Herausgeber:
Sonstige öffentliche Herausgeber
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000028317/59/
Zum Jahresbericht 1964/65 war im Liechtensteiner Vaterland unter anderem zu 
lesen: «... Das Collegium Marianum ist in den nunmehr 28 Jahren seines Bestehens 
zu einer schulischen Institution geworden, auf die wir mit Recht stolz sind und die 
wir gerne zitieren. All dies obwohl ihre Existenz am wenigsten auf unser Zutun 
zurückzuführen ist. Es ist die aufopferungsvolle Arbeit der Maristenbrüder selbst, die 
ihre ganze Kraft in den Dienst Gottes und des Nächsten stellen und damit die 
Schaffung eines Gymnasiums in unserem Lande erst ermöglichten... Das Colle- 
gium Marianum stand niemals höher im Ansehen der Allgemeinheit als heute. Die 
Public Relation muss heute nicht mehr 'gemacht' werden, sie erwáchst aus dem 
Schulbetrieb im allgemeinen. Das 'fremde' Unternehmen des Collegiums Marianum 
von einst, ist lángst zu einer echt liechtensteinischen Sache geworden, zu unserer 
eigenen... Die Weltoffenheit und Weite des Geistes steht im Gegensatz zur Enge 
der Ráume, in denen er wohnen muss. Die Raumnot am Collegium wird seit Jahren 
mit Provisorien überbrückt. Anbauten und Ausbauten sind nur halbe Lósungen, 
genau wie der Fertigteil-Pavillon, den man im vergangenen Jahr noch in den 
Gemüsegarten gestellt hat. Vielleicht ist er ein Schatten jener grossen Ereignisse, 
die nach den letzten Meldungen aus der Regierungsstube angekündigt werden: Man 
ist auf der Suche nach geeignetem Baugelánde für ein neues Schulareal.» 53 
Dieses Suchen nach einem geeigneten Standort für einen Neubau sollte allerdings 
Landtag, Regierung, Gemeinden und die Schulleitung noch làngere Zeit bescháfti- 
gen, da in diesem Zusammenhang noch andere offene Fragen diskutiert werden 
mussten, ohne deren Beantwortung eine Planung des Schulneubaues nicht ange- 
gangen werden konnte. Ein kurzer Bericht über eine dieser Debatten im Landtag, 
erschienen im Liechtensteiner Volksblatt, soll einen Einblick in die Komplexität der 
Diskussion um den Schulneubau für das Gymnasium vermitteln. 
«Inzwischen hat sich die Fürstliche Regierung mit der Frage eines Neubaus intensiv 
bescháftigt. Regierungschef Dr. Gerard Batliner erklárte im Landtag, dass bereits 
verschiedene Sitzungen der vorberatenden Baukommission stattgefunden haben. 
Auch über die Standortfrage verhandle die Fürstliche Regierung und dránge auf eine 
móglichst baldige Erledigung dieser Angelegenheit. 
Im Zusammenhang mit dem Neubau stellen sich auch Fragen rechtlicher Natur. Es 
ist angezeigt, dass im Zuge des geplanten Neubaus das Rechtsverhältnis zwischen 
dem Collegium Marianum als Privatschule und dem Staate Liechtenstein überprüft 
wird. Der Staat kann nicht Mittel für eine Schule ausgeben, ohne sich eine effektive 
Mitsprache zu sichern. Heute sind alle Liechtensteiner daran interessiert, dass ihre 
Kinder im eigenen Land die Maturitätsprüfung ablegen können. Ebenso interessiert 
sind sie aber auch, dass die Schule noch in vermehrtem Masse den liechtensteini- 
schen Verhältnissen angepasst wird. Schon unter der Amtszeit von Altregierungs- 
chef Dr. Alexander Frick ist dieser Gedanke aufgegriffen und dann später dadurch 
verwirklicht worden, dass die Fürstliche Regierung auf Bestreben vom Fürstlichen 
Studienrat, Dr. Ingbert Ganss, liechtensteinische Lehrkräfte für das Collegium 
Marianum gewann. Bis heute sind es zwei, weitere sind in Ausbildung. Wenn wir in 
diesem Zusammenhang von einem liechtensteinischen Gymnasium sprechen, so 
darf diese Benennung nicht als eng national missdeutet werden. Die Schule soll 
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