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Tor und Tisch 
Georg Malin wurde, seit der Zeit seiner wachsenden künst- 
lerischen Reife und Bekanntheit, immer neu — und von den 
Architekten gerne, da er ein Mensch ist, der auf echte Begrün- 
dungen eingeht und gerne auch Neues und Ungewohntes 
wagt — zu Wettbewerben eingeladen oder mit Ausführungen 
direkt beauftragt. Aus den vielen Arbeiten für Kirchen, etwa 
Witikon, Mels, Amriswil, Mauren, Bern und Chur, Mümliswil, 
Feldkirch seien lediglich zwei Beispiele herausgehoben: ein 
Tor und ein Tisch. 
Eine Zeichnung des Jahres 1969 zeigt schon klar die Grund- 
idee für das Portal der Katholischen Kirche von Gossau (SG) 
(70, 71). Wie das früher geschaffene Portal der Kirche von 
Schellenberg (23), ist auch dieses in Stahl gefügt und mit 
Asphalt und Sand patiniert. Aber dieses Tor von Gossau ist 
niedrig und ausgedehnt, auf rund zweieinhalb Meter Hóhe fast 
sechs Meter breit. Es wirkt wie eine Sperre. Die Platten sind 
panzerartig genietet. Das Grau und das Schwarz haben etwas 
Abweisendes, etwas von einer Fortifikation. Wer hier durch 
móchte, muss einen entschiedenen Willen aufbringen. Dem 
Zentrum zu lósen sich die schwarzen Zonen auf. Die poly- 
phonen Formen finden sich zógernd zu einer Mitte, in der 
ein schwerer Griff vorsteht und aufleuchtet. Wer aber die- 
sen ergreift und bewegt, dem óffnet sich das Tor und er 
wird eingelassen. Für Malin ist das Eintreten in den Bereich 
des Glaubensmysteriums immer einen ganz persónlichen 
Einsatz wert. 
Solche Dimensionen gelten auch für das andere Beispiel, den 
Altartisch der Katholischen Kirche St. Laurentius von Schaan 
(72, 73). In den Jahren 1978 bis 1983 hat Malin die sehr 
schwierige Aufgabe gemeistert, in diese renovierte neo- 
gotische Kirche die notwendigen liturgischen Dienstorte zu 
gestalten. Dazu záhlt dieser grosse Altartisch. Er ist aus mas- 
siver Eiche, die Tischplatte verzargt, Platte und Stánder mit 
Bronzebolzen gehalten. Der Aufbau ist eigenwillig und sinner- 
füllt. Das für jeden Eucharistie-Altar unabdingbare Reliquien- 
grab, die «petra», ist nicht in den Tisch, sondern, von einer 
  
 
        

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