Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
20
Erscheinungsjahr:
1991
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_20/1/
 Informationsblatt für die Mitglieder der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU). Redaktion: Wilfried Marxer-Schädler. Druck: Gutenberg AG, Schaan, auf Original-Umweltschutzpapier. LGU-Geschäftsstelle: Heiligkreuz 52, 9490 Vaduz, Telefon 2 52 62 Liebe Mitglieder der LGU Im Oktober haben wir ein Symposium zum Naturschutz in Liechtenstein veran- staltet, um wieder einmal auf die argen Versäumnisse im Naturschutz hinzuwei- sen. Erschütternde Fakten wurden vor- getragen. Der Verlust an Lebensräumen für die gefährdeten Tier- und Pflanzen- arten hat ein katastrophales Ausmass angenommen. Wer nun glaubt, dass wenigstens in den rechtlich abgesicherten Naturschutzge- bieten für einmal die Natur das Sagen hat, sieht sich getäuscht. Denn obwohl alle Naturschutzgebiete zusammenge- nommen weniger als 1 Prozent der Lan- desfläche und notabene auch weniger als die gesamte Strassenfläche ausmachen, ist der Ertragsdruck auch beispielsweise im Naturschutzgebiet Ruggeller Riet stark zu spüren. Völlig illegal wird seit Jahren im Natur- schutzgebiet Ackerbau betrieben. An- stelle der Streue schiesst der Silomais in die Höhe. Wieviel Dünger und Pflanzen- schutzmittel dabei auf den Boden, die angrenzenden Parzellen und in das Grundwasser gelangen weiss niemand. Trotz vielfacher Proteste ist es bisher nicht gelungen, diesen eklatanten Geset- zesverstoss zu unterbinden. Das Naturschutzgebiet dient aber auch sonst noch zu allerhand Zwecken. So ist es offenbar ohne weiteres möglich, eine improvisierte Deponie zu errichten. Wo jeder Gartenbesitzer aufschreien würde, wenn man ihm eine Ladung Ziegel auf das Rosenbeet kippen würde im Natur- schutzgebiet geht alles! Ungeachtet dessen ist Liechtenstein 1991 der Ramsar Konvention beigetre- ten (das ist- das Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Be- deutung, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel). Das Natur- schutzprojekt Ruggeller Riet soll dabei in die Liste der Ramsar Schutzobjekte aufgenommen werden.   Und so haben wir denn international be- wiesen, :dass wir etwas für den Natur- schutz tun, während im Ruggeller Riet 
der Ernstfall geprobt wird, im Eschner Bannriet eine weitere Streueparzelle ge- pflügt, im Triesner Bofel eine weitere Hecke eliminiert und im Foxwinkel eine weitere Magerwiese mit Schuttmaterial meterdick zugepflastert wird. Naturschutz in Liechtenstein So darf es nicht weitergehen. Es fehlt bis heute der Nachweis, dass die öffentliche Hand den Naturschutz im Liechtenstei- ner Talraum ernst genug nimmt. Natur- schutz lässt sich nicht nebenbei machen, 
sondern braucht eine professionelle Basis. Die LGU wird 1992 eine zusätz- liche' Anstrengung im Naturschutz un- ternehmen. Die Verantwortung liegt aber letztlich beim Land und den Ge- meinden. Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und ein gutes Neues Jahr. Mit freundlichen Grüssen Wilfried Marxer-Schädler Geschäftsführer
        

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