verschiedenen Kontrollen zeigen, welchen Stand das Feuerlöschwesen in Balzers 
erreicht hatte und welche Verbesserungen ins Auge gefasst wurden. Obwohl die 
Vorstehung in der Regel von erfolgreichen Feuerschauen und Spritzproben 
durch Feuerkommission, Baufachkundigen und Landweibel nach Vaduz berich- 
tete und anzeigte, in welchen Häusern etwa der vorgeschriebene Feuerkübel 
fehlte und welche kleinen Strafen er ausgesprochen habe - etwa bei Nicht- 
erscheinen bei den Feuerwehrübungen - kamen auswártige Inspektoren zu 
grundsitzlicheren Untersuchungsergebnissen und zu kritischerem Urteil. 
Die Inspektion von 1887 
Eine landesweite Untersuchung von 1887 zeigte, dass das Feuerlöschwesen 
ın Liechtenstein viel zu wünschen übrig liess. Die Leute seien zu sparsam und der 
Umgang mit leicht brennbaren Stoffen zu sorglos. Erste Prioritát sei die Anlage 
gut verteilter Wasserbezugsorte für die Feuerwehr. Die Qualitát der Spritzen sei 
«ordentlich», die Anzahl aber ungenügend. Insbesondere mangele es an kleinen 
Spritzen, denn auf dem Land, wo die meisten Leute sich tagsüber nicht im Dorf 
befánden, seien leichte Lóschrequisiten notwendig, die von der kleinen Anzahl 
der im Dorf anwesenden Personen rasch und effizient eingesetzt werden kónn- 
ten. Die Aufbewahrungsorte für das Material seien schlecht, die Feuerwehrleute 
vóllig ungenügend und den Verhältnissen nicht entsprechend ausgebildet. 
Mit Bezug auf Balzers schlug der Berichterstatter vor, für den Dorfteil Mäls 
eine kleine Spritze anzuschaffen. Die Schläuche für die Saugspritze seien an der 
dafür vorgesehenen Haspel aufzubewahren und nicht in irgend einer Ecke zu 
deponieren. Sehr mangelhaft erschien ihm die Schlauchtrocknungsanlage im 
Spritzenhaus; eine solche sei auf der Schattenseite eines hohen Gebáudes zu 
errichten. Weiter solle die Gemeinde je eine einfache Strebeleiter für Balzers und 
Mäls, Dachleitern, eine Hängelaterne für das Spritzenhaus, eine bis zwei Petro- 
leumlampen für die Beleuchtung des Arbeitsortes sowie ein Windlicht zur Kenn- 
zeichnung des Kommandoplatzes bei Einsätzen anschaffen. 
Der Berichterstatter bemängelte ausserdem, dass die Einwohnerschaft der 
Gemeinde den Vorschriften des Feuerpolizeigesetzes nicht nachlebe, es fehle an 
Laternen und Löschwischen. Der Bericht schenkt selbst kleinsten, aber deswe- 
gen nıcht minder wichtigen Dingen Beachtung: die Tür zum Spritzenhaus sollte 
auswärts und nıcht einwärts aufgehen, Abzeichen für die Chargenträger seien 
notwendig. An der Tür des Spritzenhauses sei ein Inventarverzeichnis anzubrin- 
gen. 
Andere Berichte beklagen das ungenügend vorhandene Schlauchmaterial. 
Erforderlich sei soviel, dass der an einem Hydranten angeschlossene Schlauch 
14 
    
95. d NU 
Im Hintergrund das Spritzenbaus Züghüsle 1907/1908 
mühelos die halbe Strecke zum nächsten Hydranten überbrücke. Schläuche, 
Hand- und Standröhren sollten in Mäls nicht (wie etwa 1899) in einer schwer 
erreichbaren Scheune aufbewahrt werden, sondern seien auf zwei verschiedene 
Standorte zu verteilen oder doch mindestens mitten im Dorf in einem Kasten zu 
deponieren. In Mäls mangele es weiter an zwei Feuerleitern und vier Feuerhaken. 
Jeder Hydrant sei so zu markieren, dass er auch bei Tiefschnee sofort gefunden 
werde. 
Die Inspektion von 1912 
Nachdem spáter jahrelang keine eingehende Inspektion in Balzers mehr 
stattgefunden hatte, schlug der Obmann des Liechtensteinischen Feuerwehrver- 
bandes, Joseph Ospelt, im Juni 1912 der Regierung vor, einen Hydrantenkurs 
abzuhalten und durch den Instruktor Ulrich Schlipfer aus Gams das gesamte 
Feuerlóschwesen in Liechtenstein überprüfen zu lassen. 
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.