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Werdegang 
Solche reife Erfahrung der Ponderation in plastischen Werken 
wird nur durch Hingabe ans Material und geduldiges Reifen- 
lassen im Schaffen am Werk erreicht. 
Alles Handwerk muss man lernen. Von den bildenden Kün- 
sten ist der Beruf des Bildhauers der wortwörtlich hand-werk- 
lichste. Malin hat sich nie gescheut, selbst Hand anzulegen, 
auch heute nicht, wo er doch auf Erfolge zurückblicken kann, 
die Mittun in Werkstätten nicht mehr erforderten. Er hat sein 
Handwerk gründlich gelernt. Bemerkenswert ist, wie sich die 
Spannung zwischen handwerklichem Können und bewältig- 
ter künstlerischer Aussage von Werk zu Werk zur durchsich- 
tigeren Symbiose entwickelt. 
Die ersten eigenen Arbeiten entstehen Mitte der fünfziger 
Jahre. Es sind Bildnisköpfe, Figuren und freie Gestaltungen. 
Diese Weite der Thematik bezeugt ein Suchen nach der eige- 
nen Sprache. 
Durchaus traditionell ist die Gedächtnisbüste, die Malin 1954 
im Auftrage seiner Heimatgemeinde Mauren zum Anlass 
eines 100. Todestages ausführen kann. Sie soll an den ver- 
dienten Historiker Rektor Peter Kaiser erinnern. Auf Grund 
weniger Bildvorlagen hat hier die Imagination Malins eine 
Brustfigur geschaffen, die durch den in sie gelegten Ernst und 
die Vereinfachung der Gesichtszüge durchaus anzusprechen 
vermag. 
Plastisch um wieviel eigenwilliger und formal stärker ist die 
kleine Skulptur gleichen Jahres mit dem Titel Fabe/wesen (8). 
Der Bildhauer hat hier ein mit den Augen und den greifenden 
Händen glücklich erfassbares Werk ausformuliert, welches 
sehr viel verspricht für die Spannkraft kommender drei- 
dimensionaler Aussagen. In der Abfolge der Rundungen und 
Abstufungen erlebt die Hand befriedigende Überraschungen; 
das stellenweise Polieren des schwarzen Alpenkalkes neben 
rauhen Stellen erhóht nicht nur den haptischen Reiz, sondern 
lásst auch die Runen der Kalkadern wohltuend mitsprechend 
zum Vorschein kommen. 
Auch nicht vollkommen gelungene Werke gehóren zum 
  
 
        

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