Herausgeber:
Sonstige öffentliche Herausgeber
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000028317/140/
  
Frater Koch, der sonst als nicht sehr spendefreudig galt, hatte einen besonders 
guten Tag, denn zum Zvieri gab es einige Scheiben Salami. An diesem Tag betrat ich 
zum ersten Mal den «Speisesaal» der Fratres. 
Im Herbst 1953 konnten wir den Neubau beziehen. Die Klassenzimmer kamen uns 
wie Hallen vor. Besonders erfreut waren wir über das im Untergeschoss eingebaute 
kleine Schwimmbad. Es war vor allem für die Kórperpflege der Internatsschüler 
gedacht. Noch fehlten die Gummibóden in den Klassenzimmern, weshalb die 
akustischen Verháltnisse nicht gerade gut waren. Mit unserem, in dieser Beziehung 
sehr sensiblen Deutsch- und Franzósischlehrer übersiedelten wir deshalb in die 
Sakristei. Wir waren ja nur noch zwei Schüler. 
Mein Aufenthalt in Bludenz dauerte nicht lange. Ich stellte bald einmal fest, dass ich 
im Latein weit voraus war, während ich in Mathematik sehr vieles nachholen 
musste. Weil auch mein inzwischen verstorbener Schulfreund nicht mehr in Bludenz 
bleiben wollte, schauten wir uns nach einer anderen Ausbildungsstátte um. Mein 
Vater setzte sich mit dem damaligen Schulkommissár in Verbindung. Dieser meldete 
mich im Kollegium Mariahilf in Schwyz an. 
Wáhrend der Zeit in Schwyz, von 1954-1957, hatte ich mit dem Collegium Marianum 
nur spárlich Kontakt. Frater Ingbert half mir liebenswürdigerweise beim Erlernen des 
Hexameterlesens. In Schwyz wurden sehr hohe Ansprüche gestellt. Im Unterschied 
zum Collegium Marianum, das — wie oben beschrieben — noch sehr an den 
Kriegsfolgen litt, besass Schwyz damals einen ausgezeichneten Lehrkórper. Wàh- 
rend meiner Ausbildungszeit an der Universität Fribourg hatte ich wieder etwas mehr 
Kontakt zum Collegium Marianum, weil ich mich während der Semesterferien in 
Vaduz aufhielt. In diese Zeit fallen auch die ersten Stellvertretungen, die ich am 
Collegium Marianum übernehmen durfte. Nach Beendigung meines Studiums im 
Herbst 1962 trat ich auf Beginn des Jahres 1963 in den Lehrdienst am Collegium 
Marianum ein. 
Meine Jahre als Lehrer 
Von 1963-1970 wirkte ich als Lehrer am Collegium Marianum. Anfánglich musste ich 
fünf Fácher unterrichten, námlich Latein, Deutsch, Englisch, Geschichte und Philoso- 
phie; Latein in der Unter- und Mittelstufe, Deutsch und Philosophie in der Oberstufe, 
Geschichte in der sechsten Klasse. Diesen Geschichtsunterricht konnte ich nur 
übernehmen, weil ich von Dr. h.c. David Beck ein ausgezeichnetes Manuskript über 
die Frühgeschichte erhielt. In Philosophie konnte ich die Skripten meines Philoso- 
phielehrers in Schwyz, des nachmaligen Bischofsvikars Dr. Alois Sustar, verwenden. 
Im Jahr 1965 nahm ich die ersten Maturaprüfungen im Fach Deutsch ab, und 1966 
führte ich erstmals eine Klasse als Klassenlehrer zur Matura. 
Mein Dienstverhältnis wurde durch einen dreiseitigen Dienstvertrag geregelt. Der 
eine Vertragspartner war das Collegium Marianum, das im Einvernehmen mit der 
Fürstlichen Regierung stand, und der andere war ich als Arbeitnehmer. Bezahlt 
136 
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.