Die liechtensteinischen Alpen 35 
  
nachdem sie schon eine Anzahl von Siedlungen vorfanden, die 
zum Teil sogar in die Römerzeit zurückdatierten. Die schönen 
und ergiebigen Alpen und Weiden waren zuerst zu Lehen ge- 
nommen, wurden aber später den Nachbargemeinden und 
den Grafen von Werdenberg abgekauft. Der kirchliche Mittel- 
punkt war die von ihnen erbaute Kapelle auf Masescha; ein- 
gepfarrt waren sie aber bis 1767 in die Gemeinden Triesen und 
Schaan. Noch heute verrät die Mundart der Triesenberger 
ihre Herkunft aus dem Oberwallis. Bis ins 16. Jahrhundert 
nannten sie sich «freie Walliser», weil sie, frei wie sie ge- 
kommen, auch das Land wieder verlassen durften. 
Von Triesenberg gelangt man auf bequemer Autostraße in 
ungefähr 1/2 Stunde nach dem zu Triesenberg gehörenden Wei- 
ler Rotenboden mit dem bekannten Kurhaus Samina (1000 m 
ü. M.) mit 28 Betten. Von da umfassende Aussicht. Von Roten- 
boden aufwärts auf Autostraße in 45 Minuten nach Masescha 
mit Kurhaus und Pension Masescha, 20 Betten (1240 m ü. M.), 
gelegen inmitten grüner Matten in kleiner Mulde mit herr- 
lichem Blick ins Rheintal. 
Kapelle auf Masescha. Wahrscheinlich schon um 1300 von 
den eingewanderten Wallisern erbaut. Früher auch oft «Kapelle 
unserer lieben Frau auf Masescha» geheiBen. In der Kapelle 
wurde von jeher der heilige Theodul als Patron der Walliser 
verehrt. Früher war dort ein altes Bild dieses Heiligen, das 
darstellte, wie nach der Legende der Teufel dem heiligen Bi- 
schof eine Glocke über die Alpen nach dem Wallis tragen 
mufte. Das heutige Bild auf dem linken Seitenaltar, das diese 
Szene darstellt, ist neueren Datums und stammt von dem Vor- 
arlberger Maler Reich. Zwischen 1620 ud 1628 wurde die Ka- 
pelle umgebaut und vergróBert. In der Pestzeit im 17. Jahr- 
hundert wurden hier die Pestpatrone St. Rochus und St. Seba- 
stian verehrt. Ihre Bilder sind auf dem Hochaltar. Als Pfarr- 
kirche oder dem stándigen Gottesdienste hat das Kirchlein 
nie gedient. 
Oberhalb Masescha ist der Ausgangsort des Wasserlei- 
tungsstollens der Liechtensteinischen Kraftwerke. Von da 
 
        

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