Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
15
Erscheinungsjahr:
1990
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_15/4/
LGU-Mitteilungen 
August 1990 «Strassenverkehr ist eine Kindsmisshandlung» Alle dreieinhalb Stunden wird in 
der Schweiz ein Kind im 
Strassenverkehr ver- letzt, jedes Jahr werden 50 Kinder getö- tet. Luft und Lärm machen die Kinder krank, stellten die Ärzte für Umwelt- schutz kürzlich an einer Tagung in Luzern fest. Die Zunahme von Pseudokrup bei Kindern ist stark mitabhängig vom Grad der Luftverschmutzung und kann unter Smog-Bedingungen besonders 
hoch sein. Die Todesfälle infolge der Krankheiten der Atmungsorgane haben 1988 um 13 Prozent zugenommen, die Krankenhaus- einweisungen wegen chronischer Lungen- krankheiten im Alter stiegen um 25 Pro- zent. Der Verkehrsunfall ist die häufigste To- desursache von Kindern. Der grösste 
Teil der Unfälle passiert in der Nähe der 
elter- lichen Wohnung. Aus Sicherheitsgründen werden daher die Kinder zunehmend in eingezäunte Gärten gesperrt, auf Spiel- plätze abgedrängt oder mit viel Spielzeug 
in der Wohnung zurückbehalten, statt dass sie gefahrlos ihrem Forschungsdrang nachgeben können und die Gegend aus- kundschaften. Statt dass sich der Verkehr 
den Kindern anpasse, müssten die Kinder für das Überleben im Strassenverkehr dressiert werden, beklagt der Kinderarzt Aurelio Nosetti. Er spricht in diesem Zusammen- hang von Kindsmisshandlung. Kinder sei- en nicht kleine Erwachsene. Sie hätten ein begrenztes Gesichtsfeld, könnten Ge- räusche und Geschwindigkeiten noch nicht richtig einschätzen. Ein dreijähriges Kind sehe die Welt auf Pneuhöhe, ein achtjähriges können knapp über die Küh- lerhaube blicken. Ein Kind im Kindergar- tenalter erreiche eine Maximalgeschwin- digkeit von 8 km/h, könne sich einzig durch seine Kleidung bemerkbar machen und sei dem Verkehr schutzlos ausge- setzt. Demgegenüber ist das Auto in einer unvergleichbar stärkeren Position. Die liechtensteinische Unfallstatistik der letzten 10 Jahre zählt durchschnittlich mehr als 300 Unfälle im Strassenverkehr mit mehr als 100 Personenschäden pro Jahr. Dabei sind durchschnittlich jedes Jahr mehr als 10 Kinder unter 14 Jahren 
in Unfälle verwickelt. Im Mittel verlieren jährlich 5 Personen ihre Leben auf Liech- tensteins Strassen. Etwa drei Viertel aller Unfälle geschehen innerorts. Die jahres- zeitliche Verteilung ist ziemlich gleich- mässig, ebenso wie die Aufteilung auf Tag und Nacht. Interessant ist ein Blick auf die Auswir- kungen von Unfällen. Die jüngsten ver- fügbaren statistischen Angaben aus dem Jahr 1988 zeigen für das Fürstentum Liechtenstein, dass in 12 Prozent aller Strassenverkehrsunfälle Mofa-, Fahrrad- fahrer oder Fussgänger verwickelt waren. Bei solchen Verkehrsunfällen mussten je- doch 32 Prozent aller Personenschäden und 66 Prozent der Verkehrstoten regi- striert werden. Temporeduktionen innerorts könnten die Gefahr für Kinder und Erwachsene stark reduzieren. Ein Aufprall bei Tempo 30 entspricht einer Fallhöhe von 3.5 Metern, bei Tempo 50 aber bereits einer Fallhöhe von 9,8 Metern. Die Temporeduktion von 60 km/h auf 50 km/h hat in Zürich zu 80 Prozent weniger schwerverletzten und 25 Prozent weniger getöteten Fussgän- gern geführt. Bei einer weiteren Tempo- -reduktion innerorts könnte die Zahl der Verletzten und Getöteten nochmals deut- lich reduziert werden. Die Ärzte für Um- weltschutz setzen sich denn auch für Tem- po 30 ein. Wald-Wild- Problematik Aus für 
Wintergatter In der Frage der Rotwild-Wintergatter, über welche wir in den letzten 
LGU- Mitteilungen ausführlich berichtet haben, ist vorläufig eine Entscheidung gegen die Wintergatter gefallen. Das konnte uns Forstmeister Dr. Felix Näscher an einer Vorstandssitzung persönlich 
mitteilen. Vorerst sollen die Wildbestände deutlich reduziert werden, wobei das Schwerge- wicht in den ökologisch sensibelsten Ge- bieten liegt. Erst wenn Erfahrungswerte nach erfolgter Bestandesreduktion vorlie- gen, wird die Frage 
von Wintergattern erneut zur Diskussion stehen, sofern dann nicht bereits eine Verbesserung in der natürlichen Regeneration der Wälder eingetreten ist. Teichfolien von NeoVac Im letzten Liechtensteiner  Umweltbe- richt zum Thema Naturgarten haben wir unter anderem über den Bau von Garten- teichen berichtet und uns dabei auf Fach- literatur aus der Schweiz gestützt. Wir haben auch Bezugsadressen für Teichfo- lien angegeben. Die Firma NeoVac in Ruggell hat uns nun darauf hingewiesen, dass auch sie zu den Anbietern von Teich- folien gehört. Wir machen unsere Mit- glieder gerne darauf aufmerksam und danken der NeoVac für diesen Hinweis.
        

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