Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
22
Erscheinungsjahr:
1992
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_22/1/
Informationsblatt für die Mitglieder der Liechtensteinischen Gesellschaft für  Umweltschutz (LGU). Redaktion: Wilfried Marxer-Schädler. Druck: Gutenberg AG', Schaan, auf Original-Umweltschutzpapier. LGU-Geschäftsstelle: Heiligkreuz 52, 9490 Vaduz, Telefon 2 52 62 Liebe Mitglieder der LGU   Eine hektische Zeit liegt hinter mir. Die Arbeiten rund um die Rheinkraft- werke, die• mich seit Beginn meiner Tätigkeit als Geschäftsführer der LGU beschäftigen, haben mit der Einsprache gegen das Projekt Rheinkraftwerke einen Höhepunkt erreicht. Rheinkraftwerke -   wie lange noch? Es ging in den letzten Wochen und Mo- naten nicht nur darum, eine Einsprache gegen das Projekt zu formulieren, son- dern vorab von Fachleuten eine fun- dierte, .seriöse, sachliche Analyse des Projektes vornehmen zu lassen. Die Beratungsgemeinschaft AMBIO hat 110 Schwachstellen im Projekt Rhein- kraftwerke aufgedeckt. Den AMBIO- Bericht haben wir an einen breiten Kreis von Interessenten geschickt. Daneben mussten viele Anfragen von Medienvertretern, Verbänden und Pri- vatpersonen beantwortet werden. Im Zusammenhang mit den Rhein- kraftwerken ist es so weit gekommen, dass ein Beamter der Stadt Feldkirch bei uns im Büro die Unterlagen zum Umweltverträglichkeitsbericht Rhein- Beilage zu diesen LGU-Mitteilungen: Demnächst in Rio - Die Zukunft unserer Erde (Hg. WWF Schweiz) 
kraftwerke kopiert hat, weil die Stadt Feldkirch und die Rheinanliegerge- meinden, die eine Einsprache machen wollten, weder vom Konsortium noch von den Behörden die Unterlagen be-. kommen haben. Jetzt hat sich die Lage wieder etwas be- ruhigt und ich kann mich wieder ver- stärkt den anderen dringenden Aufga- ben widmen. Der Umweltgipfel in Rio • • • gehört zwar nicht direkt dazu. Aber er zeigt doch in aller Deutlichkeit, wie weit wir noch vom ökologischen Durchbruch entfernt sind. Die Klima- konvention ist, unter dem Druck der Vereinigten Staaten stark abge- schwächt worden und nicht viel mehr als ein unverbindliches Papier. Gegen das Artenschutzabkommen erhebt sich ebenfalls grosse Opposition, sodass auch hier die Natur unter dem Druck der Wirtschaft weiter geopfert wird. Wo stehen wir? Liechtenstein nimmt an der Konferenz in Rio ebenfalls teil. Doch im Gegen- satz zur Schweiz, die einen Länderbe- richt vorlegt, der vorher mit den Um- welt- und Entwicklungsorganisationen besprochen wurde, ging Liechtenstein mit leeren Händen nach Brasilien. Trotzdem — Liechtenstein könnte einen praktischen Beitrag leisten, indem es freiwillig die Forderungen zum Schutz des Weltklimas erfüllt. Das würde be- deuten: Stabilisierung und schrittweise Reduzierung. des CO2-Ausstosses auf 75 Prozent des Standes von 1990 bis ins.   Jahr 2005. Im Energiebericht der Re- gierung lautet das Ziel dagegen nur: Reduktion des Verbrauchszuwachses 
  an Energie .. 
Liechtenstein könnte auch_ dem Bei- spiel von mehr als 100 europäischen Städten folgen, die ein Klimabündnis mit den Indianervölkern• Amazoniens eingegangen sind. Diese Städte, darun- ter auch Luzern, verpflichten sich, den CO2-Ausstosses  bis zum Jahr 2010 zu hal- bieren! Wer greift diese Idee auf? Strahlungsgefahren wachsen bedrohlich Wohin steuert die Welt, kann man sich fragen. In Australien werden bereits re- gelmässig die Strahlungsmesswerte ver- öffentlicht, damit man sich nicht zur falschen Zeit der Sonne aussetzt. Im ar- gentinischen Südpatagonien laufen die Menschen nur noch mit breitkrempigen Hüten und langen Hemden herum, um dem Hautkrebs zu entkommen. Wird die Sonne, die zunehmend ungehindert die geschwächte Ozonschicht durch- dringt, zum Feind des Menschen? Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Strah- lungsherde, die unsere Gesundheit ge- fährden können: Elektrische Leitun- gen, Mikrowellengeräte, Fernseh- und Radiosendeanlagen, Radarstationen, Erdstrahlungen, Strahlungen aus Mo- bilfunkanlagen (Natel, CB-Funk u.a.) usw. Wenn Sie sich für diesen Themenbe- reich interessieren, würde es uns freuen, wenn Sie die Jahresversamm- lung der LGU am 23. Juni besuchen würden, an welcher Prof. Dr. Norbert Leitgeb 
fundiert Auskunft über die Strahlungsgefahren, insbesondere durch die Zerstörung der Ozonschicht, geben wird. • Mit freundlichen Grüssen Wilfried Marxer-Schädler LGU-Geschäftsstelle
        

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