Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000025574/179/
zu verzeichnen hatten.97 Auch die Vermögenslage der Gemeinden, in der sich die Ergebnisse der Vorjahresrechnungen widerspiegeln und die deshalb ein wichtiger Indikator für die Beurteilung der gemeindlichen Finanzausstattung ist, präsentiert sich günstig. Wird die Vermögenslage der Gemeinden als Verhältnis der greifbaren Mittel des Finanzvermö­ gens zu den Schuldverpflichtungen verstanden, so verfügten die Gemeinden Ende 1985 über Finanzierungsreserven von 139,1 Mio SFr. Damit hätten die Gemeinden, ausgehend vom Ausgabenniveau 1985, alle ihre Ausgaben ohne jegliche Einnahmen über einen Zeitraum von insgesamt 20 Monaten finanzieren können. Die staatliche Vermögens­ lage, bei der die Finanzierungsreserven Ende 1985 mit 90 Mio SFr. nur knapp ein Drittel (32,2 Prozent) der Gesamtausgaben des Jahres 1985 von 279,4 Mio SFr. ausmachten, ist im Vergleich dazu weniger günstig. Auch zeigt die gemeindliche Vermögenslage von 1980 mit 29,4 Mio SFr. über 1982 mit 41,7 Mio SFr.98 bis 1985 mit 139,1 Mio SFr., dass die Gemeinden in diesem Zeitraum immer Einnahmenüberschüsse zu ver­ zeichnen hatten und, weil die grossen infrastrukturellen Aufgaben der Gemeinden für absehbare Zeit überwiegend abgeschlossen sind,99 Rücklagen bilden konnten. Auch der Vergleich der Gesamtausgaben 1985 von 83,6 Mio SFr. mit den Kosten für den laufenden Haushalt (46,5 Mio SFr.) und den Kosten für investive Zwecke (37,1 Mio SFr.) zeigt, dass den Gemeinden ein grosser Anteil der gemeindlichen Haus­ haltsmittel als Manövriermasse zur freien Verfügung steht. Während es sich bei den Kosten des laufenden Haushalts um feste, wiederkehrende Zahlungsverpflichtungen handelt und die Haushaltsmittel dafür gebun­ den sind, können die Gemeinden mit den verbleibenden Mitteln Inve­ stitionen und damit Vermögenswerte oder Rücklagen schaffen. Die Investitionsquote'00 der Gemeinden von 51 Prozent im Jahr 1984 und von 44 Prozent im Jahr 1985 zeigen, dass die Gemeinden über einen hohen Anteil ihrer Haushaltsmittel frei disponieren und damit auch für inve- 97 Rechnungen der Gemeinden 1985. 93 Zahlen von 1980 und 1982, siehe Matt, S. 2. 99 Gespräch mit Gerold Man, Leiter der Finanzkontrolle. Mit Ausnahme der Gemeinde Ruggell, die aufgrund des grossen Bevölkerungszuwachses weitere grös­ sere Infrastrukturmassnahmen durchfuhren muss und der Gemeinde Triesenberg, die noch hohe Investitionskosten für den Aus- und Neubau der Abwasserreinigung von Malbun zu tragen hat, sind die notwendigen Infrastrukturmassnahmen in den anderen Gemeinden für absehbare Zeit schon getroffen. 100 Verhältnis der Gesamtausgaben zu den Investitionskosten. 181
        

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