Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
2
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_2/2/
LGU-Mitteilungen 
März 1987 der Ar 
geit des Vors a Tunnelsanierung LGU gegen neues Tunnel In Triesenberg ist eine Initiative zustan- degekommen, deren Ziel darin besteht, ein neues Tunnel zu bauen, anstatt das alte zu sanieren. Die Initianten begrün- den ihre Aktion unter anderem mit dem Schutz der Umwelt, weil ein neues 
Tun- nel ab 
Gnalp den Bergwald zwischen Gnalp und dem heutigen Tunneleingang schonen würde. Die LGU hat sich in einer öffentlichen Stellungnahme gegen dieses fadenschei- nige umweltschützerische Argument ge- wehrt (21. 
1. 87). 
Der Bau einer neuen Tunnelröhre hat mit Umweltschutz nichts zu tun. Man bedenke nur die Lärm-, Staub-, Abgas- und Verkehrsbelastung während der Bauzeit. Man bedenke 
aber vor allem den Verkehr--; der nach einer besseren Erschliessung des Alpengebie- tes folgen wird. Die LGU spricht sich klar gegen den Bau eines neuen Tunnels aus, das mit Mehr- ausgaben von über 10 Millionen Franken zu einer Zunahme des Tagestourismus in unserem Alpengebiet führen wird. Daher ist die LGU auch gegen eine Ausweitung des heutigen Tunnels, 
wie es 
von der Regierung vorgeschlagen und vom Land- tag genehmigt wurde. Das Tunnel ist in den heutigen Ausmassen allen Berggän- gern zumutbar. Radioaktivität Untersuchung 
der Strahlenbelastung Ein Mitglied der LGU hat uns 
gebeten, abzuklären, ob die radioaktive Belastung von Laub bedenklich ist oder 
ob das Laub ohne weiteres als Kompost für den Gar- ten verwendet werden dürfe. Einer-Zeitungsmeldung 
aus Deutschland mussten wir entnehmen, dass von der Kompostierung von Laub dringend 
abge- raten wurde. Laub solle entweder unter Bäumen verteilt oder in den Wald gefah- ren werden. Wir haben das Amt für Le- bensmittelkontrolle aufgefordert, das liechtensteinische Laub zu untersuchen. Das Amt ist unserer Aufforderung nach- gekommen und hat einige Wochen später in den Zeitungen gemeldet, dass das Laub unbedenkliche Strahlenwerte auf- weise (18. 12. 86). Schafalpung Vorbereitungsgruppe 
gebildet Die Schafalpung mit einem Wanderhirten hat sich aus botanischer Sicht 
als 
sehr nachteilig herausgestellt. Die Schafe wur- den von der Sücka über das Bergle zum Sareis, Augstenberg und Bettlerjoch ge- 
führt. Dabei wurde auf bedeutsame Pflanzenstandorte keine Rücksicht ge- nommen. Unser ehemaliges Vorstands- mitglied und Sekretär der Botanisch- Zoologischen 
Gesellschaft 
Sargans- Liechtenstein-Werdenberg, 
Wilfried Kaufmann, hat sich mit dieser Kritik an die Zeitungen gewandt. Die LGU hat sich aufgrund der schlech- ten Erfahrungen mit der Schafalpung auf dem Älple bereits vor Jahren für eine Wanderherde eingesetzt, allerdings in ei- nem anderen Gebiet als den 
1986 
gewähl- ten. Wir haben daher an das Landwirt- schaftsamt, 
die Schafzuchtgenossen- schaft, die betroffenen Alpgenossen- schaften und andere, die es angeht, 
ge- schrieben und um eine Aussprache gebe- ten. Am 10. Dezember 1986 hat dieses Treffen stattgefunden, an welchem die verschiedenen Standpunkte und Erfah- rungen ausgetauscht wurden. 
Es 
wurde vereinbart, an weiteren Treffen eine für alle akzeptable 
Lösung zu suchen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Schafalpung auch weiterhin mit einer Wanderherde erfolgt. Wir schlagen aber das Gebiet vor, auf welchem bereits unse- re Vorfahren den Schwerpunkt der Schaf- alpung gesetzt hatten. Das 
ist das Gebiet südlich des Rappensteins. Dort sind die geeigneten Lagen für eine Schafalpung. Weder botanische noch viehwirtschaftli- che 
oder forstwirtschaftliche Interessen stehen dort im Wege. Auch die Erosions- gefahr als weiteres Entscheidungskrite- rium bereitet dort 
wenig Probleme. Öffentlicher Verkehr Entscheidung zugesagt Wir hatten Anfang September gemein- sam mit dem Verkehrsclub Liechtenstein (VCL) ein Gespräch mit Regierungsrat Wilfried Büchel zu Fragen des öffentli- chen Verkehrs. Dabei konnten wir ihm unsere Vorstellungen und Wünsche un- terbreiten. Insbesondere haben wir dar- auf gepocht, dass das von einer Regie- rungskommission in Zusammenarbeit mit dem Planungsinstitut Metron ausgearbei- tete reife Konzept zur Förderung des öf- fentlichen Verkehrs von der Regierung verabschiedet und realisiert wird. Am 12. November 
fand eine Podiumsdis- kussion zum Thema öffentlicher Verkehr in der Arbeitsstelle für Erwachsenenbil- dung statt, an der Regierungsrat Wilfried Büchel, Karl Koster (PTT), Hannes Mül- ler (metron), Werner Kutschera (Bau- amt), Norbert Brunhart (VCL), Gilbert Beck (ATC), Hanno Konrad (Planungs- gruppe Schaan) und Wilfried Marxer (LGU) teilnahmen. Wichtigstes Ergebnis aus der Sicht der 
LGU ist die Zusage von Regierungsrat Wilfried Büchel, noch im Jahr 1986 ein Konzept zur Förderung des öffentlichen Verkehrs, das sich am Kommissionsbe- richt orientiert, in der Regierung einzu- bringen und verabschieden zu lassen. Darauf warten wir jedoch bis heute ver- geblich. Immerhin aber weist der neue Sommerfahrplan der Postautos einige Verbesserungen auf. Magerwiesen Schutz 
wird vorbereitet Der Verlust an Magerwiesen hat im liech- tensteiner Talraum dramatische Ausmas- se angenommen. In den letzten LGU- Mitteilungen haben wir darüber berich- tet. Inzwischen haben wir den zuständi- gen Stellen Unterlagen zugeschickt, wie man — 
beispielsweise im Kanton Solo- thurn — 
mit Bewirtschaftungsprämien für die Landwirte die Magerwiesen schützen kann. Soweit wir informiert sind, hat jetzt die Naturschutzkommission der Regierung (in der die LGU keinen Einsitz hat) einen entsprechenden Antrag an die Regierung weitergeleitet. Vielleicht wird jetzt doch noch etwas unternommen, bevor alles verloren ist. Dann wären die jahrelangen Bemühungen der LGU zum Schutz der letzten Magerwiesen wenigstens nicht gänzlich erfolglos gewesen. Altpapier Aufforderung zu vermehrter Verwendung Mit einem Schreiben an das Amt für Per- sonal und Organisation der Landesver- waltung sowie an die Gemeindevertre- tungen Liechtensteins, haben wir uns für die vermehrte Verwendung von Altpa- pier ausgesprochen. Es ist ein Widerspruch, wenn fleissig Alt- papier gesammelt, aber kaum verwendet wird. Das führt zu den bekannten Altpa- pierbergen, während statistische Bücher, Landtagsprotokolle oder Gemeindebulle- tins auf weissem Papier gedruckt werden. Wir haben gleichzeitig einen Fragebogen an die Gemeinden geschickt, um heraus- zufinden, wo heute Altpapier verwendet wird und wo weitere Einsatzmöglichkei- ten gesehen werden. Wir werden die Auswertung bekanntgeben, sobald die Fragebogen bei uns eingetroffen sind. Die Regierung hat sich inzwischen bereits mit unserem Anliegen befasst und das Amt für Personal und Organisation mit der Weiterbearbeitung betraut. Der Erfolg der Aktion wäre am sicher- sten, wenn die Verbraucher (Bürgerin-
        

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