Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
12
Erscheinungsjahr:
1987
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000025574/139/
ten261 und haben darauf mit der Aufstellung von Bauordnungen und Zonenplänen reagiert, als die Pflicht zu deren Erlass noch nicht bestand.2'2 Allerdings übten das überdurchschnittliche Wachstum der Wohnbevölkerung263 und der Wirtschaft sowie ein extrem hoher Lebensstandard und Wohlstand des Landes einen grossen Druck auf die Landschaft264 aus und führten letztlich auch zur Ausscheidung zu gros­ ser Bauzonen.265 Gerade die Zersiedlung von Landschaft, die Ausschei­ dung überdimensionierter Bauzonen und die Verringerung von Land­ wirtschaftszonen zeigen, dass die Gemeinden in der gemeindlichen Pla­ nung weitgehend ihre örtlichen Interessen gegenüber den überörtlichen Interessen des, Staates an einer geordneten Iandesplanerischen Ent­ wicklungdurchgesetzt haben. Das ist ein Indiz für den grossen rechtli­ chen und praktischen Autonomiebereich der Gemeinden auf dem Gebiet des Planungswesens. Heute besteht die Problematik einer Redi- mensionierung der Bauzonen und der Bauentwicklungsfolgen.266 Einer­ seits würde die Redimensionierung der Bauzonen und deren Umzonie- rung in beispielsweise Land- oder Forstwirtschaftszonen zu einer erheblichen Wertminderung der betreffenden Grundstücke und damit zu Ersatzansprüchen gegenüber den Gemeinden, im Fall einer staatlich bestimmten Umzonierung267 zu Ersatzansprüchen gegenüber dem Staat führen.268 Andererseits besteht nach wie vor ein starker Druck auf die 261 Siehe hierzu «Die Dorfgestaltung», in: Balzers - vom Bauerndorf zur Industriege­ meinde, Balzers 1976. 262 Siehe die Fassung des Baugesetzes, LGBl. 1947 Nr. 44 vor der letzten Änderung vom 15.11.1984, LGBl. 1985 Nr. 20. 263 Gemeindevorsteher der Gemeinde Ruggell Anton Hoop, in: L.Vaterland vom 23.9.1985, S. 4, «Ideal und Wirklichkeit». 264 Beauftragter für die Landesplanung in Liechtenstein Walter Walch, in: L.Vaterland vom 10.3.1986, S. 3, «Viel Geld und hohe Ansprüche schaffen Probleme». 265 Die Landesplanung der Regierung von 1980 weist aus, dass allein das zonierte Wolui- bauland Raum für über 100000 Einwohner bei Annahme niedriger Ausbaugrade bie­ tet (S. 6). Die landwirtschaftliche Nutzfläche hat sich dagegen von 1955 bis heute um ein Viertel der Fläche verkleinert. Quelle: Bericht der Regierung an den Landtag des Fürstentums Liechtenstein betreffend die Schaffung einer Laridwirtschaftszone, Nr. 60/85, vom 19.11.1985, S. lff. (15). 266 Landesplanung der Regierung von 1980, S. 3. 267 Wie z.B. bei der Schaffung von staatlich festgelegten Landwirtschaftszonen. 268 Siehe auch den Bericht der Regierung betreffend die Schaffung einer Landwirt­ schaftszone, Nr. 60/85, vom 19.11.1985. S. lff. (3); Allerdings ist fraglich; ob und in welchem Umfang die gestellten Ersatzansprüche materiell durchsetzbar sind. Da die Beantwortung dieser Frage vom Einzelfall abhängig ist, kann darauf an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. 141
        

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