Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000025574/20/
wahren hatte.32 An dessen Spitze stand der Landvogt, ihm zur Seite der der Kanzlei vorstehende Landschreiber und der die im Lande gelegenen fürstlichen Güter verwaltende Rentmeister.33 Das Fürstentum wurde in sechs, den damaligen Pfarreien entsprechende Amter aufgeteilt,34 näm­ lich l.Vaduz, Schaan und Planken, 2.Triesen und Triesenberg, 3. Bal­ zers und Mäls, 4. Bendern, Gamprin, Ruggell und Schellenberg, 5. Eschen und 6. Mauren. Diese Amter waren mit einem vom Oberamt bestellten Ammann, vier von den Gemeinden gewählten Richtern und einem ebenfalls von der Gemeinde gewählten Gerichtsschreiber besetzt.35 Der Ammann hatte die in seinem Amtsbezirk liegenden, herrschaftlichen Rechte, Regalien, Güter und Gebäude zu verwalten. Den zwei ältesten Richtern oblag die Verwaltung der Gemeindesachen und -einkommen, den beiden jüngeren die Besorgung der anderen Gemeindeangelegenheiten, während der Gerichtsschreiber Protokoll zu führen hatte. Da diese neue Ordnung in der liechtensteinischen Bevölkerung auf starken Widerstand stiess,36 wurde die verwaltungsor­ ganisatorische Aufteilung des Fürstentums aufgehoben und die alte Landammannverfassung im Jahre 1733 zum Teil wiederhergestellt. Die beiden Landschaften hatten wieder das Recht, ihre Landammänner nach alter Weise zu bestellen. Deren althergebrachten Befugnisse blie­ ben jedoch zum Teil in den Händen des Oberamtes.37 Diese abgeän­ derte Landammannverfassung blieb bis zum 31. Dezember 180838 in Kraft. Mit der Erlangung der Souveränität des Fürstentums im Jahr 180639 waren die Voraussetzungen zur Abschaffung der Landammann­ verfassung vorhanden; ein souveräner Fürst konnte in seinem Staat 32 Da Liechtenstein als Land für die regierenden Fürsten zu bedeutungslos war, kannten die meist in Wien residierenden Fürsten ihr Land gar nicht (Pappermann, Diss., S. 25 in Anm. 6) und mussten deshalb die Regierungs- und Verwaltungsfunktionen auf das V von ihnen eingerichtete Oberamt übertragen. 33 Malin, S. 21. 34 Jos. Ospelt, S. 18. Später haben Triesenberg (1769) und Vaduz (in Etappen 1836,1842 und 18/3) eigene Pfarreien gebildet, vgl. Anm. 97. 35 Kaiser/Büchel, S. 524; Jos. Ospelt, S. 18. 36 Dazu Kaiser/Büchel, S. 525 f. 37 Jos. Ospelt, S. 19; Pappermann, Diss., S.26. 38 Jos. Ospelt, S. 20. 39 Fürst Jonannes I. erreichte am 12. Juli 1806 den Beitritt zum Rheinbund und erlangte damit die Souveränität seines Landes, die sich mit der Niederlegung der deutschen Kaiserkrone durch Kaiser Franz am 6. August 1806 und der damit zusammenhängen­ den Entlassung des Fürstentums Liechtenstein aus den Reichspflichten vervollstän­ digte. Pappermann, Diss., S.27. 20
        

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