Herausgeber:
Sonstige öffentliche Herausgeber
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000028317/65/
|/ 
LG 
Liechtensteinisches 
Gymnasium 
  
zum Studium zugelassen würden; in diesem Zusammenhang wurde auch über das 
Mitspracherecht des Staates bezüglich dieser Privatschule eingehend diskutiert. Am 
10. Mai 1966 erteilte der Generalrat den Fratres in Vaduz die Bewilligung, Mádchen 
an dieser Ordensschule zu unterrichten, wie es auch schon an wenigen Schulen des 
Ordens in Kanada, Frankreich, Brasilien und Australien praktiziert wurde. 99 
Allerdings blieb für die Schulleitung das Raumproblem, das die «Coeducatio» mit 
Sich brachte, ungelóst, so dass nach der Meinung des Direktors, F. Dr. Ingbert 
Ganss, Mádchen nur in die erste Klasse aufgenommen werden sollten. Erst im 
neuen Schulgebáude sollte dann die Aufnahme von Mádchen in die hóheren Klassen 
erfolgen. 9'* Doch der Landesschulrat genehmigte schon am 12. Februar 1969 die 
«Aufnahme von Mädchen in alle oberen Klassen des Liechtensteinischen Gymna- 
siums (Realgymnasium)», womit ein langwieriges Kapitel in der Geschichte unserer 
Schule seinen Abschluss fand. €? 
Im Schuljahr 1968/69 traten 12 Mádchen in die erste Klasse des Gymnasiums ein $3, 
und 1975 konnten neben 17 Maturanten erstmals auch vier Maturantinnen erfolg- 
reich ihre Maturaprüfungen ablegen. 94 
Liechtensteinisches Gymnasium 
Nach mehrjáhrigen Verhandlungen zwischen den politischen Gremien des Landes 
und der Ordensleitung der Maristen-Schulbrüder konnten 1968 weitere offene 
Fragen geklárt werden. Das Collegium Marianum erhielt durch eine Vereinbarung, 
welche die Fürstliche Regierung und die Ordensleitung der Maristen-Schulbrüder 
am 20. November 1967 unterzeichneten, den neuen Namen 'Liechtensteinisches 
Gymnasium'. 
Das Gymnasium blieb nach wie vor eine Privatschule mit staatlicher Anerkennung 
und war deshalb auf ein jáhrliches Schulgeld von 650.— Franken pro Schüler angewie- 
sen, was für die Eltern, die ihre Kinder nicht in eine óffentliche Schule schickten, eine 
zusätzliche finanzielle Belastung bedeutete. ® Da diese Tatsache für innenpolitischen 
Konfliktstoff sorgte, beschloss der Landtag am 30. April 1969, alle Schüler mit 
Wohnsitz in Liechtenstein vom Schulgeld zu befreien. Zusätzlich übernahm der 
Staat auch die Fahrtkosten für alle Zubringerdienste zu den Schulzentren des 
Landes. 
Neubau des Gymnasiums 
«Gymnasium-Neubau vor Verwirklichung» lautete die erlösende Ankündigung des 
Bauprojekts, das bereits 1968 in einem Wettbewerb vom Architekten Ernst Gisel 
eingereicht und mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden war. °7 Aus der Anspra- 
che von Rektor F. Dr. Ingbert Ganss beim historischen Spatenstich für den Neubau 
des Liechtensteinischen Gymnasiums lässt sich die Raumnot am Gymnasium förm- 
lich herauslesen: «Hoffentlich recht bald — sie kennen ja meine Ungeduld — stehen 
hier Baukréne ... wachsen hier die Mauern aus dem Boden ... wir freuen.uns jetzt 
schon darauf, einziehen zu kónnen in diesen Bau.» 68 
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