Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
31
Erscheinungsjahr:
1994
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_31/3/
LGU-Mitteilungen November 1994 Verkehr 
(H. Frommelt) und LGU-Zu- kunft (W. Marxer-Schädler) wurden ei- nige aktuelle Arbeitsschwerpunkte der LGU hervorgehoben. Etwa 30 Perso- nen nahmen an der Versammlung teil. Der Vorstand der LGU hat nach der Mitgliederversammlung nochmals ein- gehend über eine Bodenbesteuerung diskutiert. Für eine solche Steuer spricht, dass der Bodenmarkt innerhalb der Bauzonen belebt wird und der Druck auf weitere Einwirkungen ab- nimmt. Auf der anderen Seite kann aber auch ein Überbauungstrend aus- gelöst werden, sodass ein strenges Raumplanungsgesetz der Bodenbe- steuerung vorzuziehen wäre. Der LGU-Vorstand ist der Meinung, dass im Rahmen steuerrechtlicher und raumplanerischer Diskussionen- von einer anerkannten Fachstelle (bsp. Hochschule St. Gallen) abgeklärt wer- den müsste, ob eine Bodenbesteuerung ökologisch sinnvoll ist. Informationskampagne zur Alpenkonvention In einer länderübergreifenden Aktion ist Mitte September eine Informations- schrift zur Alpenkonvention erschie- nen. Für die liechtensteinische Ausgabe zeichnet CIPRA-Liechtenstein zustän- dig. Aufgrund der Kleinheit des Landes wird die Schrift bei uns an alle Haushal- tungen verschickt, während in den an- deren Vertragsstaaaten der Alpenkon- vention der Aussand an bestimmte Zielgruppen erfolgt. Die FL-Regierung hat einen Kredit von Fr. 12 000.— für die Herausgabe dieser 
Broschüre genehmigt, damit ein Aus- sand an alle Haushaltungen erfolgen konnte. Aus für Rheinkraftwerke Vaduz und Bern sind sich einig Regierungsrat Michael Ritter und Bun- desrat Adolf Ogi haben Anfang Juli die Katze aus dem Sack gelassen: die pro- jektierten Rheinkraftwerke haben keine Chance, realisiert zu werden. Dies ist das kurze Ende einer langen Geschichte. Begonnen hatte die Aus- einandersetzung mit dem ersten Kon- zessionsgesuch im Jahr 1981. Seit die- sem Zeitpunkt sind die Natur- und Um- weltschützer, Fischer usw. beidseits des Rheins in Alarmbereitschaft gewesen. In unzähligen Versammlungen, Veran- staltungen, Exkursionen, Stellungnahm, Interviews, Einsprachen usw. ist auf die negativen Folgen der Rhein- kraftwerke hingewiesen worden. Jetzt endlich ist es so weit. Die Rhein- kraftwerke und damit die grösste aktu- elle Umweltgefahr für die Region sind gestorben. Darüber freuen wir uns. Notizen zur Rheinwuhrbegehung An der diesjährigen Rheinbegehung, an welcher von Seiten der LGU Bar- bara Rheinberger teilnahm, wurden keine wasserbaulichen Mängel festge- stellt. Betreffend der Pflege des Rhein- dammes wurde festgestellt, dass ein früherer Mähtermin vorzuziehen wäre. Zum Schutz spätsamender Pflanzen und bestimmter Schmetterlingsarten bietet sich eine Rotationspflege als Al- ternative an. Auf einhellige Ablehnung, vor allem auch von Ing. Johann Ott (Tiefbauamt) und Ing. Theo Kindle (Amt für Gewäs- serschutz), stiess das Begehren der Ge- meinde Vaduz, die Teerung des Vor- grundweges nördlich der alten Rhein- brücke weiterzuführen. Die LGU hat ihre ablehnende Haltung in dieser Sache bereits der Gemeinde Vaduz und der Regierung mitgeteilt. CIPRA-Konferenz 1995 in Liechtenstein 1995 wird die Jahresfachtagung der In- ternationalen Alpenschutz-Kommis- sion CIPRA in Liechtenstein stattfin- den. Für die technische Organisation ist 
CIPRA-Liechtenstein (ein Zusammen- schluss aller Umweltvereinigungen Liechtensteins) zuständig. Thematisch wird die Tagung gemeinsam von CIPRA-International und CIPRA- Liechtenstein vorbereitet. Das Ta- gungsthema lautet «Tun oder Unterlas- sen — Wildnis inmitten der alpinen Kul- turlandschaft?» Hintergund dieses Tagungsthemas ist die Tatsache, dass landwirtschaftliche Subventionen immer mehr unter Druck geraten, sei dies durch die fehlende Be- reitschaft in der Bevölkerung, Steuer- gelder in diese Richtung zu lenken, sei dies durch direkte Einflüsse aus inter- nationalen Verträgen wie dem GATT. Es ist daher zu befürchten, dass sich die umweltschonende, ökologische Land- wirtschaft immer mehr aus dem Berg- gebiet verabschieden wird und stattdes- sen eine Intensivnutzung einziehen wird, die sich auf die Gunstlagen be- schränkt. Dieser Prozess ist nur zu stoppen, wenn vermehrt Gelder für die Kulturlandschaftspflege ausgeschüttet werden. Doch dies wird aus finanziel- len Gründen überall nicht möglich sein. Die Frage lautet daher, wo es sinnvoll und langfristig erfolgversprechend ist, eine Kulturlandschaftspflege aufrecht- zuerhalten, und wo es vernünftiger ist, der Naturdynamik freien Lauf zu las- sen. Die Tagung findet am 28.-30. Septem- ber 1995 in Triesenberg statt. Wir er- warten etwa 150 Teilnehmer/innen aus allen Alpenstaaten. Liechtensteiner Umweltbericht Reizthema «Verkehr» Mitte Juli haben wir die neueste Aus- gabe des Liechtensteiner Umweltbe- richtes an alle Haushaltungen ver- schickt. Der Bericht enthält Zahlenma- terial über die Verkehrssituation in Liechtenstein, eine Übersicht über das Verkehrsnetz im Rheintal, Interviews mit Regierungsrätin Cornelia Gassner und dem Maurer Gemeinderat Rainer Batliner, Berichte über den Ideenwett- bewerb Verkehr, über die Schulwegsi- cherung, die Umweltbelastungen des Verkehr und manches andere. Wer infolge eines Briefkastenklebers den Bericht nicht bekommen hat oder wer noch zusätzliche Exemplare be- kommen möchte, melde sich bitte bei uns.
        

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