Herausgeber:
Sonstige öffentliche Herausgeber
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000028317/19/
  
Hans Brunhart ist seit 1978 
Regierungschef des Fürstentums 
Liechtenstein und ist bereits seit 
seinem Eintritt in die Regierung im 
Jahre 1974 zuständiger Ressortchef für 
das Bildungswesen. 
Die bildungspolitische Bedeutung 
des Gymnasiums in Liechtenstein 
Von Hans Brunhart 
Am 15. September 1937 eröffnete der Orden der Maristen-Schulbrüder in der «Villa 
Blanca» in Vaduz das Collegium Marianum. Während 44 Jahren hat der Orden unter 
wechselvollen Umständen die Schule geführt, zwischen 1953 und 1962 ohne die 
obersten Klassen des Gymnasiums und während längerer Zeit durch Hinzufügung 
einer wirtschaftlichen Mittelschule. Im Jahre 1968 in «Liechtensteinisches Gymna- 
sium» umbenannt und schon vorher mit staatlichen Mitteln unterstützt, ist es seit 
1981 eine staatliche Schule. Ich möchte diese drei historischen Kenndaten meinen 
Ausführungen zur bildungspolitischen Bedeutung des Gymnasiums für Liechten- 
stein voranstellen. 
Ebenso voranstellen möchte ich den Dank an alle, welche an dieser Schule mitge- 
baut haben, insbesondere an den Orden der Maristen-Schulbrüder, an die verschie- 
denen Schulleitungen und alle Lehrpersonen. Mit dem Liechtensteinischen Gymna- 
sium wurde ein Werk geschaffen, welches in mancher Beziehung typisch ist für die 
Geschichte unseres Landes in den vergangenen fünf Jahrzehnten, welches aber 
gleichzeitig auch eine Basis bieten soll für die Bewältigung der Zukunft. 
Die bildungspolitische Bedeutung des Liechtensteinischen Gymnasiums ergibt sich 
vor allem aus der Stellung des Gymnasiums innerhalb unserer Schulstruktur und aus 
der damit verbundenen Zielsetzung der Schule. Das Schulgesetz von 1971 widmet 
dem Gymnasium sieben Artikel. Dem Gymnasium fällt darin die Aufgabe zu, die 
Schüler in wissenschaftlichem Geiste zur Selbständigkeit des Denkens und Urteilens 
zu erziehen, in die Methoden geistiger Arbeit einzuführen und auf das Hochschulstu- 
dium vorzubereiten. Bereits beim Erlass des Schulgesetzes ging man davon aus, 
dass das Gymnasium verschiedene Typen anbieten könne oder solle, und zwar in 
einer Langform, die mit acht Schuljahren an die 5. Schulstufe der Primarschule 
anschliesst und in der Kurzform, die auf die 3. Schulstufe der Realschule aufbaut und 
fünf Schuljahre dauert. Als Grundtypus des Liechtensteinischen Gymnasiums wird 
im Schulgesetz der Maturatypus B bezeichnet, wobei, wie es heisst, nach Bedarf 
weitere Typen eingeführt werden können. Dies ist durch das 1983 in Kurzform 
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