Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
16
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_16/1/
Magerwiese 
Informationsblatt für die Mitglieder der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU). Redaktion: Wilfried Marxer-Schädler. Druck: Gutenberg AG, Schaan, auf Original-Umweltschutzpapier. LGU-Geschäftsstelle: Heiligkreuz 52, 9490 Vaduz, Telefon 2 52 62 Liebe Mitglieder der LGU In der Beilage zu diesen LGU-Mitteilun- gen schicken wir Ihnen die neueste Aus- gabe der Schriftenreihe der LGU zu. Sie können darin selbst unsere Stellungnah- men zum landwirtschaftlichen Leitbild der Regierung und zum Entwurf für ein neues Gesetz über Beiträge für die Bo- denbewirtschaftung nachlesen. Wir ha- ben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir merken, dass unsere seit vielen Jahren vorgetragenen Anliegen im Be- reich der Landwirtschaft keine Früchte zeigen. Die LGU ist in viele Vernehmlas- sungsverfahren bei der Ausarbeitung neuer Gesetze einbezogen. Doch selten ist unsere Enttäuschung so gross wie im Bereich der staatlichen Landwirtschafts- politik. Wir hoffen, dass die Anliegen des Natur- und Umweltschutzes ernster ge- nommen werden, wenn wir unsere Hal- tung einer breiteren Öffentlichkeit be- kanntmachen. Fallbeispiel Magerwiesen Als ein krasses Beispiel, wie mit der Na- tur verfahren wird, können wir auf die Zerstörung von Magerwiesen hinweisen. Ursprünglich weitgehend durch die land- wirtschaftliche, extensive Nutzung ent- standen, sind die artenreichen Blumen- wiesen und die Streuewiesen, die die Hei- mat vieler gefährdeter Tier- und Pflan- zenarten darstellen, durch eine verkehrte Landwirtschaftspolitik fast gänzlich aus unserer Kulturlandschaft verschwunden. Selbst heute, da der Schutz der Natur allgemein als Ziel anerkannt wird, geht die Zerstörung weiter — nicht selten mit direkter Unterstützung der öffentlichen Hand. Indirekt ist aber die öffentliche Hand immer mitverantwortlich für den Verlust dieser wirtschaftlich uninteressan- ten Magerwiesen, da beispielsweise der Anbau von Silomais subventioniert wird, für die Leistungen der Landwirtschaft zur Erhaltung einer intakten Natur jedoch kaum Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. 
Biolandbau: ein Fremdwort? Während allenthalben über den biologi- schen Landbau als Ausweg aus der ökolo- gischen Misere diskutiert wird, scheint der Biolandbau in Liechtenstein noch ein Fremdwort zu sein. Die Regierung schickt einen Entwurf für neue Bodenbe- wirtschaftungsprämien in die Vernehm- lassung, in welcher nicht einmal die grundlegendsten Forderungen einer eini- germassen bodenschonenen Landwirt- schaft aufgenommen werden. Der Geset- zesentwurf fällt selbst gegenüber dem dürftigen landwirtschaftlichen Leitbild noch weit ab. Weder ist von einer Frucht- folge, noch von ökologischen Ausgleichs- flächen die Rede, um nur zwei Stichworte zu geben. Das lässt nur einen Schluss zu: im Bereich Landwirtschaftspolitik ist Na- turschutz kein Thema. Und das 20 Jahre nach dem Europäischen Naturschutz- jahr... Für uns wird daher Naturschutz auch in Zukunft ein Hauptthema bleiben. 
Kunsteishalle klar abgelehnt Es gibt aber auch erfreuliche Zeichen. Darunter fällt beispielsweise die deutli- che Ablehnung einer Kunsteishalle Schaan/Vaduz. In der öffentlichen Mei- nung ist ein unübersehbarer Wandel ein- getreten, wurde das gleiche Projekt doch noch vor wenigen Jahren in Vaduz ebenso deutlich gutgeheissen. Der Wunsch nach einem stärkeren Schutz der Natur und unserer Umwelt ist also da — fehlt nur noch die konsequente politische Umset- zung! Mit freundlichen Grüssen Wilfried Marxer-Schädler Geschäftsführer Beilage zu diesen LGU- Mitteilungen: «Landwirtschaftspolitik ohne Per- spektiven?» Schrift Nr. 4 der LGU
        

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