reicht von «Fledermäusen» über «Alternativenergie» bis hin zur «Flora des Rheindamms» oder der «Schmet- terlingsfauna der Quaderrüfe». Die Arbeiten müssen bis Ende Septem- ber 1995 zur Bewertung eingereicht werden. Anschliessend werden sie von einer Jury bewertet und im Oktober im Rahmen einer Ausstellung prämiert. Golfsport in Liechtenstein? Seit einigen Monaten existiert in Liech- tenstein die Idee zur Realisierung eines Golfplatzes. Der Projekteiter, Michael Biedermann, stellte das Konzept -an einer Vorstandssitzung der LGU vor. Wir wurden aufgefordert, uns zum Vor- haben zu äussern. Hier die Meinung des Vorstandes: a) Der grosse Flächenverbrauch eines Golfplatzes wirft die ethische Frage auf, ob es gerechtfertigt ist, für er- wartungsgemäss wenige Golfspieler eine so grosse Fläche zu beanspru- chen. b) Dennoch spricht sich die LGU nicht grundsätzlich gegen einen Golfplatz aus, formuliert aber klare Bedingun- gen. c) Die erste Bedingung ist die richtige Standortwahl. Ein Standort mit hoher Bedeutung für den Natur- und Landschaftsschutz kommt nicht in Frage. Der Golfplatz soll zu einer ökologischen Bereicherung in einer verarmten Landschaft führen. D.h.konkret, dass die Standorte Studa (Gamprin), Dux (Schaan) und Langwiesen (Triesen/Balzers) nicht in Frage kommen (potentielle Land- schaftsschutzgebiete). Hingegen kommen die Standorte Sportpark Eschen/Mauren und Fläscherriet (Balzers) in Frage. d) Die zweite Bedingung ist die Golf- platzgestaltung. Bei der Gestaltung • ist von vornherein darauf zu achten, dass neben den spieltechnischen An- forderungen auch an die ökologische 
Aufwertung des Standortes gedacht wird. Der Golfplatz soll einen mög- lichst hohen Anteil naturschütze- risch und kulturhistorisch sinnge- bender naturnaher Strukturen auf- weisen. In der Gestaltung ist auch darauf zu achten, dass der Golfplatz für die Öffentlichkeit zumindest par- tiell zugänglich ist und als Naherho- lungsgebiet genutzt werden kann. Hinzu kommen noch raumplaneri- sche Anforderungen bezüglich eines Clubhauses, Parkplätzen (möglichst Doppelnutzungen) usw. e) Die dritte Bedingung bezieht sich auf den Platzunterhalt. Beim Unterhalt ist darauf zu achten, dass die ökologi- sche Gestaltungsidee nicht durch un- sachgemässen Platzunterhalt zu- nichte gemacht wird, d.h.dass der na- turnahe Wiesenanteil, die Hecken. Teiche usw. als Naturflächen erhalten und behandelt werden. Auf der in- tensiv genutzten Fläche darf nur ein Minimum an Düngemitteln und mög- lichst überhaupt kein Pestizid einge- setzt werden. Grundsätzlich begrüsst der Vorstand den Vorschlag,alle Interessengruppen an einen Tisch zu holen, um die Ange- legenheit gründlich von allen Seiten zu beleuchten. Der Einbezug dieser Inter- essengruppen sollte sich — sofern die Golfplatz-Idee weiterverfolgt wird - während der Realisierungsphase und auch später während der Betirebsphase fortsetzen. Wir denken hier an die Pro- jektanten. das Planungsbüro, staatliche und nichtstaatliche Naturschutzver- treter, Gemeindevertreter, Anwohner, später auch die Greenkeeper usw. Neues Leben für den Alpenrhein An der Naturschutztagung vom 1.April konnte der Grafiker Louis Jäger das Buch «Neues Leben für den Alpen- rhein» vorstellen. Es war ein langer Weg von der ersten Idee bis zur Reali- sierung. Doch nun liegt die Schrift, re- daktionell von Mario F.Broggi betreut, vor. Eine lange Reihe von Leuten aus den unterschiedlichen Fachbereichen äussern sich in diesem Buch über die Ideenskizze von Franco Schlegel zur Revitalisierung des Alpenrheins. Das optisch hervorragend gestaltete Buch erlaubt es, ohne grosse Vorkenntnisse in die Vielschichtigkeit der Probleme und der Chancen rund um den Rhein einzutauchen. 
Die LGU hat sich finanziell an der Her- ausgabe der Schrift beteiligt und ist da- durch in der glücklichen Lage, allen Mitgliedern ein Exemplar dieses Doku- mentes zustellen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass das Buch eine längst fäl- lige Diskusison auszulösen vermag und die Wahrnehmung unseres Lebensrau- mes und der Geschichte unserer näch- sten Umgebung prägt. Allen, die an der Herausgabe dieser Schrift beteiligt waren, gilt auch auf die- sem Weg unser herzlicher Dank. Vernehmlassung zum Abgeltungsgesetz/ Gesetz zum Schutz von Natur und Landschaft Nachdem im vergangenen Jahr das Di- rektzahlungsgesetz für die Landwirt- schaft verabschiedet worden ist, ist jetzt in einem zweiten Schritt der Gesetzes- entwurf über die Abgeltung ökologi- scher und tiergerechter Leistungen in der Landwirtschaft (Abgeltungsgesetz) in die Vernehmlassung geschickt wor- den. Der Vorstand der LGU begrüsst das Abgeltungsgesetz, nachdem wir im vergangenen Jahr kritisiert haben, dass das Abgeltungsgesetz nicht zeitgleich mit dem Direktzahlungsgesetz einge- führt worden ist. Einige Punkte sind je- doch im Gesetzesentwurf kritisch zu betrachten. So bleibt beispielsweise die Behandlung der Magerwiesen in Schutzgebieten unbeantwortet. Werden dort Ökobeiträge entrichtet? Vermut- lich nicht. Generell fehlt die Abstim- mung mit dem Naturschutzrecht. also mit dem neuen Naturschutzgesetz, das der Landtag an die Regierung zurück- gewiesen hat, und dem Magerwiesenge- setz, das derzeit überarbeitet wird. Die LGU würde ein System favorisieren. das die landwirtschaftlichen Öko- beiträge als Sockelbeitrag sieht, während die Naturschutzprämien als Bonus fungieren. Diese sollten nicht nach dem Giesskannenprinzip ausge- zahlt werden, sondern im Sinne einer langfristigen, konzeptionellen Natur- schutzstrategie eingesetzt werden.   Nach der grossen Enttäuschung, dass der Landtag das neue Naturschutzge- setz an die Regierung zurückgewiesen hat, gilt es jetzt darauf hinzuarbeiten, dass die Landwirtschafts- und die Na- turschutzgesetzgebung optimal aufein- ander abgestimmt werden. Die LGU ist zur inhaltlichen Kooperation bereit.
        

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