Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
32
Erscheinungsjahr:
1995
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_32/2/
LGU-Mitteilungen 
Februar 1995 Umweltbericht «Revitalisierung» Konzeptionelle Modifikationen Ende Dezember haben wir den neue- sten Liechtensteiner Umweltbericht herausgegeben. Er widmet sich dem Thema Gewässer-Revitalisierung. Auf diesem Gebiet sind in den letzten Jah- ren in Liechtenstein einige erfreuliche Resultate erzielt worden: Wiederbe- wässerung Äulehäg in Balzers, Revita- lisierung des Binnenkanals in Gamprin und Ruggell, Schaaner Bachkonzept und andere. Im Umweltbericht zeigen wir nicht nur diese Erfolge auf, sondern stellen auch dar, was es in Zukunft noch alles zu er- ledigen gibt: Abbau von Wanderhin- dernissen für Fische, weniger intensive landwirtschaftliche Nutzung an Gewäs- serufern, Vergrösserung des Totholzan- teils in den Gewässern, Abbau des Schwallbetriebes im Rhein, Revitalisie- rung des Alpenrheins. Wir haben das Konzept des Liechten- steiner Umweltberichtes wieder 
gradu- ell verändert. Einerseits haben wir den Bildanteil zulasten des Textanteils wei- ter ausgebaut. Wir gehen dabei von der Überlegung aus, dass sich der Umwelt- bericht durch den Versand an alle Haushaltungen an alle Bevölkerungs- kreise richtet (also auch an weniger stark interessierte), und dadurch un- sere Botschaften wirkungsvoller sind, je leichter sie aufzunehmen sind. Die Aussagekraft der Bilder ist daher ein wesentliches Element der Informa- tionsübermittlung. Das heisst jedoch nicht, dass der Text banal ausfällt. Die Aufgabe besteht darin, mit möglichst wenigen Worten das Wichtigste mitzu- teilen. Ein weiteres neues Element ist die Doppelseite in der Mitte. Dort haben wir eine Zeichnung des Liechtensteiner Künstlers Hansjörg Quaderer veröf- fentlicht, welche ebenfalls das Wasser zum Thema hat. Wir haben noch einige wenige Exem- plare des Umweltberichtes auf Lager. Wenn jemand wegen des Briefkasten- klebers keinen Bericht bekommen hat, kann man sich bei uns melden. 
Ungelöstes Problem Verkehr Viele kleine Massnahmen gefordert Eines der grössten Umweltprobleme in Liechtenstein ist der Verkehr. Wir haben im Umweltbericht vom Sommer 1994  aufgezeigt, dass insbesondere der motorisierte Individualverkehr mass- geblich für die Luftverschmutzung, die Lärmbelastung, den Flächenbedarf und den Energieverbrauch in Liechtenstein verantwortlich ist. Das ist die eine Seite, die jedoch die Automobilisten re- lativ wenig stört. Empfindlicher reagie- ren die Leute, wenn sie in verstopften Strassen steckenbleiben, wie dies zu Stosszeiten in Vaduz, Schaan oder Schaanwald der Fall ist. In dieser Situation bieten sich schwer- punktmässig zwei Handlungsalternati- ven an: a) 
Der Bau von Umfahrungs-, Entla- stungsstrassen und Tunnels. b) 
Die Reduktion des Verkehrsvolu- mens durch geeignete Massnahmen. Die LGU spricht sich seit vielen Jahren konsequent gegen den Bau von Umfah- rungsstrassen im Bereich Schaan- Vaduz-Triesen aus. Ende Oktober letz- ten Jahres haben wir nun ausserdem eine Expertenrunde einberufen, um über Vor- und Nachteile eines Schellen- bergtunnels zu diskutieren. Dieses Strassenbauprojekt könnte immerhin einen Teil des Verkehrs aus der Achse Schaanwald-Nendeln-B endern/Schaan- Buchs wegnehmen. Das Fazit der Sitzung war: Bei derzeit leicht sinkendem Verkehrsvolumen ist es schwer, Prognosen über die künftige Verkehrsentwicklung abzugeben. Ein Schellenbergtunnel würde sicher sehr teuer werden (Grössenordnung Fr. 150 Mio.) und sehr wahrscheinlich zwei Zollabfertigungsstellen bedingen, da die heutige Strasse weiter befahrbar bleibt. Die Zufahrten zum Tunnel, die Portale und die Anschlüsse der angren- zenden Dörfer würde einen erhebli- chen landschaftlichen Eingriff darstel- len. Weitere Erkenntnisse der Exper- tenrunde: eine Autobahnverbindung im Unterrheintal würde keine Entlastung für unser Strassennetz bedeuten; eine Verbindung der schweizerischen und österreichischen Autobahn im Raum Feldkirch ist illusorisch. Nach Meinung des Vorstandes der LGU ist ein Schellenbergtunnel abzu- lehnen, da die negativen Aspekte über- 
wiegen. Man sollte sich daher nicht der Illusion hingeben, dass ein Strassenpro- jekt die Lösung der Zukunft darstellt. Vorrangig sind die vielen Verbesse- rungsvorschläge aus dem Ideenwettbe- werb Verkehr umzusetzen, welche ohne neue Strassen eine Reduktion des Verkehrs bewirken könnten. Das be- dingt jedoch eine entsprechende politi- sche Entschlossenheit. Diese Haltung haben wir der zuständi- gen Regierungsrätin Dr.Cornelia Gass- ner anlässlich einer Besprechung ge- meinsam mit dem Verkehrsclub (VCL) am 16.Januar dieses Jahres mitgeteilt. An dieser Besprechung wurden noch mehr Traktanden diskutiert: Auswer- tung des Ideenwettbewerbs Verkehr, Umfahrungsprojekt Vaduz, Parkraum- bewirtschaftung, verkehrsfreier Rhein- damm, Teerung des Vorgrundweges für Radfahrer (die LGU spricht sich gegen eine Nutzungsintensivierung des Vor- grundweges aus), Förderung des öf- fentlichen Verkehrs, Niederflurbusse, autofreier Buss- und Bettag und ande- res. Alpenkonvention Alpenkonferenz in Chambéry Kurz vor Weihnachten hat in 
Chambéry/F  die Alpenkonferenz der Um-   weltminister der Alpenländer stattge- funden. An dieser Konferenz sollten die Durchführungs-Protokolle der Al- penkonvention beraten, beschlossen und unterzeichnet werden. Im Vorfeld wurde von Seiten Österreichs Wider- stand angemeldet, da in den Protokol- len keine klare Absage an neue alpen- querende Hochleistungsstrassen ent- halten war. Trotz der Querelen im Vorfeld konnte die Konferenz durchgeführt werden. Allerdings unterzeichneten Österreich aus obigen Gründen, die Schweiz aus internen Gründen (Widerstand einzel- ner Alpenkantone) und Liechtenstein wegen seiner geografischen und politi- schen Lage zwischen Österreich und der Schweiz die Protokolle (noch) nicht. Immerhin konnte jedoch das vollständige Scheitern der Konferenz abgewendet werden. Nach einem Be- reinigungsverfahren sollten auch die säumigen Signatarstaaten die Proto- kolle unterzeichnen können.
        

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