Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
24
Erscheinungsjahr:
1992
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_24/3/
Startender Abendsegler: Ein Grosser Abendsegler hat sich zum abendlichen Ausflug bereitge- macht. Er wird sich jeden Moment mit seinen Ainterbeinen vom Baumstamm abstossen und die noch zusammengefalteten Flügel öffnen, um seine Flughäute aufzuspannen. (Foto: A. B. Stutz) 
LGU-Mitteilungen Dezember 1992 Fledermausschutz in Liechtenstein Arbeitsgruppe Fledermausschutz gegründet Fledermäuse überall auf dem Rückzug «..., des protecteurs des animaux constatent avec effarement que les chiroptères 
com- mencent à se faire sérieusement  rares à Genève: dans les anneés 
50, une vingtaine d'espèces  avaient eté recencées, alors que maintenant an n'en compte plus qu'une petite douzaine.» stand vor einem Jahr in einer Genfer Tageszeitung zu lesen. Die Tatsache, dass von etwa 20 
-Fledermausar- ten in den 50er Jahren in Genf nur noch ein knappes Dutzend übriggeblieben ist, bleibt kein lokales Problem der Genfer 
-Tier- schützer. In sämtlichen Industrienationen Westeuropas ist in den letzten Jahrzehnten ein drastischer Rückgang der Fledermauspopulationen  und damit gekoppelt ein lo- • 
kales Schwinden der Artenzahl festgestellt worden. Die Ursachen für dieses er- schreckende Schrumpfen der Bestände wie auch der Artenvielfalt sind vielschichtig und in ihrer Komplexität bis. heute nicht vollständig bekannt:   • 
Da verschiedene Fledermausarten ihr Quartier in Dachstöcken, Zwischen- dächern, Rolladenkasten oder hinter Wandverkleidungen beziehen, sind hier durch die moderne, massgeschneiderte Bauweise, die keine Einschlupflücken mehr offen lässt, durch den nachträglichen Aus- bau von bislang ungenutzten Estrichen und fledermausfeindliche  Renovationen viele traditionelle Fledermausquartiere zerstört worden, ohne dass gleichzeitig in Neubau- 
ten gleichwertiger Ersatz geschaffen. wird. • Quartiermangel kennen auch die baum- höhlenbewohnenden Fledermäuse wie der Grosse Abendsegler, die auf einen mit vie- len Spechthöhlen versehenen, hohen Alt- holzbestand in unseren Wäldern angewie- sen sind.  Da Fledermäuse sich ausschliesslich von Insekten etnähren , stehen sie in einer durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft mit Pestiziden belasteten Landschaft am Ende einer gefährlichen Nahrungskette. • Diese Intensivierung bringt auch eine Verarmung der vielfältigen Land- schaftstrukturen mit sich: Traditionell ge- nutzte Landschaften mit Magerwiesen, Ge- wässern, Hecken, reich gegliederten Wald- rändern und Feuchtgebieten haben sich in entsprechenden Untersuchungen als be- sonders arten- und individuenreich erwie- sen. Auch in Liechtenstein ist die Situation alarmierend. Zuverlässige Vergleichszahlen aus frü- heren Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten fehlen für unser Land leider weitgehend. Die nebenstehende Karte aus der 1984 ver- öffentlichten Arbeit des Schweizer Biolo- gen Patrik Wiedemeier «Die Fledermäuse des Fürstentums Liechtenstein» aus der Schriftenreihe «Naturkundliche Forschung im FL» zeigt am Beispiel der rezenten und erloschenen Fledermauskolonien in Kir- chen und öffentlichen Gebäuden welch 
dramatische Formen der Überlebenskampf der Flattertiere angenommen hat. Auf- grund von Kotfunden in verlassenen Kolo- nien konnte er auf das allgemeine Vorkom- men der inzwischen gesamtschweizerisch vom Aussterben bedrohten Grossen und Kleinen Hufeisennase schliessen. Es gibt viel zu tun ... Angeregt durch Rene Gerber, den Be- treuer der. Wochenstube des Grossen Mausohrs während der Renovation der Triesner Pfarrkirche, die die letzte derar- tige Kolonie in unserem Lande beherbergt, wurde im Frühsommer dieses Jahres eine Liechtensteiner Arbeitsgruppe für Fleder- mausschutz als Sektion der BZG gegrün- det. Die Zielsetzung der Arbeitsgruppe orien- tiert sich weitgehend an denen entspre- chender Gruppierungen in sämtlichen Schweizer Kantonen und lässt sich in 4 Hauptbereiche gliedern: • Eine enge Zusammenarbeit mit den Na- turschutzbehörden und Umweltschutz- gruppierungen, aber auch mit Arbeitsgrup- pen der benachbarten Regionen und der Koordinationstelle für Fledermausschutz in Zürich (KOF) ist im Bewusstsein der überregionalen Problematik eines der Ziele der Arbeitsgruppe. • Wirkungsvolle Schutzmassnahmen ver- langen ein möglichst breites Wissen über das zu schützende Objekt. Dazu gehört eine umfassende Bestandesaufnahme un- serer Fledermausfauna, aufbauend auf der oben erwähnten Untersuchung von P. Wie- demeier. • Die praktischen Schutzmassnahmen be- inhalten die ständige Betreuung und Über- wachung bekannter Quartiere, die kosten- lose Beratung bei Renovationen, Öffent- Das Braune Langohr ist mit seinen riesigen Ohren wohl unsere hübscheste Fledermaus. (Foto: KOF Zürich)
        

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