Herausgeber:
Sonstige öffentliche Herausgeber
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000028317/149/
  
Dr. Gerhard Risch hat von 1948 bis 1952 
vier Klassen des Collegium Marianum 
absolviert und musste dann das Gymna- 
sium in der Schweiz fortsetzen, weil 
am Marianum von 1953 bis 1962 keine 
Matura mehr abgenommen wurde. 
Dr. Gert Risch führt in Schaan ein 
medizinisches Labor und ist seit 1986 
Präsident der 1965 gegründeten 
Elternvereinigung. 
Rolle und Bedeutung der 
Elternvereinigung 
Von Gerhard Risch 
Im ersten Jahresbericht des Collegium Marianum, dem «Internationalen Lehr- und 
Erziehungsinstitut» schreibt Direktor Augustin Knapp im März 1941: «Die persön- 
lichen Besprechungen der Eltern oder Erziehungsberechtigten mit den Lehrern 
werden auch in Zukunft bestens empfohlen — denn der Erfolg des Erziehungswerkes 
bedingt wesentlich die tatkráftige Mitwirkung der Familie nach erprobten Erzie- 
hungsgrundsátzen.» Im Abschnitt «Religióses Leben» meint Direktor Knapp: 
«Elternhaus, Schule und Kirche haben in der Gegenwart in intensiver Weise die 
Kinder auszurüsten, so gut sie es vermógen.» Aus diesen Zitaten geht hervor, dass 
dem Zusammenwirken von Eltern und Lehrern bei der Erziehung und Ausbildung der 
Gymnasiasten von Anfang an grosse Bedeutung beigemessen wurde. Eine Eltern- 
vereinigung im heutigen Sinne hat es aber damals nicht gegeben. 
Im Februar 1948 bin ich für die folgenden vier Jahre in das Collegium Marianum 
eingetreten. Im Jahre 1952 wurde die Fortsetzung des Gymnasiallehrbetriebes in 
Frage gestellt. Aufgrund dieser Situation hat die damalige 4. Klasse in corpore das 
Collegium Marianum verlassen. Bis zur Matura habe ich am Collegium St.Fidelis in 
Stans einen Studienplatz gefunden. Die damals gemachten persónlichen Erfahrun- 
gen móchte ich hier in dem Sinne einbringen, dass früher an den von katholischen 
Orden privat geführten Gymnasien klare Vorstellungen über Lem- und Erziehungs- 
ziele vorhanden waren. Schulleitung und Lehrkórper leiteten ihren Erziehungsauftrag 
aus ihrer religiösen Überzeugung ab, woran Veränderungen nicht möglich und 
Zweifel nicht statthaft waren. Die Mitwirkung der Elternschaft konnte sich also nur 
auf organisatorische Probleme beziehen. Der Andrang an die Schulen war so gross, 
dass in der Regel die Schulleitungen keinen Bedarf und keine Notwendigkeit für 
Korrekturen an ihrem Lehrauftrag feststellen konnten. Man suchte sich jene Schüler 
aus, die in das entsprechende Institut passten oder sich dem Institut anpassten. 
Vor 40 Jahren war der Lehrer, insbesondere der Gymnasiallehrer, dessen Stellung 
häufig mit dem Titel eines Professors aufgewertet wurde, eine autoritäre Person. 
Das Selbstverständnis eines Lehrers wie auch das Verständnis der Schüler und 
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