Vereinsbeschluss am 16. Dezember 1925 
Am 16. Dezember 1925 wurde beschlossen, eine 
Vereinspflicht- und Reisekasse zu gründen, 
wonach jedes Aktivmitglied verpflichtet ist, 
monatlich einen freiwilligen Geldbetrag in diese 
Kasse einzuzahlen. Der monatliche Einzahlungs- 
betrag darf aber einen Franken nicht unterschrei- 
ten. Als Einzahlungstermin ist die jeweilig letzte 
Musikprobe eines Monats bestimmt. Jedem Mit- 
glied ist es freigestellt, zu jeder Zeit grössere oder 
kleinere Geldbeträge einzulegen. Auch steht 
jedem Mitglied das Recht zu, jederzeit Geld aus 
dieser Kasse zu beziehen, soweit seine Einlagen 
dies gestatten. Die Pflicht- und Reisekasse ist ganz 
getrennt von der allgemeinen Vereinskassa zu 
ühren. Jedes Mitglied, welches aus dem Verein 
austritt, kann sein in die Pflicht- und Reisekassa 
eingezahltes Geld zurückverlangen. Immerhin 
muss der Kassier dieser Kasse vor allen Auszah- 
lungen früh genug verständigt werden. Der Kas- 
sier oder Rechnungsleger ist gehalten, die Pflicht- 
und Reisekassa einfach und übersichtlich zu füh- 
ren, so dass auf den ersten Blick ersichtlich ist, 
wieviel ein jedes Mitglied eingezahlt und auch 
bezogen hat. Die Gelder dieser Kasse sind nutz- 
bringend in einem sicheren Bankinstitut anzule- 
gen und dürfen nur zu dem ihm zugedachten 
Zwecke verwendet werden. 
Überblick über das verflossene Vereinsjahr 
vom 15. März 1925 bis 15. März 1926 
Am 30. Mai wurde auf Schloss Gutenberg ein 
Konzert gegeben, welches sehr gut besucht war. 
Am 20. Mai brachte die Harmoniemusik anläss- 
lich des 80- jährigen Geburtstages Herrn Realleh- 
rer Fidel Ospelt ein Ständchen. Auf Anfrage des 
Sängervorstandes, Hern Alois Jehle in Schaan, 
ob die Harmoniemusik Vaduz gewillt wäre und 
unter was für Bedingungen bei dem am Pfingst- 
montag in Schaan stattfindenden Sängertag als 
Hilfsmusik mitzuwirken, wurde vom Verein 
beschlossen, unter den gleichen Bedingungen, 
wie die Musik von Schaan am letzten stattgefun- 
denen Sángertag in Vaduz mitzuwirken. Hem 
Vorstand Jehle brachte den von der Harmonie- 
musik Vaduz gemachten Antrag dem betreffen- 
den Komitee in Schaan vor. Nach Aussage des 
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Vorstandes Jehle wurde das Angebot im Komitee 
nicht angenommen, deshalb hat sich die Harmo- 
niemusik Vaduz entschlossen, das in Chur 
geplante Konzert am Pfingstmontag abzuhalten 
und wurde dann sofort das weitere mit Chur ver- 
handelt. Am 31. Mai, also am Pfingstsonntag, gab 
die Musik ein wohlgelungenes Platzkonzert beim 
Gasthof zum Adler in Vaduz, das von dem zahl- 
reich erschienenen Publikum stürmisch applau- 
diert wurde. Am 1. Juni, also am Pfingstmontag, 
machte der Verein einen Ausflug nach Chur, wo 
im schônen schattigen Rohrergarten das in Aus- 
sicht genommene Konzert gegeben wurde. Die 
grosse Menge Zuhörer, welche sich eingefunden 
hatte, bekundete ihre Zufriedenheit durch rau- 
schenden Applaus. Am 11. Juni beteiligte sich die 
Musik wie alljährlich an der Fronleichnamspro- 
zession. Am Nachmittag gleichen Tages wurde 
ein Freikonzert im Garten zur Wirtschaft zum 
Grüneck in Vaduz gegeben und es hat sich bei die- 
sem Anlass eine zahlreiche Zuhörerschaft einge- 
funden. Am 14. Juni anlässlich der Besichtigung 
des Schloss Vaduz durch den deutsch-österreicht- 
schen Verein zur Erhaltung alter deutscher und 
österreichischer Burgen, wurde im Adlergarten in 
Vaduz, wo dieser Verein ein Mittagessen ein- 
nahm, ein kurzes Konzert gegeben. Am 28. Juni, 
also am Namenstagsfeste unseres verehrten Lan- 
desfürsten, wurde nach dem Spätgottesdienst vor 
dem Regierungsgebäude ein Ständchen gegeben. 
Nach Schluss dieser Aufführung übersandte 
Seine Durchlaucht durch einen seiner Bedienten 
der Musik den besten Dank für die Darbietungen 
mit dem Wunsch, dass die Harmoniemusik 
Vaduz so weiter blühen und gedeihen möge. Am 
16. Juli wurde die Harmonie von Chur angefragt, 
um am 19.Juli dort an einem Gartenfeste im 
Rohrergarten zu konzertieren. Trotzdem diese 
Anfrage sehr überrascht kam, so wurde Verein 
einig, der Anfrage aus Chur zu entsprechen. Das 
auf 26. Juli oder 2. August festgesetzte Waldfest 
konnte wegen ungünsuger Witterung erst am 
9. August abgehalten werden. Der 9. August war 
ein warmer, schóner Sonntag. Wie schon in den 
Anzeigeplakaten angeführt wurde, so versam- 
melten sich dieFestteilnehmer und die eingelade- 
nen Vereine bei der Wirtschaft zur Au. Um halb 
ein Uhr erfolgte der Abmarsch zumFestplatze im 
Bannholz. Durstig und schweisstriefend dort 
  
 
        

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