Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
23
Erscheinungsjahr:
1992
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_23/1/
Informationsblatt für die Mitglieder der Liechtensteinischen Gesellschaft für. Umweltschutz (LGU). Redaktion: Wilfried Marxer-Schädler. Druck: Gutenberg AG, Schaan, auf Original-Umweltschutzpapier. LGU-Geschäftsstelle: Heiligkreuz 52, 9490 Vaduz, Telefon 2 52 62 Liebe Mitglieder der LGU Vielleicht haben Sie schon längere Zeit eine Stellungnahme der LGU zum Abkommen über den Europäischen Wirt- schaftsraum EWR erwartet. Schliesslich handelt es sich dabei um ein Abkommen, das sehr viele Rechtsbereiche be- trifft, unter anderem auch die Umweltgesetzgebung. Es hat allerdings einen Grund, weshalb wir uns zurückge- halten haben: fehlende Informationen. Wir haben die Re- gierung vor mehr als 1 Jahr aufgefordert, uns und die Öf- fentlichkeit rechtzeitig über die ökologischen Folgen des EWR-Abkommens zu informieren. Wie so häufig rangiert der Umweltschutz jedoch weit unten in der Prioritätenliste. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dominieren die Diskussion. Zu den ökologischen Folgen hat sich die Regie- rung nur spärlich geäussert. 
  Umweltorganisationen und EWR Es liegen uns nun allerdings Doku- mente aus der Schweiz vor, die ein wenig Aufschluss geben über die öko- logischen Folgen des EWR-Abkom-. mens. Der Vorstand der LGU befasst sich zur Zeit intensiv mit diesen Fra- gen. Eine Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass die Aussagen, die für die Schweiz Gültigkeit haben, nicht unbe dingt auf Liechtenstein zutreffen müsse Andererseits  können sich in Liechten Probleme ergeben, die in der Schweiz nicht auf- treten. Wie schwer sich die Umweltorganisationen allgemein mit der Frage des EWR-Abkommens tun, zeigt die sehr unter schiedliche Haltung der schweizerischen Umweltorganisa-   tionen. Der Schweizerische Bund für Naturschutz (SBN lehnt den EWR ab, der Verkehrsclub der Schweiz (VCS enthält sich der Stimme, während die Schweizerische GE sellschaft für Umweltschutz (SGU) den EWR befürwortet. Tendenz zu internationalen Regelungen Auch abgesehen vom EWR ist eine Tendenz zu internatic nalen Regelungen von Umweltstandards unübersehbar Davon zeugen unter anderem das Abkommen zum Schut der Ozonschicht, die Übereinkommen der Vereinten Natic 
nen über die biologische Vielfalt und über Klimaverände- rungen, die am Umweltgipfel von Rio in diesem Sommer nach langem Tauziehen unterzeichnet worden sind, aber auch die im vergangenen November in Salzburg unterzeich- nete Alpenkonvention, die dem Schutz des Natur- und Le- bensraumes Alpen verpflichtet ist. Grosse kleine oder kleine grosse Schritte Üblicherweise bewegen sich solche internationalen Abkom- men nur knapp über dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Angesichts dieser Tatsache kann man sich fragen, ob wir unsere Ziele eher erreichen; indem wir im einen Liechtenstein grosse Fortschritte im Umweltbereich machen, oder indem im grossen europäischen Raum kleine Fort- schritte erzielt werden. Wie. immer diese Frage beantwortet wird, internationale Umweltabkom- men haben Konjunktur. Der Grund ist allerdings häufig weniger ökologischer als ökonomischer Natur. Denn die Gefahr ist gross, speziell in rezessiven Zeiten, dass sich die Länder mit den schwächsten Umweltauflagen wirt- schaftliche Standortvorteile verschaffen. Dieses «Ökodumping» ruiniert dann nicht nur die Betriebe am «falschen» Standort, sondern letztlich unseren ganzen Planeten. Eine Allianz zwischen Ökonomie und Ökologie erwächst aus dieser Perspektive zwangsläufig. Trotz der skizzierten Tendenz ist es allerdings unerlässlich, für jedes Vertragswerk eine detaillierte Ökobilanz zu erstel- len. Dies gilt ganz speziell für das EWR-Abkommen, das bekanntlich nicht angetreten ist, um Europa ökologisch neu auszurichten, sondern der Wirtschaft grenzenlose Verhält- nisse zu bereiten. Die ökologischen Vor- und Nachteile müssen aufgezeigt und gegeneinander abgewogen werden. Der Vorstand der LGU prüft momentan die ökologischen Auswirkungen des EWR-Vertrages und wird Sie bei näch- ster Gelegenheit über das Ergebnis informieren. Mit freundlichen Grüssen LGU-Geschäftsstelle Wilfried Marxer-Schädler
        

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