Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_12/2/
LGU-Mitteilungen 
November 1989 Aus der Arbeit des Vorstandes CIPRA-Geschäftsstelle Nach der Regierung hat nun auch der. Landtag der Teilfinanzierung einer Ge- schäftsstelle der Internationalen Alpen- schutzkommission CIPRA in Liechtenstein  zugestimmt. Der Finanzbeschluss gilt vorläufig für eine dreijährige Testpha- se. Die CIPRA wird in den gleichen Räumlichkeiten wie die LGU, also im Heiligkreuz in Vaduz, eingerichtet. Das Präsidium der CIPRA befasst sich derzeit mit der Suche nach einer geeigneten Per- son für die Übernahme der Geschäftsfüh- rung. Lärmfreies Malbun? Es ist mehr als ein Zufall, dass die LGU vor wenigen Monaten einen Umweltbericht  zum 'Thema Lärm herausgegeben hat, kurz darauf ein Lärmschutzgesetz im Landtag' zur Beratung kam und fast gleichzeitig eine Unterschriftenaktion für ein lärmfreies Malbun durchgeführt wur- de. Der Lärm ist zu einer Umweltplage geworden in einer Zeit, in der sich die stressgeplagten Menschen zunehmend in ihrer Freizeit Ruhe und Erholung wün- schen. Die LGU hat daher die Aktion für ein lärmfreies Malbun unterstützt. Die Eingabe an die Regierung, von 421 Per- sonen unterzeichnet, fordert strenge Lärmmassstäbe für das AIpengebiet, so z. B. das Verbot, Lautsprecher im Freien aufzustellen, Nachbarn mit Lärm zu belä- stigen oder mit Unterhaltungsmusik gan- ze Täler zu beschallen. Nach der Verab- schiedung eines Lärmschutzgesetzes im Landtag wird sich die LGU dafür einset- zen, dass die dazugehörige Lärmschutz- verordnung rasch realisiert wird und strenge Richtlinien enthält. Ökologisches Bauen Am 10. August haben wir einen Brief an alle Gemeinden des Landes geschickt, in welchem wir dazu aufrufen, bei künftigen Bauvorhaben ökologische Kriterien zu berücksichtigen. Dem Schreiben haben wir eine umfangreiche Dokumentation über realisierte ökologische Bauprojekte in der Schweiz und in Deutschland beige- legt. Die Dokumentation enthält ausser- dem einen 10-Punkte-Katalog (Prinzipien   der Baubiologie) den wir in Zusammen- arbeit mit Fachleuten aus der Baubiolo- gie erstellt haben. Bedauerlicherweise ist 
bis anhin noch keine Gemeinde auf uns zugekommen, um mit unserer Unterstüt- zung neue Wege in der Bautätigkeit zu beschreiten. Gut Ding muss vielleicht auch in dieser Frage Weile haben ... Bewahrung der Schöpfung Die Bettagsveranstaltungen vom 16./17. September 
in Balzers können als Erfolg bezeichnet werden. Die Kirchen begin- nen sich für die Erhaltung der Lebens- grundlagen einzusetzen und nähern sich somit der Ökologiebewegung an. Unter dem Motto «Gerechtigkeit, Frieden, Be- wahrung der Schöpfung» war das Bet- tagswochenende in Balzers von einer Vielzahl engagierter Aktionen, Vorfüh- rungen, Präsentationen, Diskussionen geprägt, welche von entwicklungspoliti- schen, sozialen, kulturellen bis ökologi- schen Fragen reichten. Die LGU hat sich mit der Lancierung der- Unterschriftenaktion zur Rettung des tro- pischen Regenwaldes, einer Videovor- führung über die Zerstörung des Tropen- waldes, welche beim Publikum grosse Be- troffenheit und Ratlosigkeit auslöste, so- wie einem attraktiven Informationsstand über die Rheinkraftwerke am Sonntag beteiligt. Eine Wiederholung dieses «Ideen- und Initiativenmarktes» in den kommenden Jahren wäre sicherlich wün- schenswert. Umweltschutz- kommissionen tagten Auf Einladung der LGU haben sich am 5. September zum vierten Mal die Umwelt- schutzkommissionen der Gemeinden Liechtensteins zu einer Sitzung eingefun- den. In der Sitzung kamen Probleme in der Kompostvermarktung, die Sonderab- fallentsorgung, das Recycling von Stahl- blechdosen und Leuchtstoffröhren, die ökologische. Schulung von Verwaltern öf- fentlicher Gebäude und die Vermeidung von Platikgeschirr bei Veranstaltungen zur Sprache. Der Gedankenaustausch er- weist sich als Vorstufe für die konkrete Umweltschutzarbeit in den Gemeinden als wertvolle Hilfe. Informationen kön- nen ausgetauscht, gegenseitige Hilfe an- geboten, gemeinsame Ideen entwickelt werden. 
Umweltingenieur an der LIS Die Liechtensteinische' Ingenieruschule LIS hat den seinerzeitigen Vorschlag der LGU aufgegriffen, ein Nachdiplomstu- dium «Umweltingenieur» anzubieten. Die Vorarbeiten haben bereits das Ver- nehmlassungsstadium erreicht. Das vor- liegende Konzept entspricht weitgehend den Vorstellungen der LGU. In der Stel- lungnahme zum LIS-Entwurf .regt die LGU mehr Platz für ethische und ästheti- sche Fragen an, schlägt. eine ausbildungs- begleitende anstelle einer Abschlussar- beit, Variationen in den Unterrichtsfor- men, die Aufnahme von Prognoseverfah- ren und eine stärkere Gewichtung der rationellen Energienutzung in der Ausbil- dung vor. Biolandbau-Initiative Tief enttäscht vom vorläufigen Ergebnis der Regierungskommission zur Erarbei- tung eines landwirtschafltichen Leitbildes verstärkt die LGU ihr Engagement zur Förderung des biologischen Landbaus. Eine Delegation, der LGU hat am 13. September im direkten Gespräch mit Re- gierungschef-Stellvertreter Dr. Herbert Wille die Enttäuschung über das Leitbild ausgedrückt. Dr. Wille hat sich daraufhin bereiterklärt, eine Informationsrunde un- ter Beizug des landwirtschaftlichen Bera- ters für die Ostschweiz des Forschungsin- stitutes für biologischen Landbau, Herrn Eric Meili, zu organisieren. Am 8. No- vember findet die Aussprache statt, wo- bei Vertreter landwirtschaftlicher Interessengruppen  miteingeladen sind. Wir er- hoffen uns von diesem Gespräch eine bessere Akzeptanz des biologischen Landbaus und eine Sensiblisierung für' ökologische Notwendigkeiten in der Landwirtschaftspolitik, die in der Über- arbeitung des Leitbildes einfliessen sollte. Am Nachmittag des gleichen Tages ver- anstaltet die LGU eine Hof- und Feldbe- gehung eines Landwirtschaftsbetriebes in Liechtenstein, an welcher interessierte Landwirte eingeladen sind, unter- der Lei- tung von Herrn Meili mehr über den bio- logischen Landbau, die Umstellungsme- 
  thoden den  Zeit- und Kostenaufwand zu erfahren. Es wäre ein grösser Gewinn, wenn der eine oder andere liechtensteini- sche Landwirt auf den Biolandbau um- stellen würde.
        

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