Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
10
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_10/2/
LGU-Mitteilungen Mai 1989 Öko-Bonus-System Neuer Anlauf im neuen 
Landtag? In seiner letzten Sitzung hat der alte Landtag der Regierungsvorlage für ein neues Gesetz über die Motorfahrzeug- steuer in erster Lesung zugestimmt, ob- wohl sich die LGU und der VCL vehe- ment für eine Neuorientierung auf ein Bonus-Malus-System eingesetzt haben. Die beiden Verbände sind nun nochmals an die Abgeordneten des neuen Landta- ges herangetreten mit der Aufforderung, die 
kilometerabhängige Besteuerung (Bonus-Malus-System) einzuführen. Die LGU hat einen entsprechenden Vorstoss sowohl in einer Pressemitteilung Anfang Mai, wie auch in einem Brief an alle Landtagsabgordneten gemacht. Es würde allen Umweltschutzbemühun- gen zuwiderlaufen, wenn gerade im Be- reich der Motorfahrzeugsteuer nicht nach dem Grundsatz verfahren würde, dass die Verursacher von Umweltschäden für die Kosten aufzukommen haben. Eine kilo- meterabhängige Besteuerung könnte je nach Höhe der Kilometerpauschale einen wirksamen Anreiz zum Verzicht auf das Auto und zum Umsteigen auf das Fahr- rad oder öffentliche Verkehrsmittel schaffen. Verbot von Schneekanonen Grundsatzentscheid mit Signalwirkung Vor kurzem hat die Internationale Alpen- schutzkommission (CIPRA) eine Bro- schüre veröffentlicht, die detailliert über die Verbreitung der Beschneiungsanlagen (Schneekanonen) in den Alpen, sowie deren Umweltbelastungen informiert. Die LGU hat dies zum Anlass genom- men, in Liechtenstein ein Verbot von Schneekanonen zu fordern. Im Antrag an die Regierung vom 18. April begründet die LGU dies mit dem hohen Wasser- und Energieverbrauch der Schneekano- nen, den Schäden an der Vegetation, den Lärmbelastungen und der Beeinträchti- gung des Landschaftsbildes. Die LGU hält weiter fest, dass Schneekanonen den Bemühungen um sanfte Tourismusfor- men nicht entsprechen. Die Regierung ist dem Antrag der LGU gefolgt und hat in der Sitzung vom 2. Mai beschlossen, ein generelles Verbot von künstlichen Schneeerzeugungsanlagen zu erlassen. Damit hat die liechtensteinische Regierung wie früher beim Verbot von Snow-Mobilen (Motorschlitten) und Ul- tralight-Flugzeugen (motorisierte Hänge- 
gleiter) schnell und mutig auf diese neue technische Entwicklung reagiert. Der Entscheid kann durchaus Signalwirkung in anderen Alpenländern und -regionen haben. In 
Graubünden ist beispielsweise eine Initiative zur Einschränkung der Schneekanonen hängig. Rhy-Fäscht '89 Vorbereitungen laufen auf Hochtouren Bereits seit Anfang dieses Jahres laufen die Vorbereitungen des diesjährigen Rhy- Fäschts, das am 3. September bei der Holzbrücke Vaduz—Sevelen zur Austra- gung kommen wird. Der Schwerpunkt, den die Organisatoren (Vereinigung zum Schutze des Rheins, LGU und andere Vereine) in diesem Jahr setzen, besteht darin, den Gigantismus, den die geplan- ten Rheinkraftwerke darstellen, visuell erfahrbar zu machen. Es soll allen Besu- cherinnen und Besuchern deutlich ge- macht werden, wie in der Bauphase und nach Inbetriebnahme der Kraftwerke die Landschaft verändert wird, wieviele Last- wagen verkehren müssen, wieviel Lärm erzeugt wird, wie der Erholungswert des Rheins verlorengeht, wie Lebensräume für Tiere und Pflanzen vernichtet werden. Wer bei der Vorbereitung und der Durch- führung behilflich sein möchte, ist herz- lich eingeladen. Es gibt bei jedem Rhy- Fäscht jede Menge zu tun. Bitte bei der LGU melden! Lärmschutzgesetz Vernehmlassung beendet Bis anhin gibt es in der liechtensteini- schen Gesetzgebung erst im Strassenver- kehrsgesetz und Arbeitsgesetz einzelne Bestimmungen, die die Einschränkung des Lärms zum Ziel haben. Ein Lärm- schutzgesetz gibt es im Gegensatz zur Schweiz und zur Bundesrepublik Deutschland nicht. Die Regierung ist ge- willt, diese Gesetzeslücke zu schliessen und hat einen Entwurf für ein Lärm- schutzgesetz in die Vernehmlassung ge- schickt. Die LGU hat sich in ihrer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf grundsätzlich für ein Lärmschutzgesetz ausgesprochen. Der Regierungsentwurf wurde dabei grundsätzlich positiv bewertet. Die LGU hat einzig die Anregung gemacht, für Wohngebiete und empfindliche Naturge- biete spezielle Lärmgrenzwerte vorzuse- hen, die dem erhöhten Bedürfnis nach 
Schutz vor Lärmbelästigungen gerecht werden. Umweltbericht «Lärm» Bald fertig und an alle Haushaltungen Der nächste Liechtensteiner. Umweltbe- richt beschäftigt sich mit dem Thema Lärm. Er wird demnächst an alle Haus- haltungen des Landes verschickt werden. Im Umweltbericht wird auf die Lärmsi- tuation in Liechtenstein, die Lärmschutz- gesetzgebung, Massnahmen zur Vermei- dung und Verminderung von Lärm, Lärm   und Verkehr und viele weitere Aspekte des Lärms eingegangen. An der Vorbereitung und Gestaltung des Umweltberichtes hat sich aus den Reihen des LGU-Vorstandes Dietmar Possner stark eingesetzt. Er hat sich gemeinsam mit einer Schulklasse des Liechtensteini- schen Gymnasiums seit längerem intensiv mit der Lärmsituation in Liechtenstein beschäftigt. Die Ergebnisse der grossan- gelegten Lärmerhebung dieser Schulklas- se werden im Liechtensteiner Umweltbe- richt veröffentlicht. Keine Deponie ins Saminatal! LGU wehrt sich gegen 
Deponiestandort Saminatal Auf der Suche nach einem geeigneten   Deponiestandort ist die Gemeinde Trie- 
  senberg im Saminatal, einige hundert Meter unterhalb des Tunnelausganges, fündig geworden. Mangels geeigneter an- derer Standorte auf dem Gemeindegebiet ersucht Triesenberg um eine Bewilligung an. Auf der Deponie soll vor allem Aus- hubmaterial deponiert werden. Die LGU hat sich in einem Schreiben an die Regierung und die Gemeinde Trie- senberg aus den folgenden Gründen energisch gegen den Standort Samintal ausgesprochen: 1. 
Der Saminabach soll nicht weiter zer- stückelt werden. 2. 
Bauschutt kann die Wasserqualität be- einträchtigen. 3. 
Es macht keinen Sinn, Deponiemate- rial über mehrere hundert Höhenmeter von Triesenberg nach Steg zu transportie- ren (Energieverbrauch, Luftverschmut- zung). Es ist wohl allen klar, dass in unserem Berggebiet jeder menschliche. Eingriff be- sonders kritisch beurteilt werden muss, da es sich um ein sehr empfindliches Öko- system handelt.
        

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